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Eintracht Frankfurt
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19. März 2016

Eintracht schlägt Hannover: Ein bisschen Hoffnung

 Von  und 
Endlich wieder Zeit zum Jubeln: Änis Ben-Hatira bejubelt mit Stefan Aigner und Constant Djakpa seinen Treffer.  Foto: dpa

Der mühsame 1:0 (1:0)-Sieg gegen den Tabellenletzten Hannover 96 gibt Eintracht Frankfurt wieder ein bisschen Hoffnung. Mehr aber nicht. Denn der erhoffte Befreiungsschlag blieb aus.

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Ganz zum Schluss hat Marco Russ mit einer sensationellen Grätsche gegen den frisch eingewechselten Adam Szalai das Schlimmste gerade noch verhindern können: Das Schlimmste: Das wäre der Ausgleich gewesen zum 1:1. Und der lag förmlich in der Luft: Etwa beim Kopfball von Hugo Almeida (83.), der ins Netz flog, aber aus Abseitsposition abgegeben wurde. Einige Minuten zuvor hatte Stefan Reinartz im Strafraum gegen Edgar Prib geklärt – auf Kosten eines Elfmeters, wie hinterher der 96-Trainer Thomas Schaaf vehement lamentierte. „Wenn er gepfiffen worden wäre, hätten wir uns nicht beklagen können“, räumte sogar Eintracht-Coach Niko Kovac ein. Doch die Pfiffe blieb stumm – die Eintracht kam noch einmal davon und zitterte sich zu drei mühevollen, aber außerordentlich wichtigen Punkten.

Der Sieg, den der erstmals von Anfang an nominierte Änis Ben-Hatira mit einem Kunstschuss aus unmöglichen Winkel (33.) sicherstellte, war angesichts der Ergebnisse der unmittelbaren Mitkonkurrenten geradezu überlebensnotwendig. Trotz des Erfolges ist Eintracht Frankfurt erstmals in dieser Saison auf den 17. Platz abgerutscht und damit auf einen Anstiegsplatz – mit zehn Punkten Vorsprung auf den Letzten, Hannover 96. Nicht auszudenken, hätten die Hessen diese schicksalhafte Begegnung nicht für sich entscheiden können. „Wir standen gewaltig unter Zugzwang“, stöhnte hinterher Sportdirektor Bruno Hübner. Mit 27 Punkten hat die Eintracht nun genauso viele Zähler wie die TSG Hoffenheim (3:1 beim HSV) und der FC Augsburg, der am Sonntag zu Hause auf Borussia Dortmund trifft, und einen Punkt weniger als Darmstadt und Werder Bremen. Es bleibt also arg eng im Keller. Fünf Klubs kämpfen um den Klassenerhalt, nur drei Plätze bedeuten die Erstklassigkeit.  Der Frankfurter Sieg war dringend erforderlich, um überhaupt im Abstiegsrennen zu bleiben. Ein Befreiungsschlag war der Erfolg, erst der zweite in diesem Jahr, also keinesfalls.

Dazu war auch die spielerische Leistung der Frankfurter gegen ein schwaches Team aus Hannover viel zu dürftig. Da lief wirklich nicht viel zusammen bei der Eintracht, die Angst lähmte die Füße und war bis unters Tribünendach zu spüren. Da spielte in der Tat der Schlechteste gegen den Zweitschlechtesten keinen guten Fußball, Not gegen Elend, ein Abstiegsgipfel auf niedrigem Niveau. Vieles, wenn nicht das meiste, bleib Stückwerk, viel zu oft wurden die Bälle einfach blind nach vorne geschlagen, die Verunsicherung war mit Händen zu greifen.

Die Eintracht war von zwei schwachen Teams das etwas bessere. Und sie hatte Fortuna auf ihrer Seite: Der Treffer zum 1:0 resultierte aus einer leichten Abseitsposition von Passgeber Stefan Aigner, dazu hätte Schiedsrichter Wolfgang Stark in der oben beschriebenen Szene auch Strafstoß für Hannover geben können.

Aber immerhin: Die Eintracht hatte die klar besseren Möglichkeiten, allein der frisch und agil wirkende Änis Ben-Hatira hätte noch zwei weitere Treffer (66. Und 71.) schießen können, ja eigentlich müssen; zudem erzielte Haris Seferovic zwei Tore aus Abseitspositionen. Fakt ist auch: Die Eintracht, die erstmals seit langem wieder Timothy Chandler aufgeboten hatte (und der seine Sache gut machte), kämpfte, zeigte „hohe Laufbereitschaft und Herzblut“ (Bruno Hübner).  „Das Engagement der Spieler war immens“, sagte Trainer Kovac nach seinem Debüt als Trainer im Stadtwald. „Ich möchte heute alle loben. Über 90 Minuten hat jeder das letzte Hemd gegeben. Jeder hat sich zerrissen“, hob Niko Kovac den Daumen. Er übersah aber auch nicht, dass es in spielerischer Hinsicht noch eine Menge zu verbessern gibt. Doch das trat an diesem Abend in den Hintergrund. Es ging einzig und allein darum, diese Partie zu gewinnen. Und das war der Eintracht  gelungen.

„Der Sieg“, sagte Schütze Ben-Hatira hinterher glücklich, „war sehr, sehr wichtig für die Köpfe.“ Vielleicht setzt er ja neue Kräfte frei. Denn die Eintracht hat eine unglaubliche Stresssituation erfolgreich bewältigt. Rechtsaußen Stefan Aigner brachte es auf den Punkt: „Heute hätten wir nur verlieren können.“

Und was gibt Hoffnung für die nächsten sieben Spiele? Kleine Schritte nach vorne sind zu sehen: Das Comeback des Timothy Chandler als rechter Verteidiger war ordentlich, Ben-Hatira hat dank seiner Schnelligkeit und Unbekümmertheit einen Schuss mehr Qualität ins Spiel gebracht, Makoto Hasebe spielte  nach seiner Einwechselung erstaunlich klar, aufmerksam und strategisch klug, fast wie in der vergangenen Saison.
Dazu hat Niko Kovac durch die Länderspielpause Zeit gewonnen, zwei Wochen, in denen er die Mannschaft weit auf Trab bringen kann. Er will dazu erreichen, dass Marc Stendera und Luca Waldschmidt nicht zu U-Länderspielen abgestellt werden müssen. Darüber hinaus plant er  intensive, doppelte  Trainingseinheiten, während deren die Profis den ganzen Tag zusammen im Stadion sein sollen Und am kommenden Mittwoch ist ein Testspiel anberaumt. Und schließlich haben Luc Castaignos und vor allem Alexander Meier weitere 14 Tage, um fit zu werden. Gerade auf Alex Meier, das hat diese Partie gegen Hannover nur zu deutlich gezeigt, kann Eintracht Frankfurt in dieser prekären Situation nicht verzichten.    

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