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Interview mit Markus Steinhöfer: "... dann muss ich umdenken"

Markus Steinhöfer im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau über seine missliche Situation, schlechte Karten und vergangenen Ruhm.

Markus Steinhöfer präsentiert sich mit neuer Frisur.
Markus Steinhöfer präsentiert sich mit neuer Frisur.
Foto: S. Krieger

Markus Steinhöfer, Sie haben sich die Haare raspelkurz schneiden lassen. Ist das der Frust darüber, den Stammplatz verloren zu haben?

Nein. Das war einfach nur so aus einer Laune heraus. Das sollte jetzt kein Neuanfang oder Enttäuschung symbolisieren, ganz und gar nicht.

Trotzdem ist für Sie die Vorbereitung nicht gut gelaufen. Sie spielen nicht mehr.

Natürlich ist es momentan nicht zufriedenstellend, wie es für mich läuft. Es ist geradezu frustrierend. Ich hatte bislang noch keine Einsätze. Das ist für mich nicht leicht. Vor allem, weil ich letztes Jahr bis auf zweimal immer gespielt habe. Aber es kommen auch für mich wieder bessere Zeiten.

Was ist denn schief gelaufen in der Vorbereitung? Haben Sie sich hängen gelassen oder schlecht trainiert?

Ich weiß nicht, was schief gelaufen ist. Fest steht: Es wurden neue Leute fürs Mittelfeld geholt, die jetzt auch spielen.

Wahrscheinlich ist auch ganz einfach die Konkurrenz nur größer geworden?

Ja, klar. Wir haben jetzt einen Riesenkader, im Training sind teilweise 25,26 Feldspieler, aber es können nur elf spielen. Es ist ja klar, dass ich nicht zufrieden bin mit dieser Situation.

Haben Sie sich irgendetwas vorzuwerfen?

Nein. Ich habe mich auch nicht zu sicher gefühlt. Ich gebe immer Gas, da muss ich mir nichts vorwerfen. Es ist eher so, dass dem Trainer andere Spieler in der Vorbereitung besser gefallen haben. Klar, in der Vorbereitung gibt es immer bessere und schlechtere Phasen.

Sie hatten aber auch das Pech, immer dann in den Testspielen gespielt zu haben, in denen es nicht rund lief.

Da kann ich ja nichts ändern. Es wurden halt Mannschaften gebildet und die spielten. Die Vorbereitung lief ja ohnehin nicht so gut.

Welche Konsequenzen ziehen Sie aus Ihrer derzeitigen misslichen Lage?

Ich muss jetzt erst einmal Geduld haben. Ich gucke mir das noch eine Weile an. Aber wenn ich sehe, dass sich nichts ändert, muss ich meine Konsequenzen ziehen.

Das bedeutet, Sie wollen sich im Winter, wenn es nicht besser wird, nach einem anderen Verein umsehen?

Ich warte die Hinrunde ab und wenn sich nichts Grundsätzliches ändert, dann muss ich natürlich umdenken. Ich bin ein junger Spieler, ich brauche Spielpraxis. Letztes Jahr habe ich fast alle Spiele gemacht und jetzt keine - das ist schon eine Umstellung.

Die vergangene Runde war für Sie aber auch nahezu perfekt.

Für mich persönlich verlief die Saison wirklich gut. Dabei, glaube ich, wart Ihr es doch, die mir die nötige Bundesligatauglichkeit abgesprochen hattet, naja. Wenn das eure Meinung ist, okay, aber ich glaube, ich habe letzte Saison ganz gut gespielt. Es standen zehn Vorlagen und drei Tore zu Buche. Für das erste Bundesligajahr und mit 23 Jahren kann man mit dieser Ausbeute zufrieden sein. Meine Bilanz kann sich schon sehen lassen. Nun ist ein neuer Trainer da, die Karten wurden neu gemischt und leider habe ich nicht so gute erwischt.

Hätten Sie sich ein wenig mehr Rückhalt gewünscht? Immerhin waren Sie ja Stammspieler, hatten vielleicht auch einen Bonus?

Ich habe schon gedacht, dass das, was ich in der letzten Saison geleistet habe, noch ein bisschen zählt bei der Beurteilung.

Hat Trainer Skibbe Ihnen erklärt, warum Sie derzeit draußen sind?

Nein.

Haben Sie das Gespräch gesucht?

Ja, einmal habe ich mit ihn gesprochen. Es war am Ende der Vorbereitung, eher ein ganz normales Gespräch. Aber wenn ich weiterhin nicht spiele, werde ich natürlich nochmal auf ihn zugehen.

Sie sind aber in bester Gesellschaft auf der Ersatzbank. Ümit Korkmaz, Maik Franz, Zlatan Bajramovic, Nikos Liberopoulos - das sind ja alles prominente Namen.

Ja, gute Gesellschaft habe ich auf der Bank. Wir waren ja letztes Jahr alles Stammspieler. Und so eine Rolle war ich nicht gewohnt. Auch in Salzburg (sein letzter Klub, d. Red.) habe ich eineinhalb Jahre durchgespielt. Das hier in Frankfurt ist eine neue Situation und aus der, denke ich, gehe ich auch gestärkter heraus.

Könnten Sie sich vorstellen, über die Öffentlichkeit Werbung in eigener Sache zu machen?

Ich weiß nicht, ob das der richtige Weg ist. Ich will auch keinen Stunk machen. Es läuft für die Mannschaft ja relativ gut, wir haben fünf Punkte nach drei Spielen. Ich kann mich jetzt nur fügen und im Training Gas geben.Und ich bin überzeugt davon, dass sich die Situation für mich bald ändern wird.

Herr Steinhöfer, was ist denn unter dem neuen Coach Skibbe noch anders als unter Vorgänger Friedhelm Funkel?

Gravierend anders ist natürlich, dass der Cheftrainer komplett das Training leitet. Ich finde das gut. Es wird auch viel mit dem Ball trainiert. Wir machen nach dem Spielen eine etwas längere Nachbesprechung, aber ansonsten ist die Ansprache, jeder auf seine Weise, schon ähnlich. Ansonsten komme ich ganz gut klar mit Trainer Skibbe, es ist ein respektvolles Miteinanderumgehen.

Interview: Thomas Kilchenstein

Datum:  28 | 8 | 2009
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2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
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