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Eintracht-Kolumne: Erbärmliche Rettung

Eintracht Frankfurt wird auch in der neuen Saison in der ersten Liga spielen. Das ist auch das einzig Positive eines trostlosen Nachmittags. Die Kardinalfrage: Stürzt Trainer Funkel? Von I. Durstewitz und T. Kilchenstein

Die Eintracht konnte den Bochumern nichts entgegensetzen.
Die Eintracht konnte den Bochumern nichts entgegensetzen.
Foto: getty

Nach der 0:2-Pleite in Bochum schaffte es eine Hundertschaft Eintracht-Fans nicht einmal, die Abfahrt des Frankfurter Mannschaftsbusses zu blockieren. Das war das ureigene Ziel des Mobs. Dummerweise postierten sich die aufgebrachten Anhänger an der falschen Ausfahrt - und mussten unverrichteter Dinge ihres Weges ziehen. Bei Eintracht Frankfurt, dieser Schluss liegt nahe, klappt momentan auch gar nichts.

Die Hessen haben trotz der Pleite im Ruhrpott das Minimalziel erreicht, weil die Konkurrenz ebenfalls verlor. Doch mehr gute Nachrichten gibt es nicht. Die Stimmung ist nahe am Gefrierpunkt, feindselig und aggressiv. Die "Funkel-raus"-Rufe gehören mittlerweile zum schlechten Ton. An diesem Samstag tat die Mannschaft nichts dazu, die Atmosphäre zu entspannen. Willfährig ergab sie sich in ihr Schicksal.

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Einmal schossen die leidenschaftslosen Frankfurter aufs Tor. "Das ist oftmals Unfähigkeit", moserte Kapitän Ioannis Amanatidis, der nach siebenmonatiger Verletzungspause ein kurzes Comeback feierte. "Vielleicht ist der eine oder andere nicht geeignet." Vor allem der überraschend aufgebotene Markus Steinhöfer lieferte eine unterirdische Leistung ab, dennoch durfte er 90 Minuten dilettieren. Diese Saison, das steht unumstößlich fest, ist für Eintracht Frankfurt völlig verkorkst. Und Leitfigur Amanatidis redete gleich mal Klartext. "Es ist erbärmlich, mit 33 Punkten die Klasse zu halten. Das spricht für die Schwäche der Liga."

Die Fans wollen Köpfe rollen sehen

VfL Bochum - Eintracht Frankfurt (2:0)

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Es spricht aber vor allem für die Schwäche von Eintracht Frankfurt. Die freilich ist zu erklären, viele Verletzte, dazu der Substanzverlust, doch Erklärungen will in Frankfurt im erhitzten Mai 2009 niemand mehr hören. Die Leute sind für sachliche Argumente nicht mehr empfänglich. Der Misserfolg zieht eine Eigendynamik nach sich, die sich von Woche zu Woche noch potenziert. Die Fans wollen Köpfe rollen sehen. In erster Linie den von Trainer Funkel.

Auch an ihm, dem Sündenbock, zehrt die Misere, nach dem Abpfiff stauchte er im Kabinengang einen Reporter in nie gehörter Schärfe und Lautstärke zusammen. Funkel sieht sich als Prellbock, er kann einfach nicht verstehen, weshalb sich der geballte Zorn auf ihn fokussiert. "Das kann ich nicht nachvollziehen, ich habe mir nichts vorzuwerfen und ich habe keinen Grund, mich zu verteidigen."

Kein Bekenntnis pro Funkel

Und doch scheint seine Zukunft in Frankfurt trotz eines Vertrages bis 2010 unklarer denn je. Ausgerechnet Vorstandschef Heribert Bruchhagen öffnet Spekulationen Tür und Tor. "Wir haben in den vergangenen fünf Jahren immer neue Wellen auf uns zurollen sehen, aber wir neigen nicht zu Spontanität, sondern handeln stets mit Augenmaß", sagte er. Bruchhagen räumte allerdings ein, dass "der Druck immens" sei. Und er konnte sich nicht zu einem klaren Bekenntnis pro Funkel durchringen. "Wir handeln nach den Gesetzen der Bundesliga. Wir werden nach 34 Spieltagen besonnenen nachdenken und dann entscheiden, was für Eintracht Frankfurt richtig ist."

Funkel indessen fühlt sich so sicher wie in Abrahams Schoß. Auf die Frage, ob er glaube, dass der Eintracht-Vorstand in der Trainerfrage die Ruhe bewahre, sagte er nur: "Diese Frage brauche ich gar nicht zu beantworten. Ich habe 100-prozentige Rückendeckung." Wenn er sich da nicht mal täuscht. Eintracht Frankfurt stehen extrem heiße Tage bevor. Am 25. Mai trifft der Aufsichtsrat mit dem Vorstand zu einer Sitzung zusammen. Ausgang offen.

Autor:  Von Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein
Datum:  16 | 5 | 2009
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2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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