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Eintracht-Kolumne: Der verschenkte Sieg

Weil Eintracht Frankfurt viele Torchancen ausließ, reichte es bei Hannover 96 nicht zum Sieg. Der Klassenerhalt ist damit immer noch nicht endgültig eingetütet. Klubchef Heribert Bruchhagen zürnte ob der fahrlässig verschenkten Möglichkeiten.

Der Torwart von Hannover: Robert Enke.
Der Torwart von Hannover: Robert Enke.
Foto: dpa

In der 83. Minute schien es so, als könnte aus einem guten Nachmittag ein perfekter Nachmittag werden. Der starke Junichi Inamoto hatte Nikos Liberopoulos im Strafraum halbhoch angespielt, der Grieche leitete den Ball direkt weiter auf Markus Steinhöfer, der mutterseelenallein elf, zwölf Meter vor dem Tor der Hannoveraner stand. Das musste die Entscheidung sein, das musste das 2:1 sein und damit die endgültige Rettung. Doch Steinhöfer, kurz zuvor eingewechselt, strauchelte und drosch die Kugel weit über den Balken. "Es wird wohl kaum an mir gelegen haben", blaffte Steinfhöfer dann nach dem Abpfiff. Die Kameraden hätten ja zuvor auch mal eine ihrer Chancen nutzen können. Außerdem reklamierte er für sich, "von hinten geschubst worden zu sein". Wie auch immer: Dieser Ball musste ins Tor, wie so viele andere zuvor auch.

Wo anfangen? Nach sieben Minuten, als Mehdi Mahdavikia erst Torwart Robert Enke umspielte und dann ans Außennetz schoss? Nach 31 Minuten, als wieder Mahdavikia nach schöner Vorarbeit von Alexander Meier den Ball aus bester Position in den zweiten Stock bolzte? In der 61. Minute, als Christoph Spycher abermals nach gekonnter Vorarbeit von Meier mit der Hacke aus halblinker Position im letzten Moment abgeblockt wurde? Oder in der 66. Minute, als Martin Fenin im Strafraum von den Beinen geholt wurde, der gute Schiedsrichter Günter Perl den Tatort aber außerhalb der Kreidemarkierung lokalisierte? Niemand anders, als Eintracht Frankfurt hätte an diesem freundlichen Nachmittag das Spiel an der Leine gewinnen dürfen. Die Hessen taten es aber nicht. Und Klubchef Heribert Bruchhagen war dann fast so enttäuscht, als hätten die Frankfurter verloren: "Ich kann hier nicht ernsthaft zufrieden sein. Wenn man alle zehn Minuten eine Chance hat, davon zwei, drei glasklare, dann muss man das Spiel gewinnen. Man muss auch mal den unbedingten Willen haben, das Tor zu machen." Dazu wagte er die These: Mit Ioannis Amanatidis, dem seit November verletzten Stürmer, hätte die Eintracht gewonnen. Widersprechen mochte da keiner. Auch Trainer Friedhelm Funkel war im Grunde nur mit einem nicht zufrieden: "Mit der Verwertung unserer Tormöglichkeiten. Das ist der einzige Vorwurf, den ich der Mannschaft machen kann."

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Nichtsdestotrotz wird Eintracht Frankfurt mit ziemlicher Sicherheit auch in der neuen Saison in der ersten Klasse spielen, der Sechs-Punkte-Vorsprung auf den Relegationsplatz ist gewahrt - bei nur noch drei ausstehenden Spielen. "Ich glaube nicht, dass die hinter uns stehenden Mannschaften aus heiterem Himmel auf einmal sieben Punkte holen werden", sagte Bruchhagen. Aber sicher ist das nicht.

Und wieder hat die seltsame Serie der Eintracht gehalten, gegen die auf Augenhöhe liegenden Klubs nicht zu verlieren. Insofern braucht einem vor dem vorletzten Saisonspiel beim VfL Bochum (Tabellenplatz 14) in einer Woche nicht bange zu sein. Zumal ja schon am kommenden Mittwoch im Heimspiel gegen Werder Bremen der dieses Mal noch gesperrte Chris dabei sein kann und Amanatidis sein Comeback feiern soll.

Und vielleicht ist ja auch bei Ümit Korkmaz endlich der Knoten geplatzt: Zehn Monate nach seiner Verpflichtung erzielte er in seinem 16. Spiel für die Eintracht endlich sein erstes Tor: Es war der Ausgleich - Bruggink hatte Hannover nach neun Minuten schon in Führung geschossen -, und es war ein schönes Tor per Kopf. Martin Fenin hatte mit gutem Auge maßgerecht die Vorarbeit geleistet. "Ich muss mich bei Martin bedanken, er hat das sehr schön vorbereitet", sagte Korkmaz - und strahlte. Zumindest einer durfte sich an diesem Samstag als Gewinner fühlen.

Autor:  Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein
Datum:  9 | 5 | 2009
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1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
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