Am Spieltag traute Marcel Heller so um die Mittagszeit seinen Augen nicht. Sein Name stand da an der Tafel, in der Startaufstellung, gegen die Bayern. Für den schmächtigen Flitzer ging ein Traum in Erfüllung, einer, der schon zerplatzt schien. Am Vortag noch, nach dem Abschlusstraining, wirkte der Flügelflitzer etwas geknickt, in den Trainingsspielen stand er stets in der B-Elf, "es wird wohl nichts", sagte er. So richtig verstehen konnte er das nicht. "Wann, wenn nicht jetzt, soll ich meine Chance bekommen?", fragte er flehend. Es sollte doch noch alles gut werden.
Als Heller dann kurz nach dem Anstoß schon das erste Mal auf rechts durchbrach und den ersten Eckstoß rausholte, war die Nervosität verflogen. Es folgten wahre Festspiele auf rechts. Gemeinsam mit dem hinter ihm postierten Sebastian Jung mischte er die linke Abwehrseite der Bayern auf, wo der hochgelobte, aber erst 17 Jahre alte und auf der ungewohnten Verteidiger-Position spielende David Alaba nie Herr der Lage wurde. Heller sprintete dem Österreicher immer und wieder immer davon.
"Man weiß ja, Alaba ist ein sehr talentierter Spieler", sagte der sieben Jahre ältere Heller im Stile eines alten Hasens. "Aber er muss auch noch ein bisschen was lernen." Heller schlug auch sehr brauchbare Flanken, gleich vier mehr oder minder hochkarätige Torchancen bereitete der 24-Jährige vor. Er war nie zu halten, nie zu stoppen. Es war ein kluger Schachzug von Trainer Michael Skibbe, den eminent schnellen Heller einzubauen - und es war durchaus mutig. Man muss wissen: Vor dieser Begegnung hatte der frühere U21-Nationalspieler ganz genau sieben Minuten gespielt.
Skibbe bescheinigte dem einst als große Nachwuchshoffnung gehandelten Rechtsfuß eine gute Entwicklung in den zurückliegenden Monaten. "Er hat lange genug daran gearbeitet, seine Chance zu bekommen", begründete der Trainer, denn: "Er hat sich deutlich verbessert." Vor allen Dingen hat er ihm eingebimst, "dass das Spielfeld irgendwann endet". Ein dezenter Hinweis darauf, dass der flinke Flügelmann oft die Übersicht verlor und mit dem Ball fast schon ins Toraus sauste. "Er musste lernen, rechtzeitig zu flanken", sagt Skibbe. Dann ist sein enormes Tempo sein großer Trumpf. "Dagegen ist kein Kraut gewachsen, wenn er sich den Ball vorlegt und hinterher hechelt." Und so spielte Heller auch gegen die Bayern - geradlinig, schnörkellos, zielstrebig. Wenn er ins Kombinationsspiel eingebunden wird, offenbart er nämlich nach wie vor so mache Schwäche.
Heller freute sich über seine erstaunliche Leistung. "Ich habe meine Stärken ausgespielt und das Vertrauen des Trainers zurückgezahlt", sagte er. Am Saisonende will er sich eigentlich neu orientieren. Er hat ein erstes Bewerbungsspiel hingelegt . (dur)
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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