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Europapokalfinale 1960: "Wir waren doch Hobbykicker"

Dieter Lindner erinnert sich im FR-Interview an das Europapokalfinale 1960 der Eintracht in Glasgow gegen Real Madrid.

Dieter Lindner, 69, Ehrenspielführer, war  damals  gegen Real  gerade 20 Jahre alt.
Dieter Lindner, 69, Ehrenspielführer, war damals gegen Real gerade 20 Jahre alt.
Foto: A. Harder

Herr Lindner, 1960 standen Sie im Europapokalfinale mit der Eintracht im Hampden Park in Glasgow gegen Real Madrid. Wie war das damals?

Wir waren die erste deutsche Mannschaft, die es in ein Europapokalfinale geschafft hatte. Das war, nach dem WM-Sieg 1954, der größte Erfolg einer deutschen Mannschaft.

Und Sie haben mit 3:7 die Hütte ganz schön voll gekriegt.

Ja, schon. Aber wir haben auch drei Tore geschossen. Sie müssen bedenken: Real, das war eine halbe Weltauswahl mit di Stefano, Puskas, Santamaria, Gento. Wir waren doch Hobbykicker. Wir haben zweimal die Woche trainiert, von 16.30 bis 19 Uhr. Die waren Profis. Für das Endspiel habe ich mir Urlaub genommen. Ich war bei der Stadt Frankfurt angestellt.

Trotzdem sind Sie in Führung gegangen.

Ja, Richard Kreß schoss das 1:0, wir hatten sogar noch einen Lattentreffer. Aber es war klar: Auf Dauer konnte das nicht gut gehen.

Warum war Real so viel besser? Das waren alles Weltklassespieler, die hatten eine tolle Technik, waren erstklassig trainiert und hatten mehr Kondition. Da hat nicht Hinz und Kunz gespielt. Di Stefano war wie ein Feldherr. Wenn da einer einen Fehlpass gespielt hat, hat er den zusammengestaucht, aber fragen Sie nicht, wie. Und Puskas..., ich habe selten einen Spieler gesehen, der so präzise schießen konnte. Oder Gento, das war damals der schnellste Linksaußen der Welt. Real gehörte damals mit Inter Mailand und dem FC Santos mit Pele zu den drei besten Teams der Welt.

Und Sie waren als 20-Jähriger dabei. Gegen wen haben Sie gespielt?

Weiß ich nicht mehr. Ich vergesse immer den Namen meines Gegenspielers. Ich habe halbrechts gespielt. Als junger Mann dabei zu sein, war für mich das Tollste überhaupt. Auch in diesem Stadion vor 135 000 Zuschauern, einmalig. Und nach dem Spiel haben wir als faire Verlierer Spalier gebildet für die Spanier. Wir haben deren überragende Leistung anerkannt. Das haben wir uns von Glasgow Rangers abgeguckt, nachdem wir sie im Halbfinale 6:1 und 6:3 geschlagen hatten.

Interview: Thomas Kilchenstein

Datum:  12 | 8 | 2008
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1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
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