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Eintracht gegen Rostock: Eine Woche der Wahrheit

Das DFB-Pokalspiel ist für die Frankfurter eminent wichtig, damit sich in der noch jungen Saison keine Unsicherheit in die Mannschaft schleicht. Von Ingo Durstewitz

Eintracht Trainer Funkel möchte seinen Jungs Mut machen.
Eintracht Trainer Funkel möchte seinen Jungs Mut machen.
Foto: dpa

In den zurückliegenden Tagen ließ Friedhelm Funkel keine einzige noch so kleine Gelegenheit aus, sich wortreich als Aufbauhelfer für seine arg holprig gestartete Mannschaft auszuzeichnen. Dahinter steckt Methode, der Eintracht-Trainer will mit aller Kraft vermeiden, dass schon früh in der Saison der Glaube an die eigene Stärke auf der Strecke bleibt. Also sagt er vor dem heutigen DFB-Pokalspiel vor heimischer Kulisse (19 Uhr) gegen die klassentieferen Rostocker: "Hansa ist kein Aufbaugegner, wir brauchen auch keinen Aufbaugegner. Uns mangelt es nicht an Selbstvertrauen."

Funkel weiß aber, wie schnell die Unsicherheit die Beine lähmen kann. Deshalb verteidigt er auch vehement die zögerliche Spielweise auf Schalke. "Wenn wir riskanter spielen, kriegen wir vier, fünf Stück - dann ist die Moral im Eimer", bekundet er. "So haben wir Schalke erhobenen Hauptes verlassen können." Allerdings auch ohne Punkt.

Erst 15.000 Karten verkauft

Königsblau sei ohnehin nicht der Maßstab, der hört auf Namen wie Hansa Rostock oder Arminia Bielefeld. Mit der Partie gegen den Absteiger beginnt die erste Woche der Wahrheit, am Sonntag wird sie mit der noch wichtigeren gegen Bielefeld abgeschlossen. "Jeder Sieg ist förderlich, jeder Sieg tut gut", befindet Funkel lapidar.

Diese beiden Begegnungen können aber sehr wohl den weiteren Saisonverlauf mitbestimmen. Entweder die Eintracht tankt neues Selbstvertrauen und kriegt die Kurve- oder sie wird erst einmal im Tabellenkeller gefangen sein. Funkel weiß das. Für den 54-Jährigen, 2000/2001 selbst Cheftrainer bei den Mecklenburgern, hat auch der Pokal seit jeher eine große Bedeutung. Er nimmt das Spiel, für das bisher erst 15 000 Eintrittskarten verkauft wurden, verdammt ernst: "Wir müssen die nächste Runde unter allen Umständen erreichen, ich werde keinen Spieler schonen." In erster Linie denkt Funkel da allerdings nicht an die 454 267 Euro Fernsehgeld, die der Einzug ins Achtelfinale bescheren würde. Dann schon eher an Balsam für die Psyche.

Auf Faton Toski muss Funkel verzichten, der Mittelfeldmann plagt sich mit einem verhärteten Oberschenkel herum. Für ihn könnte Benjamin Köhler sein Comeback in der Startelf geben. "Ich habe großes Vertrauen in Benny, er ist jetzt wieder so weit", sagt Funkel, der auch auf den in Schalke vom Platz gestellten Brasilianer Chris zurückgreifen kann. Der Brasilianer ist gestern für drei Bundesligaspiele gesperrt worden. Chris, der Heiko Westermann mit dem Ellenbogen rammte, kann kein Verständnis für die Rote Karte aufbringen. "Das war keine Absicht, ich wollte mich nur losreißen. Wenn ich ihn richtig mit dem Ellenbogen treffe, steht er nicht mehr auf, da liegt er im Krankenhaus", sagt Chris.

Keine Rolle wird heute Landsmann Caio spielen. Der Spielmacher, urteilt Funkel, sei im Training noch immer "zu teilnahmslos, er muss mir mehr anbieten, so geht es nicht". Ob er, der Trainer, womöglich gewillt ist, das Missverständnis Caio zu beenden? "Nein. Vielleicht platzt ja der Knoten, ich gebe die Hoffnung nicht auf."

Autor:  INGO DURSTEWITZ
Datum:  23 | 9 | 2008
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2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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