Schön ist das Fußballerleben. Zumindest, wenn man Markus Pröll heißt und bei der alltäglichen Arbeit wieder einen Sinn findet. Auf dem beheizten Rasenplatz an der Wintersporthalle im Schatten der Arena hat der Torwart der Frankfurter Eintracht gestern geschuftet wie ein Berserker. Mit kurzer Hose und ulkiger Mütze flog und faustete der 29-jährige Schlussmann so formidabel bei den Schüssen von Andreas Menger, dass der Torwarttrainer irgendwann urwaldähnliche Rufe ausstieß. Es sah vortrefflich aus, was Pröll beim Abwehren des gold-weißen Balles anstellte; die Eintracht-Profis probten bereits gestern mit der Kugel, mit der am Samstag bei Werder Bremen gespielt wird, wenn der hessische Bundesligist im Weserstadion gastiert.
Pröll arbeitete wohl auch deshalb so konzentriert, weil sein Konkurrent Oka Nikolov doch eher zurückkehren könnte als zunächst angenommen. Der Stammtorhüter wird nach seinem Sehnenanriss in der rechten Fußsohle nicht operiert. "Oka droht sicher nicht das Karriereende", sagte Mannschaftsarzt Christoph Seeger, "er wird bei normalem Heilungsverlauf in acht bis zwölf Wochen wieder zwischen den Pfosten stehen." Das wäre im besten Fall noch vor Beginn der Rückrunde. Die Ärzte haben entschieden, dass der 34-Jährige konservativ behandelt werden soll, Nikolov trägt eine spezielle Bandage und bewegt sich mit Krücken fort.
Fenin hat Schnupfen
Gar nicht bewegt bei den beiden gestrigen Übungseinheiten unter dem strengen Blick von Trainer Friedhelm Funkel hat sich Martin Fenin.
Doch wer angesichts des Fehlens des formstarken Tschechen glaubte, die Verletzungsmisere habe sich noch weiter verschlimmert, den beruhigte der Chefcoach sogleich: "Martin ist nur leicht verschnupft."
Heute soll der Stürmer wieder mitmischen, Funkel lässt am Mittwoch und Donnerstag übrigens um 15 statt um 10 Uhr trainieren, "ich will einfach den Rhythmus mal verändern".
Die Startelf fürs Bremen-Spiel dürfte zumindest auf einer Position geändert werden: Kaum vorstellbar, dass der defensivschwache Caio erneut beginnen darf. Dem lethargischen Problem-Brasilianer unterliefen auch gestern beim Spiel mit drei Mannschaften auf einem 30 mal 30 Meter großen Feld viel zu viele Ballverluste. "Was wir da machen, überlegen wir uns noch", beschied Funkel.
Ihm ist es ein besonderes Anliegen, in drei Tagen Werder-Dauerbrenner Thomas Schaaf begegnen zu dürfen. "Wir beide habe es als Trainer am längsten ausgehalten. In der Zeit haben andere Vereine sechs oder acht Leute verbraucht." Schaaf feiert im Mai 2009 in Bremen sein zehnjähriges Dienstjubiläum, "vielleicht schaffe ich das ja in Frankfurt auch. Das wäre doch mal ein Anreiz", sagte der 54-Jährige - und lachte. War wohl mehr ein Scherz.
Bloß keine Rechenspiele
Gar nichts hält der lebenslustige wie feierfreudige Rheinländer übrigens von den Milchmädchenrechnungen im Umfeld: Manch einer kalkuliert ja mit 19 Punkten bis zur Winterpause - dabei Niederlagen in Bremen und Hamburg ebenso wie einen Sieg gegen Bochum voraussetzend. "Trainer ticken da anders", entgegnet Funkel. Es könne alles ganz anders kommen, und er erinnert nur an die jüngere Historie. "Wir haben schon gegen Bochum zu Hause verloren und vor anderthalb Jahren völlig verdient in Bremen gewonnen und denen die Meisterschaft verdorben."
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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