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Interview mit Jermaine Jones: "Wenn du das Eintracht-Trikot trägst, musst du die Kickers einfach schlagen"

Die Kickers gegen die Eintracht? Alles halb so wild, meint Jermaine Jones im FR-Gespräch: Schalke gegen Dortmund - das ist ein Ding!

Jermaine Jones vor dem Bundesliga-Spiel von Schalke gegen Bayer Leverkusen im Mai 2009.
Jermaine Jones vor dem Bundesliga-Spiel von Schalke gegen Bayer Leverkusen im Mai 2009.
Foto: Getty

Herr Jones, Sie haben ja nun auch schon einige Derbys zwischen Schalke und Dortmund mitgemacht. Kommt da der Vergleich Frankfurt gegen Offenbach mit?

Nee, nicht wirklich. Schalke gegen Dortmund - das ist noch mal 'ne ganz andere Nummer, das ist etwas anderes. Allein der Ansturm der Massen ist ungleich höher, die Leute sind schon Tage vorher aus dem Häuschen, das spürt man an jeder Straßenecke. In Gelsenkirchen wird man ständig angesprochen, und es ist auch verpönt, schwarz-gelbe Klamotten anzuziehen. Da wird man dann schon mal von der Seite angemacht. Das Rhein-Main-Derby ist auch ein hartes und gutes Derby, keine Frage, aber ich würde es eine Klasse tiefer ansiedeln. Das ist doch eher nicht vergleichbar. Und man spürt auch erst dieses spezielle Flair, wenn man in Offenbach im Stadion einläuft. So ging es mir zumindest. Vorher war da nicht so viel zu spüren von großer Rivalität oder so. Da ist in Frankfurt nicht so viel Theater wie hier auf Schalke vor so einem Spiel.

Dabei treffen Schalke und Dortmund doch dauernd aufeinander, Frankfurt und Offenbach hingegen eher selten - oder, besser gesagt, nur dann, wenn es die Glücksfee gut meint. Das war in den zurückliegenden Jahren allerdings häufiger der Fall.

Dafür stehen die Schalker Spiele gegen den BVB auch auf einem anderen Niveau, das sind hochklassige, packende Duelle voller Adrenalin und Emotionen. Das Ruhrgebiet lebt da halt noch intensiver mit dem Fußball, obwohl es in Frankfurt auch schon extrem ist. Und als Spieler weiß man ja, dass man in diesem Spiel niemals zurückziehen darf, sonst hat man verloren. In diesen Partien ist noch mehr Kampf und noch mehr Biss. Es geht halt auch um mehr. Denken Sie daran, wie Dortmund den Schalkern die Meisterschaftschance versaut hat... Bei der Eintracht und den Kickers ist es ja auch so, dass da immer mindestens eine Spielklasse zwischen den Klubs liegt. Die Eintracht ist einfach eine Stufe höher. Und deshalb ist die Konstellation da auch immer gleich: Die Eintracht muss gewinnen. Alles andere ist nicht akzeptabel.

Sie haben jetzt über die Bedeutung der Derbys im Allgemeinen gesprochen, welchen Stellenwert hat für Sie persönlich das Spiel Frankfurt gegen Offenbach?

Das ist für mich, wie für Manuel Neuer hier bei uns auf Schalke. Er ist Schalker durch und durch, er stand als Bub schon im Schalker Fanblock. Für ihn ist dieses Derby Schalke gegen Dortmund das Größte. Bei mir ist es umgekehrt. Ich bin ein Frankfurter Junge, ich bin geboren und aufgewachsen in Frankfurt, ich bin ein Teil dieser Stadt, ich habe jahrelang für die Eintracht gespielt, ich war Kapitän. Da ist es doch klar, dass ein Spiel gegen Offenbach für mich natürlich was ganz Besonderes ist. Dir wird schon als Kind eingetrichtert: "Wenn du das Eintracht-Trikot trägst, musst du die Kickers schlagen." Das ist halt einfach so. Das Schalker Derby ist, wie gesagt, größer irgendwie. Aber für mich ist das Derby Eintracht gegen den OFC das wahre Derby.

Sie haben ja auch eine gewisse Derby-Vorgeschichte. Beim vorletzten Aufeinandertreffen in Offenbach am 1. September 2003 haben Sie den entscheidenden Strafstoß im Elfmeterschießen verwandelt. Können Sie sich noch an diese Sekunden erinnern?

Natürlich, der Offenbacher Torwart Cesar Thier war noch dran, aber der Ball war drin. Da brach dann alles aus mir heraus.

Das konnte man sehen, sie provozierten die Kickers-Fans mit Ihrem Jubellauf vor den OFC-Fanblock. Danach begann ein Spießrutenlauf für Sie.

Da kam halt der ganze Frust aus mir heraus, ich saß ja gefrustet auf der Bank und musste mich warmlaufen. Und da musste ich mir ja so einiges anhören, da bin ich schon heftig beschimpft worden. Und dann habe ich, als Revanche sozusagen, diesen Lauf gestartet und die Faust geballt. Später wurde dann geschrieben, ich hätte den Mittelfinger gezeigt, aber das stimmt nicht. Aber ich habe da schon ein schönes Ding abgezogen, das ist korrekt.

Die Offenbacher Anhänger fanden das nicht so lustig, die sind auf die Barrikaden gegangen.

Ja, aber das war mir scheißegal. Ich saß da in den Katakomben - und draußen haben die getobt. Aber mir war es egal. Ich habe gewonnen. Ich habe es denen gezeigt. Diese Siege tun den anderen noch mehr weh und einem selbst tun sie unglaublich gut. Wie gesagt: Wenn du das Eintracht-Trikot trägst, dann musst du die Kickers schlagen. Und dann freust du dich, wenn die anderen leiden.

Interview: Ingo Durstewitz

Datum:  31 | 7 | 2009
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1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
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17 Alemannia Aachen 30:47 31
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