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Eintracht Frankfurt
Spielberichte und Interviews, News und Hintergründe zu Eintracht Frankfurt

23. Juli 2015

Interview Heribert Bruchhagen: "Ich werde keine Ratschläge erteilen"

Leidet immer mit: Heribert Bruchhagen.  Foto: dpa

Eintracht Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen geht in seine letzte Saison im Profifußball. Sein Wunsch für das Abschiedsjahr: Kein Abstiegskampf mit der Eintracht.

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Am Donnerstag ist Heribert Bruchhagen aus Österreich in die Heimat zurückgekehrt. Für den Vorstandschef von Eintracht Frankfurt war es der letzte Aufenthalt im Sommertrainingslager. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur spricht Bruchhagen über seinen nahenden Abschied vom Profi-Fußball sowie seine Hoffnungen und Erwartungen für die Saison.

Drei Wochen vor dem Bundesligastart hat man hat den Eindruck, es herrscht Aufbruchstimmung bei der Eintracht. Empfinden Sie das auch?
Die Fragestellung ist falsch. Wir sind im Vorjahr Neunter geworden, haben 43 Punkte geholt mit einer erneuerten Mannschaft. Die sportlichen Resultate haben also gestimmt. Was etwas anders ist, ohne Zweifel, ist die Art der Führung. Aber wenn die Stimmung gut ist, hat das nicht gleich Auswirkungen auf die Leistung. Aus der wirklich harmonischen Atmosphäre, die man ja spürt, kann man nicht zwingend ableiten, dass sich auch der sportliche Erfolg einstellt.

Was erhoffen Sie sich von der Saison?
Die Messlatte sind die Ergebnisse der letzten Jahre. Ich bin ganz stark an der Realität orientiert. Wir müssen einfach anerkennen, dass die sechs großen Vereine - Bayern München, VfL Wolfsburg, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 - das Tabellenbild vorne prägen werden. Da muss man kein Prophet sein. Dahinter bewegen sich sechs bis acht Traditionsvereine, die alle hoffen, dass das Pendel nach oben ausschlägt. Das heißt, die realistische Ränge liegen für Eintracht Frankfurt zwischen Platz neun und zwölf.

Trainer Armin Veh hat bei seiner Rückkehr nach Frankfurt gesagt, er möchte ein wenig träumen. Die Fans träumen natürlich mit. Sie auch?
Nicht alles, was ich mir wünsche, muss ich auch aussprechen. Dazu lasse ich mich nicht hinreißen. Ich versuche, das Ganze immer realistisch zu analysieren, weil ich glaube, dass dies der richtige und beste Weg für die Eintracht ist. Damit bin ich all die Jahre gut gefahren.

Nach der Saison gehen Sie in den Ruhestand. Kommen Ihnen manchmal schon Gedanken an das nahende Karriereende im Profifußball?
Bislang noch gar nicht. Die Alltagsgeschäfte laufen wie immer. Es ist nicht so, dass ich darunter leide, dass ich zum Beispiel das letzte Mal mit einer Mannschaft im Sommertrainingslager war. Es ist so, in der Tat. Aber man bereitet sich im Kopf lange genug darauf vor. Ich denke, dass ich das erst dann spüre, wenn ein Nachfolger kommt. Wann das genau sein wird, weiß ich nicht.

Werden Sie ihren Nachfolger einarbeiten?
Vorstandschef eines Bundesligisten zu sein ist ja nichts Akademisches. Da gibt es das Tagesgeschäft, ein paar Verträge und Sachverhalte, die man erklären muss. Das dauert vielleicht ein, zwei Wochen. Dann gibt man die Verantwortung ab.

Entscheidungen delegieren

Sie bleiben aber auf jeden Fall bis zum 30. Juni 2016?
Ja. Ich werde aber bei Entscheidungen, die über meine Amtszeit hinausgehen, sehr zurückhaltend sein. Das ist klar. Es wird die Zeit kommen, wo man Entscheidungen delegiert und nicht mehr selbst trifft.

Werden Sie in die Suche eines Nachfolgers eingebunden sein?
Das ist die Aufgabe des Aufsichtsrates. Daran beteilige ich mich nicht. Das wäre auch schwierig. Man hat seine Vorstellungen, orientiert sich an den eigenen Handlungsweisen. Ich bin immer sehr sportorientiert gewesen; nicht aus Neigung Vorstandsvorsitzender geworden, sondern war Fußball-Manager. Aber vielleicht will der Verein etwas Neues machen, den Schwerpunkt mehr auf Internationalisierung, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit legen. Es könnte sein, dass sich die Eintracht anders ausrichten möchte. Das muss Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing entscheiden.

Zum Tagesgeschäft. Wie schwer ist es, auf dem derzeit überhitzten Transfermarkt gute Leute zu zivilen Preisen zu verpflichten?
Wir haben einen vorgegebenen Lizenzspieleretat von etwa 35 Millionen Euro. An den müssen wir uns halten. Wenn links und rechts des Weges die Preise geradezu explodieren, dann relativiert das natürlich die Handlungsmöglichkeiten unseres Sportdirektors Bruno Hübner. Aber das geht anderen Vereinen auch so. Deshalb müssen wir bei der Auswahl umso treffsicherer sein. Wir kaufen Spieler, die zwischen zwei und drei Millionen Euro Ablöse kosten. Das ist unsere Kategorie.

Sie leiden bei den Spielen der Eintracht immer mit, erleben den Abpfiff manchmal nur in den Stadionkatakomben. Wird das in ihrer letzten Saison auch so sein oder bekommt man mehr Abstand?
Der besondere Druck entsteht nur im Abstiegskampf. Weil das für Eintracht Frankfurt verheerend ist und uns riesige Probleme bereitet hat, die wir in Ruhe und unaufgeregt gelöst haben. Das geht schon an die Substanz. Wenn wir wunderbar im Mittelfeld der Liga, fernab von allen Abstiegsgedanken segeln, werde ich sicher auch häufig das Spielende auf meinem Tribünenplatz erleben.

Sie haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie kein Freund der Torlinientechnologie sind. Nun wird sie doch eingeführt. Können Sie sich mittlerweile damit anfreunden?
Selbstverständlich. Das macht mir gar nichts aus. Es muss sich nur noch herausstellen, dass sie hundertprozentig funktioniert.

Der Eintracht steht durch den Aufstieg von Darmstadt 98 mal wieder ein Hessenderby ins Haus. Freuen Sie sich darauf?
Das ist in unserem Sinne. Die Partie wird sicherlich ausverkauft sein. Gegen Paderborn war das nicht so. Es ist also auch wirtschaftlich interessant. Sportlich sind die Darmstädter in der Liga krasser Außenseiter. Das wissen sie auch selbst.

Und die sportliche Rivalität zu Mainz 05?
Die macht einem Freude. Die Kollegen dort arbeiten großartig. Es muss immer unser Ziel sein, die Mainzer zu überflügeln. Das ist der Anspruch von Eintracht Frankfurt. Aber es ist schwer.

Mit welchem Gefühl möchten Sie am letzten Spieltag auf der Tribüne sitzen?
Ich würde mich freuen, wenn wir das Ergebnis aus dem Vorjahr wiederholen und einen ordentlichen Tabellenplatz belegen. Ich werde danach übrigens weiter zu den Spielen gehen, mich aber nicht mehr zum aktuellen Geschehen äußern. Ich werde den dann handelnden Personen keine Ratschläge erteilen.

Interview: DPA

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