Nach der erwarteten Schlappe im Schwabenland heimste der brave Gast aus Hessen ordentlich Lob ein. Markus Babbel, der Teamchef der Stuttgarter, pinselte den Frankfurtern ganz schön viel Honig um den Bart: "Die Eintracht hat sehr viel Qualität, sie hat sehr guten Fußball gespielt", sagte er. "Wir hatten auch das Quäntchen Glück, die Tore zum richtigen Zeitpunkt geschossen zu haben." Dem 36-Jährigen fiel es nicht schwer, den unterlegenen Gast zu belobigen, mit einem Sieg im Rücken fällt das sogar ziemlich leicht. Babbel hat es denn auch ein bisschen übertrieben, doch fest steht auch: Eintracht Frankfurt hat sich bei den Stuttgarter Überfliegern sehr achtbar aus der Affäre gezogen. Zumindest im ersten Abschnitt. Nach dem 0:2 unmittelbar nach dem Wiederanpfiff durch Mario Gomez war die Partie freilich entschieden, danach plätscherte sie noch 42 Minuten lang bei herrlichem Frühsommerwetter dem Abpfiff entgegen. Und doch: Es war kein Vergleich zu den desaströsen Auftritten vor 14 Tagen in München und vor Jahresfrist in Stuttgart, als die Hessen jeweils zur Pause schon mit 0:3 im Hintertreffen lagen.
Am Anfang die bessere Mannschaft
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Am Samstag machte die Eintracht in den ersten 45 Minuten ein sehr passables Spiel, da spielte sie munter mit, hatte gar mehr Ballkontakte, es sah ganz gepflegt aus, wie der Ball da durch die eigenen Reihen lief. "In den ersten halben Stunde waren wir die bessere Mannschaft, darauf können wir aufbauen", sagte Zlatan Bajramovic, der zur Pause für den an der linken Wade verletzten Junichi Inamoto eingewechselt wurde. Bei Inamoto besteht der Verdacht auf einen Muskelfaserriss, sein Einsatz am Samstag gegen Borussia Dortmund ist zumindest fraglich.
Und doch kam es, wie es vorab schon fast alle erwartet hatten: Die Stuttgarter erzielten das Führungstor. Nach einem Einwurf von Patrick Ochs konnte der erschreckend schwache Markus Steinhöfer den Ball nicht kontrollieren und passte ihn überflüssigerweise Ludovic Magnin vor die Füße. Der VfB-Verteidiger flankte auf Cacau, der vor Marco Russ an den Ball kam und ihn per Kopf im Eintracht-Kasten versenkte (32.). Es war ein Tor ohne Ansage, es war ein Tor aus dem Nichts. "Die Stuttgarter waren eiskalt, sie haben aus drei Chancen zwei Tore gemacht", analysierte Dauerläufer Michael Fink. "Wir hingegen haben unsere Chancen nicht genutzt."
Zehnte Gelbe Karte für Ochs
Vor allem Martin Fenin klebte mal wieder das Pech an den Kickstiefeln, nach einem Geistesblitz des ansonsten matten Alexander Meier zimmerte der Tscheche den Ball an den Pfosten (40.). Es war bereits sein sechster Aluminiumtreffer. Bundesliga-Rekord in dieser Saison.
Rekordverdächtig ist auch die zehnte Gelbe Karte von Rechtsverteidiger Patrick Ochs, der damit zum zweiten Mal in dieser Saison für ein Bundesligaspiel gesperrt sein wird. Gegen Dortmund ist er nicht dabei. Ochs trug es mit Fassung: "Wichtig ist, dass ich gegen Hannover spiele." Er wird nun aber nicht alleine fehlen, auch Michael Fink fällt gegen den BVB aus, auch er ist nach seiner Fünften Gelben Karte gesperrt. In der Form von heute ist das allerdings kein großer Verlust. Und doch: Sollte Inamoto ausfallen, müsste Trainer Friedhelm Funkel ein komplett neues defensives Mittelfeld installieren.
Für die Eintracht ist die Ausgangslage unverändert, mindestens ein Sieg fehlt noch, um ein weiteres Jahr die Bundesligazugehörigkeit zu sichern. "Nach unten passiert nicht mehr viel", glaubt Ochs. "Die Mannschaften, die hinter uns sind, werden auch hinter uns bleiben." Diese Meinung hat er nicht exklusiv. Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen, der am Freitag noch beim DFB-Bundestag in Düsseldorf weilte, trat erst gar nicht die Reise nach Stuttgart an. Er besuchte zwecks Spielerbeobachtung eine Partie in den benachbarten Niederlanden.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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