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Gespräche mit Funkel-Nachfolgern: Rapolder ein Kandidat

Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen führt Gespräche mit potenziellen Funkel-Nachfolgern allein. Auch der Koblenzer Coach Uwe Rapolder ist einer der Kandidaten. Von T. Kilchenstein, W. Hettfleisch und J. C. Müller

Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen bei einer Pressekonferenz.
Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen bei einer Pressekonferenz.
Foto: Getty

Der Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt, Heribert Bruchhagen, wird sich auf der Suche nach einem Nachfolger für Trainer Friedhelm Funkel in den nächsten Tagen mit "drei bis vier Kandidaten" treffen. "Wir haben das Anforderungsprofil im Vorstand mit Dr. Thomas Pröckl und Klaus Lötzbeier erstellt", berichtete Bruchhagen auf der Sponsorenmesse der Eintracht in der Frankfurter Arena. Ein große Rolle dabei spielt, dass der neue Mann "eine Aufbruchstimmung" vermitteln soll und der "Erwartungshaltung" des Publikums entspricht. Ein zweiter Friedhelm Funkel wird es also in Frankfurt ganz sicher nicht geben. Und der neue Coach müsse zum "Charakter der Mannschaft" passen. Bruchhagen wird die Gespräche mit den Kandidaten "in einer sehr vertrauten Atmosphäre alleine" führen.

Bei der Aufsichtsratssitzung am Montagabend in einem Ausflugslokal am Main ist "kein einziger Name gefallen". Auch weil die Trainer-Nachfolge nicht Thema der turnusgemäßen Sitzung gewesen ist, bestätigte Aufsichtsratschef Herbert Becker: "Für die Trainersuche ist allein der Vorstand zuständig." Wenn der Trainer ausgeguckt sei, "werden wir dem Aufsichtsrat die wirtschaftlichen Daten vorlegen", sagte Bruchhagen. Der Rat stimmt dann nach Prüfung zu. Am Montag wurden übrigens Vorstand und Aufsichtsrat von der Hauptversammlung, also den Eigentümern (Verein und Freude der Eintracht), für 2008 entlastet Klar ist, dass die Eintracht im neuen Jahr zwei Millionen Euro einsparen muss. Deswegen sei es abwegig, den ehemaligen Trainer von Real Madrid, Bernd Schuster, überhaupt anzufragen. "Wir haben auch bei der Trainersuche finanzielle Zwänge", sagt Finanzvorstand Pröckl.

Bruchhagen ist zuversichtlich, "zeitnah" einen geeigneten Kandidaten zu finden. "Auch ein Trainer, der zuvor 1,8 Millionen Euro verdient hat, wird sich nicht von vorne herein davor scheuen, zu Eintracht Frankfurt zu wechseln. Die Trainer suchen einen Job in der Bundesliga." Somit dürften Michael Skibbe und Mirko Slomka, der gestern öffentlich als Jol-Nachfolger mit dem HSV kokettierte, in die engere Wahl kommen. Sie müssten sich mit einem Gehalt von nicht mehr als einer Million Euro zufrieden geben. Bruchhagen macht sich nichts vor: "In dem Moment, in dem wir den Trainer bekannt geben, können Sie davon ausgehen, dass 75 Prozent der Fans dagegen sein werden."

Der derzeitige Leverkusener Trainer Bruno Labbadia, dessen Zukunft bei Bayer trotz Vertrags bis 2010 als ungewiss gilt, dürfte kein Thema sein. Einer der Kandidaten ist nach FR-Informationen auch der Koblenzer Uwe Rapolder. "Kein Kommentar", sagte der 50-Jährige, der einst als Konzepttrainer für Furore sorgte.

Bruchhagen stellte klar, dass er sich unter dem noch zu findenden neuen sportlichen Verantwortlichen eine attraktivere Spielweise wünscht. "Wir wollen mit attraktiverem Spiel unser Publikum zurückgewinnen. Wir wissen, woher die Unzufriedenheit der Kunden rührt." Der Spielaufbau sei zu vorhersehbar gewesen, zu oft sei im Aufbau quer gespielt worden. "Ich wünsche mir Spieler, die sich im Mittelfeld in Eins-gegen-Eins-Situationen durchsetzen können, ich wünsche mir schnellere Angriffe und eine präzisere Attacke."

Der 60-Jährige denkt nach eigenen Angaben trotz der Transferflops in dieser Saison nicht darüber nach, sich einen Sportdirektor an die Seite zu stellen: "Unser System funktioniert ausgezeichnet." Chefscout Bernd Hölzenbein "ist ein hochkompetenter Mann". Pröckl ergänzte: "Wir haben seit der Saison 2002/2003 einen Transferüberschuss von 1,2 Millionen Euro erwirtschaftet, da können wir in Gänze nicht ganz so schlecht gelegen haben." Pröckl hat in dieser Rechnung indes nur die Spieler berücksichtigt, die den Verein schon wieder verlassen haben, etwa Naohiro Takahara, der für 750.000 Euro gekommen war und für 1,5 Millionen Euro nach Japan wechselte, oder Albert Streit, der ablösefrei kam und für 2,5 Millionen nach Schalke ging. Seit 2002 hat die Eintracht jedoch für neue Spieler etwa 22 Millionen Euro ausgegeben und nur neun Millionen eingenommen - ein Minus von etwa 13 Millionen Euro.

Autor:  Thomas Kilchenstein, Wolfgang Hettfleisch und Jan Christian Müller
Datum:  26 | 5 | 2009
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2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
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