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Eintracht Frankfurt
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09. Juli 2014

Eintracht Trainingslager: Geduld und Nervenstärke

 Von 
Gespräch am Zaun: Trainer Schaaf, Chef Bruchhagen.  Foto: Jan Huebner

Klubchef Heribert Bruchhagen ist angesichts der Kaderplanung angespannt. Kempf wird gehen. Ein neuer Stürmer soll kommen. Aktuell ist der Däne Niklas Bendtner das Objekt der Begierde.

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Am Dienstagnachmittag ist der Frankfurter Klubchef Heribert Bruchhagen auf Norderney angekommen. Er kennt sich gut aus hier und auch auf der Insel daneben, Juist, da ist er früher, in seinem anderen Leben als er noch Lehrer im Ostwestfälischen war, in den Sommerferien mit den Schülern hingefahren, zehn, zwölf Mal. Jetzt, als Vorstandsvorsitzender im grauen Trainingsanzug des neuen Ausrüsters, schaut er berufshalber nach dem Rechten, doch schon am Freitag, nach dem zweiten Testspiel der Eintracht, eilt er wieder nach Hause, dringende Termine warten: Er muss am Samstag, um 18 Uhr, das Flugzeug kriegen, das ihn zum WM-Finale nach Rio bringt. Am Mittwochmorgen, ein paar Stunden nur nach der nicht ganz schlechten Vorstellung der deutschen Nationalmannschaft im Halbfinale gegen Brasilien, erreichte ihn in seiner Eigenschaft als Vorstandsmitglied des DFB eine Einladung des Präsidenten Wolfgang Niersbach zum Endspiel in Maracana. „Am Montag bin ich wieder in Frankfurt.“

Ob bis dahin auch Nicklas Bendtner, der von Eintracht Frankfurt so sehr erwünschte Stürmer, in Frankfurt ist? Bruchhagen wagt da, wie er sagt, „keine Prognose“. Das Interesse an dem ablösefreien Angreifer, für den der FC Arsenal im vergangenen Jahr genau 164 Minuten Verwendung hatte, ist hinterlegt. Rahmenbedingungen und Volumen seien dem Berater bekannt, es sei nun allein an dem 26 Jahre alten Enfant terrible, ob er das Angebot annehme oder nicht. Eine Frist für den Spieler gebe es nicht, sagte Bruchhagen. „Das Angebot steht solange, bis sich Herr Bendtner entschieden hat.“ Die Hessen freilich sind nicht der einzige Interessent, auch andere Klubs, etwa Aston Villa, hätten bereits ihre Fühler ausgestreckt.

Hoffen auf sportliche Gründe

Der Klubchef weiß natürlich auch, dass die Eintracht im Werben um den Spieler ins Hintertreffen geraten wird, sollten allein wirtschaftliche Gesichtspunkte den Ausschlag geben. „Aber vielleicht ist ja ein 26-, 27-Jähriger wirtschaftlich so aufgestellt, dass er sportliche Gründe für einen Wechsel heranzieht.“ Die Bundesliga sei sportlich eine hochattraktive Liga, Eintracht Frankfurt ein interessanter Klub. Bruchhagen hofft, weiche Faktoren könnten den Ausschlag geben. Die Besetzung des Angriffs genießt oberste Priorität, diese Lücke will die Eintracht zuerst schließen. „Wir dürfen uns nicht verzetteln. Wenn du nicht auf 30,40 Tore kommst, kriegst du Probleme“, rät Bruchhagen. Zwei Offensivspieler sollen auf jeden Fall noch kommen.

Heribert Bruchhagen räumt mittlerweile ein, „selbst angespannt“ zu sein. Er gibt im Hinblick auf die Kaderplanung freimütig zu, von allen Bundesligaklubs im Augenblick „noch die größten Abwicklungen“ stemmen zu müssen. „Wir wissen, dass noch einiges zu tun ist. Wir haben Substanz verloren.“ Alle anderen Klubs in der Liga sind weiter in ihren Planungen, selbst der FC Augsburg investiert fröhlich, und Bruchhagen spürt mehr und mehr die Sorge vieler Fans und aus dem Eintracht-Umfeld, wonach den Hessen die Zeit ein wenig davon läuft. „Ich erhalte täglich fast 30, 40 Briefe und Emails und täglich wächst die Sorge bei den Schreibern.“

U19-Nationalspieler Marc-Oliver Kempf hat eine Vertragsverlängerung abgelehnt und wird die Eintracht verlassen.  Foto: Heiko Rhode

Bruchhagen aber, seit Jahrzehnten im Geschäft, rät weiterhin zu Geduld und Nervenstärke. Im übrigen traut er auch der aktuellen Mannschaft durchaus zu, ein Bundesligaspiel zu gewinnen. „Ich bin geprägt von Sachinformationen, wer die Fakten kennt, hat ein anderes Bild als viele da draußen. An meinem Schreibtisch stellen sich die Fakten anders da als an Ihrem“, sagte er in Norderney nach dem Vormittagstraining in Richtung der Journalisten. „Der Markt ist im Augenblick völlig überhitzt.“ Die Summen, die aufgerufen würden, seien „astronomisch“. Dennoch hält er es für unabdingbar, dass „wir noch mindestens drei Leistungsträger dazu holen müssen.“ Das alles freilich müsse, wie stets, einhergehen mit wirtschaftlicher Vernunft. Der Lizenzspieleretat liege bei 33 Millionen Euro, „das ist unser Volumen“, sieben Millionen Euro stehen für Investitionen bereit. Man werde alles mobilisieren, die Mannschaft zu verstärken, man handhabe das wie stets, seit drei Jahren investiere man mehr als man einnehme, das Eigenkapital sei von 16 Millionen auf fünf Millionen Euro abgeschmolzen. „Es gibt keinen Bremser im Klub.“

Der Frankfurter Klubchef („Ich schalte mich nicht ins operative Geschäft ein, tue aber meine sportliche Meinung kund“) ist allen Unkenrufen zum Trotz zuversichtlich. „Wer werden eine wettbewerbsfähige, gute Mannschaft mit einer ordentlichen Offensive kriegen“, sagt er kämpferisch, auch wenn die Eintracht etwa einen Marko Marin, den Bruchhagen am Opernplatz getroffen hatte, nicht bekommen wird.

Dafür wird der U19-Nationalspieler Marc-Oliver Kempf den Klub verlassen. Eine Vertragsverlängerung habe der Verteidiger, der aus dem eigenen Stall kommt und fünf Mal in der Bundesliga zum Einsatz gekommen war, abgelehnt. Kempf sei mit seiner Situation unzufrieden und deshalb mit dem Wunsch an den Vereine herangetreten zu wechseln. Er wolle häufiger spielen, beim SC Freiburg böte sich da die Gelegenheit. Trainer Thomas Schaaf habe seien Zustimmung gegeben, sagte Bruchhagen. „Ich gehe davon aus, dass er uns verlässt.“ Es wäre der zehnte Abgang.

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