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In der Wohlfühl-Zone: Ein ganz neues Eintracht-Gefühl

Die Frankfurter Überraschungself will auch im ersten Spitzenspiel seit Jahren frech auftrumpfen. Ohnehin hat sie gegen den Tabellenführer aus dem hohen Norden nicht so viel zu verlieren. Von Thomas Kilchenstein

Zeigt her eure Füße. Eintracht-Profis bei auflockernder Ballarbeit.
Zeigt her eure Füße. Eintracht-Profis bei auflockernder Ballarbeit.
Foto: ddp

Der Torschuss von Marco Russ war hart, dafür unplatziert, er landete an der Schläfe von Nikos Liberopoulos. Der Grieche sank schwer getroffen zu Boden, wie von Verteidiger-Bein gefällt. Sekundenbruchteile später sprang er auf, klatschte in die Hände und lachte laut los. Später dann, im abschließenden Flanken-Torschusstraining ohne Gegenspieler, schienen die Feldspieler schon klar auf der Gewinnerstraße, 20 Tore bei 60 Flanken war die Vorgabe, dann hätten die Torhüter 30 Liegestütze machen müssen. Als die 51. Flanke hereinsegelte, fiel gerade das 19. Tor. Doch das 20. schafften die Kicker nicht mehr, also mussten sie runter ins Gras.

Wohlfühl-Zone Eintracht

Da war sie wieder, die Wohlfühl-Zone Eintracht Frankfurt. Gute Laune und noch bessere Stimmung herrscht beim Bundesligisten vor, selbst wenn das tägliche Üben auf 80 Minuten ausgedehnt wird. Die Spieler sind mit Feuereifer bei der Sache, auch weil die nächste Bewährungsprobe immer näher rückt: "Die Freude auf das nächste Spiel ist da", sagt Trainer Michael Skibbe.

Und das nächste Spiel, am Sonntag, 15.30 Uhr, gegen den Hamburger SV, ist auch kein gewöhnliches. Es ist das Spiel zweier ungeschlagener Mannschaften, es ist das Spiel Vierter gegen Erster, ein völlig neues Eintracht-Gefühl, und wenn man so will, ist es das erste Spitzenspiel in der ersten Liga mit Beteiligung der Eintracht seit der Saison 1993/1994. Damals spielten noch Stein, Okocha, Gaudino, Yeboah und Co., und Klaus Toppmöller, der Trainer, ließ Fußball 2000 spielen. Michael Skibbe war damals 28, er war auch schon damals Trainer, und dieser Michael Skibbe sagt heute zu dieser netten Momentaufnahme: "Das ist eine schöne Situation. Die hat sich die Mannschaft in den letzten vier, fünf Wochen erarbeitet. Das ist ja alles kein Zufall. Und deshalb darf die Mannschaft auch frech aufspielen."

Sie hat ja gegen den Tabellenführer aus Hamburg auch nicht so viel zu verlieren. Selbst große Optimisten rechnen nicht mit einem hohen Sieg. Genau diese Chance wollen die Hessen nutzen. "Wir wollen so offensiv wie möglich und so frech wie möglich auftreten, wir wollen so spielen, wie man in einem Heimspiel auftreten muss", gibt sich Skibbe kämpferisch. Nach wie vor gilt ja der Satz des 44-Jährigen Fußball-Lehrers, wonach die Eintracht zu Hause auch gegen große Gegner offensiv und Pressing spielen, zumindest aber den Vorwärtsgang einlegen will. Das werde man, so Skibbe, auch gegen den HSV versuchen.

Und dieser HSV, bestens in die Runde gestartet, spürt wohl schon den heißen Atem des Verfolgers. Glaubt wenigstens Skibbe: "Ich bin mit sicher: Auch der HSV weiß, dass das am Sonntag kein leichtes Spiel werden wird. Er weiß, dass in Frankfurt eine hohe und schwer Hürde steht."

Ein kleines Fragezeichen steht nur noch hinter dem Einsatz von Christoph Spycher, der noch immer wegen seiner Rückenprobleme nicht am Mannschaftstraining teilgenommen hat. Skibbe ist aber, klar, zuversichtlich, den Schweizer einsetzen zu können. Und Liberopoulos kann auch spielen, Russ ist ja in seinem Team.

Autor:  Thomas Kilchenstein
Datum:  17 | 9 | 2009
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2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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