Herr Funkel, mal ganz profan gefragt: Wie wollen Sie Eintracht Frankfurt aus der Krise führen?
Das ist ganz einfach: Wir müssen unsere nächsten Heimspiele gewinnen. Aber ein Patentrezept gibt es nicht. Wir müssen weiter beharrlich und intensiv arbeiten.
Das klingt ja jetzt schon arg nach Durchhalteparole. Ist es nicht zu ruhig? Müsste nicht einer mal auf den Tisch schlagen, die Mannschaft zusammenfalten, freie Tage streichen oder Ähnliches? Müssten nicht mal Reizpunkte gesetzt werden?
Wenn wir grottenschlecht spielen würden, dann wäre ich der Erste, der solche Maßnahmen ergreifen würde. Aber die Mannschaft ist willig und leidenschaftlich. Aber wenn es nicht läuft, dann geht halt ein Ball nicht rein, der normalerweise reingeht. Das mag sich nach einer Floskel anhören, aber das ist im Fußball so. In der vergangenen Saison haben wir die knappen Spiele gewonnen, jetzt verlieren wir sie. Obwohl wir damals nicht besser gespielt haben. Wir müssen es jetzt noch mehr erzwingen.
Aber die Mannschaft hat von den vergangenen 14 Bundesligaspielen neun verloren, das ist
eine unfaire Darstellung. Und, ganz ehrlich, diese Zählweise kümmert mich herzlich wenig. Denn keiner bezieht sich normalerweise auf die letzte Saison. Als wir damals aufgestiegen und schlecht gestartet sind, wurden da die letzten Siege in der zweiten Liga mitgezählt? Nein. Die letzte Saison ist abgehakt, vorbei, beendet. Will das keiner verstehen? Wir haben jetzt eine neue Mannschaft.
Und die hat von sechs Spielen auch keines gewinnen können und ist zudem blamabel aus dem Pokal ausgeschieden.
Das erfreut uns ja auch nicht, und es ist keiner da, der die Situation bagatellisiert und sagt: ,Ach, es sind ja erst sechs Spiele rum.' Nein. Wir nehmen die Situation sehr ernst und wissen, dass wir jetzt auch mal ein paar Spiele gewinnen müssen. Generell muss man aber sagen: Wir hatten jetzt vier Jahre, in denen es nur bergauf ging. Es kann aber auch mal rückwärts gehen. Das haben auch der HSV oder Borussia Dortmund schon erlebt. Wichtig ist nur, dass man nicht alles in Frage stellt. Wir sind weit davon entfernt zu verzweifeln. Wir ergeben uns nicht.
Ihren Freund Jos Luhukay hat in Gladbach in ähnlicher Situation das Schicksal vieler Trainer ereilt: Entlassung. Ist Ihr Vorteil, dass Sie seit mehr als vier Jahren in Frankfurt arbeiten?
Das kann man nicht vergleichen. Jos hat in Gladbach in den vergangenen Wochen keine Rückendeckung gehabt. Insofern war diese Entwicklung abzusehen. Wir arbeiten hier schon lange vertrauensvoll miteinander, wir gehen respektvoll, aber auch kritisch miteinander um. Der Vorstand weiß, wie das Trainerteam tickt. Wir spüren das Vertrauen - aber das müssen wir mit Siegen zurückzahlen.
Gibt es bei Ihnen einen Punkt, an dem Sie sagen: ,Ich werfe die Brocken hin'?
Diesen Punkt sehe ich nicht. Ich bin kampfeslustig. Diese schwierige Situation lähmt mich nicht, im Gegenteil, ich will sie unter allen Umständen meistern. Ich denke nicht daran aufzuhören. Da gehe ich jetzt kerzengerade vorneweg.
War es ein Fehler, einen Spieler wie Sotirios Kyrgiakos gehen zu lassen und einen jungen Mann wie Habib Bellaid an seiner Statt zu verpflichten?
Kyrgiakos war ein gestandener Nationalspieler, der unserer Defensive oft unglaublich gut getan hat. Aber ich war auch nicht immer zufrieden, und es gab auch genügend Spiele, in denen er haarsträubende Böcke geschossen, ja Anfängerfehler gemacht hat. Bellaid ist 21, auch Steinhöfer oder Korkmaz sind noch jung. Und sie kommen jetzt in eine Mannschaft, in der es nicht läuft. Das ist nicht einfach. Aber wir haben uns ganz bewusst dazu entschieden, diesen Schritt mit den jungen Leuten zu gehen.
Und jetzt fällt Alexander Meier auf unbestimmte Zeit aus. Er wird wohl wieder am Knie operiert werden.
Ja, da habe ich ein ganz schlechtes Gefühl. Er hat sich halt in die Obhut seines Leibarztes Bernhard Segesser in Basel begeben. Er hört nur auf ihn. Das ist nicht immer gut. Aber er ist 25 und muss seine eigenen Entscheidungen treffen.
Dafür trainiert Korkmaz heute wieder mit. Ein Hoffnungsschimmer?
Ja. Und Ümit ist, wie man so schön sagt, heiß wie Frittenfett.
Interview: Ingo Durstewitz
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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