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Beim morgendlichen Schusstraining unter der Sonne Kärntens zeigte Alexander Meier, der Meister der Innenseite, mal wieder, was eine Harke ist. Der Lange setzte die Bälle gleich reihenweise ins Netz, mal rechts, mal links, immer sehr überlegt, immer mit Köpfchen. Das kann er, der Alex Meier. Andere tun sich da schon schwerer.
Maik Franz etwa, der beinharte Stopper, oder auch Ümit Korkmaz, der wuselige Dribbler. Beide droschen die Kugel nicht nur übers Tor, sondern auch übers doch sehr, sehr hohe Fangnetz, sodass Fitnesstrainer Michael Fabacher die Bälle auf der Landstraße wieder holen musste. "Jetzt reichts aber, ich war schon zweimal unten im Tal wegen euren Bällen", rief Fabacher lachend zum guten Schluss.
Die Spieler Nikos Liberopoulos (rechts) und Benjamin Köhler von Eintracht Frankfurt geben am 2. Tag im Trainingslager alles.
Foto: RhodeEiner war bei der morgendlichen Einheit gar nicht mit dabei, Mittelfeldspieler Selim Teber hatte am Sonntag beim Spiel in Stadtallendorf einen Tritt gegen den Knöchel bekommen. Das Gelenk ist noch immer angeschwollen und auch verstaucht, er soll am Donnerstag mit einem Tapeverband wieder das Training aufnehmen.
Auch Ioannis Amanatidis soll nach seiner Verhärtung in der Wade in den nächsten Tagen wieder mit der Mannschaft üben können.
Mit Feuereifer sind im Training in Hermagor natürlich auch die Nachwuchsspieler am Ball, für sie hält Trainer Michael Skibbe lobende Worte bereit. "Sie ziehen gut mit, das ist schon gut." Den reifsten Eindruck macht nach Ansicht des Coaches Sebastian Jung. Ihm merke man einfach an, dass er in der vergangenen Runde schon Bundesligaluft schnuppern durfte. "Er macht den gestandensten Eindruck, da spürt man einen Tick mehr Abgeklärtheit."
Jung, 19, spielt in Skibbes Überlegungen sehr wohl eine Rolle, auch wenn der Trainer einschränkt: "Er ist ein Jugendspieler, der noch herangeführt werden muss."
Das gilt ganz sicher auch für Stürmer Cenk Tosun, der im Training sehr ordentlich spielt. Skibbe wünscht sich von dem 18-Jährigen im Spiel aber mehr Akzente, " da ist er mir zu verhalten". Dabei könne doch gerade ein Talent frisch und frei von der Leber wegspielen, er brauche keine Angst vor Fehlern zu haben: "Er müsste ein Schuss Frechheit reinbringen."
Marcel Titsch-Rivero, 19, hingegen ist bisher sicherlich ein Gewinner der bisherigen Vorbereitung, der semmelblonde Mittelfeldspieler überzeugt mit unbekümmertem Spiel, er ist ballsicher, weiß sich zu behaupten, verliert selten den Überblick.
Das sieht sehr vielversprechend aus. Titsch-Rivero, im Gegensatz zu den anderen bisher nicht mit einem Profivertrag ausgestattet, ist auch Vorstandschef Heribert Bruchhagen schon positiv aufgefallen. Und auch Trainer Skibbe ist überzeugt. "Er hat mir in den Spielen gut gefallen."
Kein Urteil wagt er bisher indes bei Marcos Alvarez, den 17 Jahre alten Stürmer, der nach seiner Verletzung erst jetzt wieder so langsam einsteigt. Der junge Mann hat bei Skibbe freilich noch Zeit, um auf sich aufmerksam zu machen. Wie die anderen Jungen.
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