Eintracht Frankfurt
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19. Dezember 2010

Halbjahresbilanz der Eintracht: Im Soll plus eins

 Von Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein
Der Mann mit der Zipfelmütze. Martin Fenin.  Foto: dapd

Eintracht Frankfurt spielt die beste Hinrunde seit 17 Jahren und will sich nun vorne festbeißen. Klubchef Heribert Bruchhagen nennt die 26 Punkte „ein überragendes Ergebnis“.

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In den Minuten des süßen Triumphs über den Goliath aus Westfalen erinnerte Michael Skibbe an ein Spiel und eine Szene, die schon fast ein Vierteljahr zurückliegt und die mit ziemlicher Sicherheit die meisten schon lange vergessen haben. Damals stand die Eintracht mit dem Rücken zur Wand in der Partie gegen Nürnberg, und dann hämmerten die Franken an diesem sechsten Spieltag und in der 72. Minute binnen 30 Sekunden fünfmal auf das Frankfurter Tor, der letzte Schuss von Mehmet Ekici klatschte ans Aluminium des Frankfurter Tores. Es wäre das 1:1 gewesen, und die Eintracht hätte diese einseitige Partie mit hoher Wahrscheinlichkeit noch verloren, so aber gewann sie letztlich 2:0. „Wenn der Ball damals nicht an den Pfosten, sondern reingegangen wäre“, sagte also Skibbe nach dem Coup über die Dortmunder Übermannschaft, „dann würde wir heute vielleicht nicht über 26 Punkte sprechen, sondern über 16.“ Es geht, das wollte Skibbe nicht zum ersten Mal zum Ausdruck bringen, eng zu in der Bundesliga. Sehr eng.

Die 26 erspielten Punkte kann den Frankfurtern aber keiner mehr nehmen, sie haben sich damit im vorderen Mittelfeld eingenistet, „das ist ein überragendes Ergebnis“, sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. So gut stand die Eintracht nach der Vorrunde seit 17 Jahren nicht mehr da, damals ging sie als Spitzenreiter ins neue Jahr und rettete sich nach 17 weiteren Spielen am letzten Spieltag gerade so in den Uefa-Cup. Schnee von gestern. In die Zukunft starten die Hessen im neuen Jahr in Schlagweite zu den Europa-League-Plätzen. „Nach dem fünften Spieltag oder nach den beiden hohen Niederlagen gegen Hoffenheim und Bayern hätte ich nicht mehr damit gerechnet“, gestand Skibbe, der bekanntlich vor der Saison gemeinsam mit der Mannschaft das ambitionierte Ziel 50 Punkte ausgegeben hatte. Mehr als die Hälfte der Miete ist drin, „plus eins“, wie Kapitän Patrick Ochs sagte. Dazu hat die Eintracht in der Rückserie ein Heimspiel mehr.

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FR-"Volltreffer!" vom 20.12.2010

Geht für die Eintracht womöglich noch mehr? Kann sie gar die internationalen Plätze anpeilen? Trainer Skibbe hat da nach wie vor seine Zweifel. Daran ändert auch ein Sieg gegen die hoch fliegenden Dortmunder nichts. „Da müsste es ja noch optimaler laufen, als es in der Hinserie schon gelaufen ist“, betonte er und erfreute sich lieber an dem Offenkundigen: „Ich bin der Meinung, dass wir gut mithalten können in der Bundesliga.“ Zumindest an guten Tagen. Es ist kein Geheimnis mehr, dass die Eintracht-Fußballer die rechte Einstellung zu den Spielen finden müssen, um konkurrenzfähig zu sein und eine Siegchance zu haben. Lassen sie ein paar Prozentpunkte nach (wie in Hannover, Köln, Bayern oder gegen Hoffenheim), gehen sie leer aus. Die Mannschaft muss am Limit spielen, muss an ihre Grenzen kommen oder darüber hinausgehen, um auf ein Niveau zu erreichen, das sie über den Durchschnitt hebt. Die Spieler wissen das selbst. Auch deshalb haben sie sich nach der ärgerlichen Niederlage in Köln nochmals im internen Kreis zusammengesetzt. Sie wussten, dass es für sie in der Partie gegen Dortmund auch um die Aussichten für die Rückserie geht. Bei einer Niederlage hätte die Eintracht gegen die große Langeweile anspielen müssen.

Deshalb war der achte Saisonsieg so enorm wichtig, der Erfolg hat auch psychologische Auswirkungen. „Der Sieg war entscheidend für den Kopf. Jetzt sehen wir, dass wir oben dran bleiben können. Mit 23 Punkten wäre doch klar gewesen, dass mehr als Mittelfeld nicht drin gewesen wäre“, sagte Ochs.

Und als Zugabe geht es am Mittwoch im DFB-Pokal zum Zweitligisten Alemannia Aachen. Ein Einzug ins Viertelfinale wäre das i-Tüpfelchen auf einer rundum gelungenen Hinrunde (und brächte 1,125 Millionen Euro). „Wir fahren jetzt nach Aachen, kommen da eine Runde weiter, dann gibt es für den Verein gutes Geld, wir holen einen neuen Innenverteidiger und dann gucken wir mal, was im neuen Jahr noch so geht für uns“, wagte ein schmunzelnder Ochs einen vagen Ausblick auf die nahe Zukunft. Klinkt einfach. In der Theorie.

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