Es war Mitte der zweiten Halbzeit am letzten Spieltag der vergangenen Saison, als ein Raunen durchs Frankfurter Stadion ging. Gerade hatte ein gewisser Sebastian Jung, ein damals 18-jähriger Bengel, Bäcker von Beruf, dem Millionen-Mann des Hamburger SV, Ivica Olic, nach einem atemberaubenden Sprint den Ball abgenommen, so als nehme ein Vater seinem Fünfjährigen den Plastikball ab.
Jung spielte erstmals im defensiven Mittelfeld der Frankfurter Eintracht, er spielte frech, unbekümmert und schnell. Für viele im Stadion war spätestens da klar: Wenn einer in der neuen Saison den Sprung in die erste Mannschaft der Eintracht schafft, dann Jung.
"Wir wissen um sein Leistungsvermögen, deshalb haben wir ihn auch bis 2012 an uns gebunden", sagte Klubchef Heribert Bruchhagen. "Er wird eine gute Entwicklung nehmen." Das war vor drei Monaten.
"Die anderen sind weiter"
Jetzt, Mitte August, hat Sebastian Jung sogar den Siegtreffer geschossen. 1:0 gewann die Eintracht, dummerweise nicht die Bundesligamannschaft, sondern die U 23. Und die spielt in der Regionalliga, vierte Klasse. Irgendwie ist die scheinbar unaufhaltsame Karriere des begabten, selbstbewussten Jungen, der im vergangenen Jahr 32 Spiele in A-Jugend, U 23 und Bundesliga bestritt, ins Stocken geraten. Die in Königstein geborene Defensivkraft spielt unter Trainer Michael Skibbe derzeit keine große Rolle.
In allen drei Pflichtspielen im DFB-Pokal und in der Bundesliga gehörte Jung nicht zum 18 Mann umfassenden Kader der Profis. "Die Qualität der anderen Spieler ist höher", sagt Skibbe, "sie sind weiter als Jung." Ihm fehle noch einiges. Jung sei zwar ein talentierter Spieler, aber im Augenblick sei er "noch nicht so weit, um uns helfen zu können".
Man sehe, so der Coach, dass "er noch jung ist und bei weitem noch kein fertiger Spieler". Auch den Hinweis, der Wirbelwind auf rechts hinten habe schon sechs Bundesligaspiele absolviert und ganz sicher nicht enttäuscht, konterte der Fußball-Lehrer: "Er hat am Ende der Saison unglaublich gut gespielt, weil alle anderen so schlecht gespielt haben." Deshalb sei er so aufgefallen. Abgeschrieben sei Jung, über den Eintracht-Vorstand Klaus Lötzbeier unlängst sagte, er werde "mal ein Topspieler", aber keinesfalls.
Jungs Spielweise ähnelt verblüffend der von Patrick Ochs. Jung wirkt ähnlich dynamisch und mutig, wenn er zu seinen rasanten Flankenläufen ansetzt. "Unser Spiel ist ziemlich ähnlich", sagt auch Jung, der sich auch im defensiven Mittelfeld wohlfühlt und auf der linken Seite spielen könnte, etwa als Vertreter für Christoph Spycher.
Immerhin hat Co-Trainer Edwin Boekamp den Auftritt von Jung im Regionalligaspiel verfolgt und war angetan. "Jung hat das gut gemacht." Er meinte nicht nur das Tor, sondern auch dessen Leistung. "Es ist gut für seine Entwicklung, dass er in der U 23 spielt", sagt Skibbe.
Bajramovic fühlt sich gut
Unterdessen hat sich die Leisten-Blessur von Zlatan Bajramovic, der ebenfalls in der zweiten Mannschaft spielte, als nicht so schlimm herausgestellt. Ein, zwei Tage werde er kürzer treten müssen, sagte er Bosnier, der der Auffassung entgegentrat, sich nach der langen Verletzungspause zu viel zugetraut zu haben.
"Ich habe am Mittwoch 70 Minuten in Bosnien gespielt, am Samstag 20 Minuten und am Sonntag 30. Das kann nicht zu viel gewesen sein", sagte Bajramovic, der sich ganz im Gegenteil "ausgesprochen gut fühlt". Der viermal operierte Zeh blieb zudem schmerzfrei.
Dagegen sieht es bei Pirmin Schwegler nicht so gut aus, sein Einsatz in Köln ist wegen einer Innenbanddehnung fraglich. Skibbe rechnet nicht vor Donnerstag mit seiner Rückkehr ins Teamtraining. "Er braucht jetzt Ruhe."
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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