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Eintracht-Sieg: Frankfurter Befreiungsschlag

3:2-Sieg nach 0:2-Rückstand in Cottbus, auf Platz zwölf des Klassements geklettert, sechs volle Punkte aus zwei Spielen binnen vier Tagen. Besser hätte Eintracht Frankfurt diese turbulente Woche nicht beenden können. Von Ingo Durstewitz

Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel (l.) und sein Co-Trainer Armin
Reutershahn jubeln nach dem Tor zum 2:3.
Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel (l.) und sein Co-Trainer Armin Reutershahn jubeln nach dem Tor zum 2:3.
Foto: ddp

Zum guten Schluss ist Friedhelm Funkel strammen Schrittes vor die Fankurve gestiefelt. Da ließ sich gerade seine Mannschaft nach diesem verrückten Fußballspiel im Stadion der Freundschaft feiern, und der Trainer der Frankfurter Eintracht hatte nicht etwa den Wunsch, Frieden mit den Anhängern zu schließen. Nein, er verspürte den großen Drang, sich "bei jedem meiner Spieler einzeln zu bedanken."

Funkel, völlig losgelöst und stolz wie Oscar, fand gar keine Worte, um seine Wertschätzung auszudrücken. "Das ist doch unbeschreiblich, diese Mannschaft ist unglaublich. Wie sie sich immer wieder aus diesen Situationen herauskämpft, das ist der helle Wahnsinn."

3:2-Sieg nach 0:2-Rückstand in Cottbus, auf Platz zwölf des Klassements geklettert, sechs volle Punkte aus zwei Spielen binnen vier Tagen. Besser geht es nicht, besser hätte Eintracht Frankfurt diese turbulente Woche nicht beenden können. Die Hessen haben die Wende geschafft. "Die Erleichterung ist riesengroß", sagte Michael Fink, der die Hessen mit seinem Anschlusstreffer wieder ins Spiel zurück brachte.

Funkel hatte nach den Hiobsbotschaften zuletzt (Ausfälle seiner besten Spieler Amanatidis und Chris) Mut bewiesen und sein Team auf zwei Positionen entscheidend verändert. Auf der linken Seite kam Jungprofi Kreso Ljubicic zu einem sehr durchwachsenen Debüt in der Startelf, und Funkel beorderte zur allgemeinen Überraschung auch den Brasilianer Caio in die erste Elf.

Rückblick - Energie Cottbus vs Eintracht Frankfurt 2:3 (2008)

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Der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte, in Frankfurt aufgrund seiner geringen Einsatzzeiten schon so etwas wie ein Politikum, durfte sich neben Nikos Liberopoulos im Sturm verdingen, er machte das nicht schlecht, hatte zwei, drei sehr ansehnliche Situationen, aber auch viel Leerlauf im Spiel. An den entscheidenden Szenen war er nicht beteiligt.

Es war vielmehr so, dass die Eintracht eine schier ungeheure Moral bewies, sie steckte nie auf und gab sich nicht ihrem Schicksal hin. Man muss konstatieren: Die Mannschaft ist absolut intakt, sie ist willig und leidenschaftlich. Und wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass sie den Worten des Trainers Glauben schenkt und ihm absolute Gefolgschaft leistet, dann taugen die letzten beiden Spiele als anschauliches Beispiel.

Gegen Karlsruhe lag das Team am Boden, stand auf - und drehte die Partie in den letzten Minuten. Und in Cottbus bog sie abermals ein schon verloren geglaubtes Spiel um.

Gerade im zweiten Abschnitt berannten die Frankfurter das Tor der Lausitzer, wütende Angriffe rollten dem Cottbuser Tor entgegen. Und Funkel setzte alles auf eine Karte, der oftmals als ängstlicher Sicherheitsinspektor bezeichnete Fußballlehrer wechselte mutig und richtig ein: Er brachte die Offensivkräfte Ümit Korkamz und Martin Fenin ins Spiel - und beide leiteten den Ausgleich ein: Korkmaz passte auf Fenin, der vehement abschloss.

Funkel wollte mehr, brachte auch noch den 17 Jahre alten Nachwuchsspieler Juvhel Tsoumou - und sein Mumm wurde belohnt. Nikos Liberopoulos stellte per Kopf den Siegtreffer her.

Die drei Punkte sind frenetisch gefeiert worden, die Spieler herzten sich wie kleine Kinder. Sie wussten: Sie haben endgültig den Bock umgestoßen, sie haben den so emsig herbeigesehnten Befreiungsschlag geschafft.

"Dieser Sieg war von besonderer Bedeutung", sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. "Die neun Punkte tun uns ausgesprochen gut."

Am Mittwoch nun kommen die Bayern nach Frankfurt. Das sind ja meist Fußballfeste. Funkel aber hätte lieber einen anderen Kontrahenten vor der Brust. Denn gegen die erstarkten Bayern sind die Chancen, die kleine Serie auszubauen, nicht so furchtbar groß.

Autor:  Ingo Durstewitz
Datum:  25 | 10 | 2008
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2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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