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Eintracht-Mittelfeld: Meier ist nicht Caio

Eintracht-Profi Alexander Meier will sein Spiel weder wegen der missmutigen Fans noch wegen des Brasilianers ändern. Von Ingo Durstewitz

Alexander Meier gilt als guter Techniker - aber auch als einer, der sich für Laufs- und Drecksarbeit nicht zu schade ist.
Alexander Meier gilt als guter Techniker - aber auch als einer, der sich für Laufs- und Drecksarbeit nicht zu schade ist.
Foto: S. Krieger

Eine Drehung auf engstem Raum, eine Täuschung mit dem Oberkörper, Habib Bellaid grätscht tumb ins Leere. Ein Blick, das Ziel anvisiert - und dann mit dem rechten Innenrist den Ball zielgenau in den Winkel des Tores gejagt.

So verhielt es sich gestern im Training der Eintracht, und es war Caio, der dieses herrliche Tor samt hübscher Vorbereitung erzielt hatte. Caio also, dieser unbedarfte junge Mann, der Fußball-Frankfurt teilt. Und es nicht einmal mitbekommt.

Schwerer Stand bei Zuschauern

Am Samstag, wenn Caio auf der Bank Platz nimmt, spielt Alexander Meier auf der Position des Brasilianers. Meier spielte sehr ordentlich zuletzt, er erzielte ein Tor gegen Gladbach, ein wichtiges mit einem schwierigen Kopfball in Bedrängnis, und unter Fußballfachmännern gibt es keine zwei Meinungen, dass Meier zu Recht anstelle von Caio spielt. Das sehen natürlich nicht alle so. Meier ist in der Fanszene nicht wohlgelitten.

Der 26-Jährige, der in 92 Bundesligaspielen 19 Treffer erzielte und deren 15 vorbereitete, weiß um seinen schweren Stand bei den Zuschauern, er sagt allerdings: "Ich bin nicht der Grund, dass Caio nicht spielt."

Das ist korrekt. Caio durfte auch so gut wie nie ran, als Meier verletzt war. Und er war lange verletzt, mehr als ein Jahr wegen einer hartnäckigen Knieblessur. Schnee von gestern.

Keiner fürs Spektakel

Meier, schon fünf Jahre in Frankfurt, hat es sich abgewöhnt, zu hinterfragen, warum er trotz nachweislich guter Leistungen nicht höher in der Gunst des Publikums steht. Pfiffe oder Missfallensbekundungen seien ihm egal. "Interessiert mich nicht", sagt er knapp. "Darüber mache ich mir keine Gedanken." Vermutlich liegt der fehlende Kredit an seiner Spielweise.

Er ist keiner fürs Spektakel, er streut keine überflüssigen Übersteiger in sein Spiel, und er taucht während eines Spiels oft ab, da ist er quasi unsichtbar. Der große Dominator ist er wahrlich nicht. Aber so ist sein Spiel eben.

Der Techniker, eminent torgefährlich, kennt die Vorwürfe. "Der ist kein richtiger Zehner, heißt es, und wenn das Spiel nicht lief, war ich mal wieder abgetaucht", erzählt er. Meier klingt nicht beleidigt, er hat sich ein dickes Fell zugelegt. Und er wirkt ein bisschen trotzig: "Nur weil es manchen Leuten nicht gefällt, werde ich sicher nicht mein Spiel umstellen."

Techniker und Kärrner

Trainer Friedhelm Funkel verlangt das nicht. Er ist froh, einen technisch beschlagenen Spieler in seinen Reihen zu wissen, der sich für viel Drecks- und noch mehr Laufarbeit nicht zu schade ist. Auch das unterscheidet Meier von Caio.

Funkel, Meiers großer Förderer, bescheinigt dem Mittelfeldspieler auf "einem sehr guten Weg" zu sein, aber "den alten Alex Meier in Bestform werden wir erst wieder in der neuen Saison sehen". Die Wertschätzung bleibt dieselbe: "Alex ist der wichtigste Spieler in der Offensive", sagt Funkel und zögert plötzlich.

Dann verbessert er sich: "Er ist einer der wichtigsten Spieler in der Offensive." In diesen unruhigen Tagen gilt: Nur nichts Falsches sagen.

Autor:  Ingo Durstewitz
Datum:  22 | 4 | 2009
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2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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