Natürlich hätte Alexander Meier auch noch den dritten Streich hinzusetzen können, nach einer guten halben Stunde, es wäre das 3:0 gewesen im Spiel in Fürth, doch Torwart Stephan Loboué hatte was dagegen und kratzte den Kopfball des Eintracht-Profis irgendwie von der Linie. "Mit einer sensationellen Parade", wie Trainer Friedhelm Funkel anmerkte. Es wäre auch des Guten zu viel gewesen, Meier hatte da ja schon zweimal eiskalt zugeschlagen, und letztlich siegte der ziemlich souverän aufspielende Bundesligist aus dem Hessischen mit 3:1 (2:0) im Frankenland bei der SpVgg Fürth, immerhin dem Tabellenvierten der Zweiten Fußball-Bundesliga.
Es war, na klar, ein gänzlich bedeutungsloser Sieg, doch natürlich auch ein Erfolg, der Selbstvertrauen gibt und die Frankfurter Profis mit einiger Zuversicht in die am Samstag in Berlin beginnende Rückserie blicken lässt. Die Generalprobe ist geglückt. "Die Mannschaft steht da, wo wir sie haben wollen", urteilte ein entspannter Trainer Funkel. "Und das ist ein gutes Zeichen."
Es war Alexander Meier, der die Partie in Fürth prägte, der so lange Zeit so schmerzlich vermisste Kreative erzielte nicht nur die ersten beiden Treffer (10./14.), er war die dominierende, die überragende Kraft auf dem Feld. Der 26-Jährige hatte vor 1300 Zuschauern immer seine Füße im Spiel, wenn es gefährlich wurde für die Fürther, der Lange trumpfte im offensiven Mittelfeld groß auf. Funkel ist gottfroh, den nach zwei Knieoperationen wieder genesenen Spieler wieder an Bord zu haben. "Ich weiß, wie stark und wie wichtig er ist", sagte der Coach. "Aber wir bauen ihn weiterhin langsam auf." Deshalb durfte Meier auch in der Halbzeit schon duschen, für ihn kam Caio - und blieb blass.
Natürlich richteten sich in Fürth auch die Augen auf den neuen Mann hinten links, Nikola Petkovic. Der Serbe, am Donnerstag von Roter Stern Belgrad verpflichtet, durfte 66 Minuten mittun, in denen er kaum auffiel. Sein Spiel war sehr auf Sicherheit bedacht, seine Vorstöße waren selten, dann und wann offenbarte er jedoch Stellungsfehler in der Defensive. "Er hat sehr nervös angefangen, aber das ist nicht verwunderlich", analysierte Funkel. "Er braucht Zeit, um sich anzupassen und seinen Rhythmus zu finden." In diese Kerbe schlug auch der Linksfuß, der gestern schnell in die Heimat flog, um seine Siebensachen zusammenzupacken und mit nach Frankfurt zu bringen. "Ich brauche Zeit, um mich zurechtzufinden", sagte er. Zeit, die er im Grunde aber nicht hat.
Schon am Samstag, so ist zumindest die Wunschvorstellung des Trainers, soll Petkovic in Berlin die linke Abwehrseite dicht machen. Funkel zögert allerdings noch, er will den 22-Jährigen im Training jetzt sehr genau beobachten, "um zu sehen, ob er wirklich bereit ist."
Das wäre insofern von Belang, weil Aushilfsverteidiger Benjamin Köhler dann wieder eine Position nach vorne rücken könnte. In Fürth blühte der kleine Techniker im linken Mittelfeld förmlich auf, er bereitete die ersten beiden Treffer von Meier wunderbar vor.
Das dritte Tor erzielte Neuzugang Leonard Kweuke per Abstauber (68.), für Fürth traf Aleksandar Kotuljac kurz vor Schluss (89.). Kweuke, der in drei der vier Testspielen seine Treffsicherheit unter Beweis stellte, wird in der Hauptstadt allerdings hinter dem gesetzten Sturmduo Nikos Liberopoulos und Martin Fenin auf der Bank Platz nehmen müssen. Der Angriff steht also - die Abwehr auch.
In der Innenverteidigung spricht alles für das Pärchen Marco Russ und Chris. Der Brasilianer spielte im Frankenland erstmals nach seiner Schulteroperation, er hielt nicht nur durch, sondern erledigte seine Aufgabe sehr umsichtig und gekonnt. "Er hat Präsenz gezeigt, Zweikämpfe gewonnen, das war sehr ordentlich. Die Tendenz ist gut", sagte Funkel. Mit anderen Worten: Chris ist unverzichtbar und gesetzt. Nur verletzen darf sich der Brasilianer in dieser Trainingswoche nicht mehr.
Dann gilt für Funkel im Grunde: Aus zehn mach elf. Denn es gibt wohl nur noch eine vakante Position, im Mittelfeld nämlich. Neben Köhler, Meier und Michael Fink streiten Mehdi Mahdavikia und Markus Steinhöfer um den Posten auf rechts. Mahdavikia drehte in der Vorbereitung auf, "das war mehr als ordentlich", sagt auch Trainer Funkel und erkennt Steinhöfer den Status des Stammspielers ab. "Die beiden kämpfen jetzt um den einen Platz." Ausgang offen.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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