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Herbert Becker: "Wenn Bruchhagen Geld braucht, muss er kommen"

Eintracht-Aufsichtsratschef Herbert Becker sieht den Klub auf dem Transfermarkt weiterhin handlungsfähig. Michael Skibbe begnadigt Nikola Petkovic. Von Thomas Kilchenstein

Eintracht im Trainingslager im Zillertal

Am Sonntag hat der Frankfurter Aufsichtsratsvorsitzende Herbert Becker der Eintracht im Trainingslager im Zillertal einen Besuch abgestattet. Ohne Harley-Davidson wie früher, der Mann ist über 70, dafür aber mit einer guten Nachricht: "Wenn Heribert Bruchhagen Geld braucht für einen Spieler, muss er kommen und darüber reden. Wir sind entscheidungsfähig. Heribert Bruchhagen ist am Zug", sagte Becker, der einigermaßen zuversichtlich ist, dass Eintracht Frankfurt noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen wird: "Wir haben noch vier Wochen Zeit." Sogar noch sieben Wochen bis zum 31. August, wenn die Transferliste bis zum Jahresende schließt. Und Bedarf hat der hessische Bundesligist allemal, im Mittelfeld will Trainer Michael Skibbe noch eine Verstärkung, zudem täte dem ausgedünnten Sturm ein weiterer Angreifer gut.

"Halber Spieler" an den e. V.

Zuletzt freilich hat es im Klub zwischen der Fußball-AG und dem Mehrheitsgesellschafter Verein eine gewisse Verspannung gegeben. Grund war, wie Bruchhagen unlängst süffisant sagte, ein "überraschender Geldabfluss". Ob er tatsächlich so überraschend war, ist nicht sicher. Der Verein erklärte, er habe den Vorstand rechtzeitig in Kenntnis gesetzt. Becker will das nicht kommentieren, "ich will die Sache runterkochen." Die Sache ist: Vom Bilanzgewinn aus 2008 in Höhe von 3298427 Euro wollten Vorstand und Aufsichtsrat lediglich 420375 Euro an Gewinn ausschütten.

In der Hauptversammlung wurde freilich beschlossen, mehr auszuschütten, nämlich 1,121 Millionen Euro. Davon erhält der Verein 72 Prozent und die Freunde der Eintracht, ihren Anteilen entsprechend, 28 Prozent mithin wurden damit rund 700000 Euro mehr ausgezahlt, als Vorstand und Aufsichtsrat das wollten. "Das ist völlig legitim", sagte Becker am Montag. Nur fehlt dieses Geld jetzt Bruchhagen bei der Verstärkung des Kaders, "für die Summe kriegst du einen halben Spieler", sagte Becker.

Ohnehin muss Bruchhagen den Profikader, vornehmlich aus finanziellen Gründen, reduzieren. "Der nächste Transfer ist ein Spieler, der uns verlässt", kündigte er an. Nur: Derzeit will keiner gehen. Bruchhagen aber braucht Geld, der Etat der Lizenzspielerabteilung soll um 2,5 Millionen auf 23 Millionen Euro verkleinert werden. Andererseits muss die Tochter AG ihre Mutter Verein weiterhin unterstützen: 1,2 Millionen Euro fließen jedes Jahr für die Namensrechte, dazu jüngst zwei Millionen Euro für das (von der DFL zwingend vorgeschriebene) Leistungszentrum. Die AG hat in diesem Jahr also knapp vier Millionen Euro an den e.V. überwiesen und nimmt zudem drei, vier Talente aus U 23 und U 19 "auf die Payroll" (Becker).

Derweil setzen sie bei der Eintracht einige Manpower ein, um Kunden zurückzuholen, die auch wegen der Finanzkrise ihre Logen (die teuerste kostet 180000 Euro) gekündigt hatten. Von 80 Logen wurden etwa 30 gekündigt. Immerhin, eine gute Nachricht für die Eintracht, sind die Business-Seats ausverkauft.

Rein sportlich erwartet Trainer Michael Skibbe von seiner Mannschaft "eine deutliche Reaktion und ein deutlich besseres Spiel" in der heutigen zweiten Testbegegnung in Jenbach (Österreich) gegen den ukrainischen Meister Dynamo Kiew. Vor allem die Spieler, die bei der 1:2-Blamage gegen Wattens negativ auffielen, sollen eine Bewährungschance erhalten. Und auch Nikola Petkovic, der eigenmächtig seinen Urlaub um eine Woche verlängert hatte. Ob diese Entscheidung Skibbes klug ist, Petkovic gleich wieder spielen zu lassen, wird sich weisen. Fürs Binnenklima könnte diese schnelle Begnadigung eine erste Belastung werden. "Auch der Mannschaftsrat wollte, dass er ins Team zurückkehrt", sagte Skibbe.

Autor:  Thomas Kilchenstein
Datum:  7 | 7 | 2009
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
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