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Eintracht und Caio: Der Mann für das gewisse Etwas

Der Brasilianer Caio hat eine erste Duftmarke gesetzt - was er wirklich kann, hat er bei der Eintracht bislang nur angedeutet. Nun muss er die sich bietenden Chancen nutzen. Von Thomas Kilchenstein

Caio César Alves dos Santos (zweiter von rechts), 23, scheint unter Trainer Michael Skibbe aufzublühen. Seine Mitspieler haben ihn längst ins Herz geschlossen.
Caio César Alves dos Santos (zweiter von rechts), 23, scheint unter Trainer Michael Skibbe aufzublühen. Seine Mitspieler haben ihn längst ins Herz geschlossen.
Foto: dpa

War das jetzt der wahre Caio? Der Caio, der Eintracht Frankfurt endlich voranbringt, der das gewisse Etwas hat, der womöglich gar den Unterschied ausmacht? Immerhin hat Caio am Sonntag auf dem Bieberer Berg beim ungefährdeten 3:0 (0:0)-Erfolg gegen den Drittligisten Kickers Offenbach ein wenig von seiner Kunst gezeigt.

Ein Tor vorbereitet, das zweite selbst geschossen, dazu ein schönes Solo: Ohne Zweifel, Caio hatte am souveränen Weiterkommen im DFB-Pokal entscheidenden Anteil. Der Lohn: Der 23-Jährige durfte fünf Minuten vor dem Ende, die Partie war längst entschieden, unter tosendem Applaus vom Platz.

Wenn der Trainerwechsel bei Eintracht Frankfurt für einen Spieler eine Veränderung gebracht hat, dann für den lange umstrittenen Mittelfeldspieler aus Mirandopolis. Unter Friedhelm Funkel war Caio César Alves dos Santos allenfalls ein Mitläufer, meist nicht mal das. Er kam höchstens zu Kurzeinsätzen, ein einziges Mal durfte der Vier-Millionen-Mann, im Januar 2008 von Palmeiras São Paulo verpflichtet, über 90 Minuten spielen, am letzten Spieltag, ansonsten hieß es immer: Seine Schwächen in der Defensive seien zu groß.

Jetzt unter Michael Skibbe ist von seinen Schwächen erst an zweiter oder dritter Stelle die Rede. Skibbe lobt den Brasilianer, der immer noch wie ein großes Kind wirkt, wo er nur kann. Er hätschelt und tätschelt den Techniker, er redet ihm nicht nur gut zu, er redet überhaupt mit ihm. Das war nicht immer der Fall.

So etwas wie eine Stammplatzgarantie

Inzwischen haben sie bei der Eintracht ja auch eingesehen, dass sie damals, bei der Verpflichtung des Spielers, Fehler gemacht haben, als sie ihn weitgehend allein gelassen hatten. Skibbe sagt, er weiß, wie man mit Brasilianer umgehen muss. Man merkt auch: Skibbe baut auf Caio, er will alles daran setzen, ihn in die richtige Spur zu bringen. Und: Caio merkt das. Er spürt die neue Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wird, er spürt, dass da einer Vertrauen hat.

Caio, der vorerst fast so etwas wie eine Stammplatzgarantie hat, braucht diese Nestwärme, dieses Gefühl der Geborgenheit. Er sagt: "Jetzt ist alles viel besser, weil ich spielen darf." Im Trainingslager hat er gesagt, er sei nur dann glücklich, wenn der Ball dabei ist. Skibbe sagt: "Caio hat ein großes fußballerisches Potenzial." Aber er müsse noch viel lernen.

Dabei ist es so, dass Caio fast genauso spielt wie in der vergangenen Saison. Sicher, er wirkt fitter denn je, er kam ohne Übergewicht aus dem Urlaub, er hat alle Trainingseinheiten absolviert, auch alle Laufeinheiten und ist niemals eingebrochen. Aber seine Defizite in der Rückwärtsbewegung sind weiterhin auffallend, auch in Offenbach hatte er sehr viel Leerlauf. Weiterhin schaltet er oft einfach ab. Selbst sein Förderer Skibbe monierte am Sonntag sanft: "Er hat noch Steigerungspotenzial." Vor allem das "Umschalten auf die Defensive dauert noch zu lange".

Ist er gut genug in der Offensive

Doch diese Schwächen verzeiht man Caio, so lange er so helle Momente hat wie jetzt in Offenbach. Aber die muss er dann auch haben. Die Frage ist also nicht nur allein, ob Caio seine Defizite in der Defensive in den Griff kriegt, sondern: Ist er gut genug in der Offensive, damit die Mannschaft seine Schwächen nach hinten tolerieren kann?

Die Fähigkeiten für den besonderen Moment besitzt der Brasilianer, sein Antritt mit Ball ist bemerkenswert, er ist immer für eine überraschende Finte gut. Reicht das für die Bundesliga? Man kann ihn schwer einschätzen: Viele Möglichkeiten zu zeigen, was er kann, hat Caio nicht bekommen. Nur wird Skibbe ein taktisches Konstrukt finden müssen, das Caio absichert.

Ein erster Lakmustest wird die Partie bei Werder Bremen sein. Da wird sich Caio nicht so viele Pausen leisten können. Und zwei geniale Aktionen sollte er schon einstreuen. Mindestens.

Autor:  Thomas Kilchenstein
Datum:  3 | 8 | 2009
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2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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