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22. August 2007

Eintracht-Trainer Funkel über Löws Kritik: "Nicht immer meckern und klagen"

Friedhelm Funkel, 53, ist nach Ottmar Hitzfeld der dienstälteste Bundesliga-Trainer, er verfügt über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz.  Foto: ddp

Friedhelm Funkel ist nach Ottmar Hitzfeld der dienstälteste Fußballlehrer der Bundesliga. Auch wegen seines Erfahrungsschatzes hält der Eintracht-Trainer die Kritik von Bundestrainer Löw am Zweikampfverhalten der Spieler für unangebracht. Mit ihm sprach Ingo Durstewitz.

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Friedhelm Funkel ist nach Ottmar Hitzfeld der dienstälteste Fußballlehrer der Bundesliga. Auch wegen seines Erfahrungsschatzes hält der Eintracht-Trainer die Kritik von Bundestrainer Löw am Zweikampfverhalten der Spieler für unangebracht.

Herr Funkel, Bundestrainer Jochim Löw hat moniert, das mangelhafte Zweikampfverhalten der Bundesligaprofis sei mitverantwortlich für die vielen Verletzungen. Haben Sie für diese Kritik Verständnis?

Nein. Überhaupt nicht. Das ist doch Quatsch.

Weshalb?

Sehen Sie: Jahrelang wird gefordert, die Bundesliga solle sich an internationale Härte gewöhnen und die Schiedsrichter müssten deshalb mehr durchgehen lassen. Und jetzt ist das Geschrei groß, weil die Nationalmannschaft mal auf ein paar Spieler verzichten muss. Das kann es nicht sein. Da darfst du doch nicht immer meckern und klagen. Ich habe für das Lamentieren kein Verständnis.

Aber Löw muss eine ganze Mannschaft ersetzen. Zuletzt Miroslav Klose nach der rüden Attacke von Naldo.

Da hätte man Rot zeigen können. Klar. Aber man darf jetzt nicht alles über einen Kamm scheren. Solche Attacken gab es schon immer.

Löw ist zu diesem Schluss aber nach einigen Klausuren, unter anderem mit Chefscout Urs Siegenthaler, gekommen.


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Noch mal: Fußball ist ein Kampfsport. Da kommt ein Spieler halt mal ein paar Zehntelsekunden zu spät - das kann zu Verletzungen führen. Das mag nicht schön sein, aber das liegt in der Natur des Spiels. Und das gab es schon immer. Seit 150 Jahren. Da braucht mir nicht irgendein Schweizer mit irgendeiner Studie zu kommen.

Aber wird dachten auch, die Zeit der Blutgrätscher sei vorüber.

Das ist sie doch. Aber auch damals gab es rustikale und eher geschickte Abwehrspieler. Nehmen Sie meinen Bruder Wolfgang oder Charly Körbel, die haben fast nie Foul gespielt. Wenn du aber gegen Dietmar Jakobs ran musstest, dann wusstest du, was dich erwartet. Mich stört heute viel mehr, dass bei fast jedem Zweikampf in der Luft der Ellenbogen eingesetzt wird. Das führt zu Verletzungen an Augenbraue und Nase. Dieses Phänomen ist verstärkt in den vergangenen zwei Jahren aufgetreten. Das ist also wirklich neu.

Interview: Ingo Durstewitz

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