Michael Skibbe, das dürfte bekannt sein, ist ein ziemlich ehrgeiziger Trainer, einer, der nicht besonders gut verlieren kann. Zumindest dann nicht, wenn er das Gefühl hat, dass die Einstellung nicht so ganz stimmt, dass die Mannschaft nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit ihre Aufgaben erledigt. Das bekam das Team nach den beiden kläglichen Hallenauftritten vor einer Woche zu spüren, als der Coach seine Spieler zusammenfaltete und das Trainingspensum zur Strafe erhöhte. Und auch am Samstagnachmittag grollte Skibbe wieder.
Da verlor seine Elf in Belek vor 250 Zuschauern nämlich mit 0:3 (0:0) gegen den Zweitligisten Karlsruher SC. Skibbe war nach der Niederlage schwer angesäuert. In der zweiten Hälfte habe seine Elf "deutlich nachgelassen, sich viel zu viele Fehler erlaubt und weder Aggressivität noch Ballsicherheit gezeigt". So geht es nicht. Skibbe war gar so verärgert, dass er überlegt, den eigentlich freien Sonntagnachmittag zu streichen.
"Warten wir mal die beiden ersten Einheiten am Sonntag ab, danach werden wir sehen, ob ich frei gebe oder nicht", sagte er. Ob diese Überlegung mit der Leistung gegen den KSC zu tun habe, ist er explizit gefragt worden? "Das hat kausal mit der zweiten Hälfte zu tun. Ganz klar", antwortete er.
Die Hessen bekamen gegen den Zweitligisten aus Baden kein Bein auf den Boden, nur Sebastian Jung hatte in der ersten Hälfte eine Chance, als er nach feinem Pass von Marcos Alvarez erst an den Pfosten schoss und im Nachschuss an KSC-Torwart Markus Miller scheiterte (14.). Ansonsten plätscherte die Partie lange so dahin, es war ein belangloses Freundschaftsspiel.
Im zweiten Abschnitt ging bei der Eintracht allerdings gar nichts mehr. Skibbe hatte - wie beim souveränen 5:1-Sieg gegen Oberhausen tags zuvor- seine komplette Elf ausgetauscht. Die Spieler, die im zweiten Durchgang auf dem Feld standen, dürften keine Bonuspunkte gesammelt haben. Gastspieler Karlo Primorac zeigte eine absolut enttäuschende Vorstellung. Serhat Akin (70.), Matthias Cuntz (84.) und Macauley Chrisantus (86.) schossen den Sieg für die Karlsruher gegen müde Frankfurter hinaus.
Müde waren die Eintracht-Spieler deshalb, weil sie am Vormittag eine knackige Laufeinheit hinter sich gebracht hatten. 36-mal mussten sie gut 90 Meter laufen, nicht im Vollsprint, aber doch sehr zügig. Für eine Strecke durften sie nicht länger als 17 Sekunden brauchen. Die Beine waren entsprechend schwer. "Natürlich darf Müdigkeit eine Entschuldigung sein", sagte Skibbe. Aber ob er diese Entschuldigung akzeptiert, ließ er offen.
Und doch: Testspiele haben für Skibbe, wie er betont, "keinen sportlichen Wert", die Ergebnisse seien absolut zweitrangig. Er habe auch bewusst seine Trainingsinhalte nicht auf die beiden Privatpartien abgestimmt. "Wir müssen in der kurzen Winterpause die Grundlagen für eine lange Rückrunde legen", begründet der Coach. "Da kann ich auf die Spiele keine Rücksicht nehmen." Eine Leistung wie die in der zweiten Hälfte gegen den KSC will Skibbe trotzdem nicht tolerieren.
Eintracht, 1. Hälfte: Nikolov - Jung, Chris, Preuß, Spycher - Schwegler - Ochs, Caio, Titsch-Rivero, Alvarez - Tsoumou. 2. Hälfte: Nikolov - Mahdavikia, Franz, Russ, Petkovic - Teber - Heller, Meier, Toski, Köhler - Primorac.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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