Eintracht Frankfurt
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24. Oktober 2009

Interview mit Patrick Ochs: "Manchmal sind die Bayern verwundbar"

Patrick Ochs, 25, spielte von 2002 bis 2004 bei den Bayern-Amateuren, bevor er nach Frankfurt zurückging. Foto: dpa

Der Frankfurter Patrick Ochs spricht im FR-Interview vor der Partie der Eintracht in München über die Marschrichtung und seine Zeit als Teamkollege von Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Co.

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Herr Ochs, können Sie sich noch erinnern? Die Bayern vergeigen in der Champions League und drei Tage später lassen sie ihren Frust an der Eintracht ab. Damals hieß es nach 0:4 in Barcelona 4:0 gegen Frankfurt. Haben Sie schlimme Vorahnungen?

Ach was, damals hatten wir Angst, das war wie das Kaninchen vor der Schlange. Das ist heute anders. Wir gehen mit einer anderen Marschrichtung an die Sache ran.

Mit welcher denn?

Wir wollen mutig und offensiv spielen. Wir müssen uns nicht verstecken. Das ist die Herangehensweise von Michael Skibbe, er steht für einen anderen Fußball, als wir ihn unter Friedhelm Funkel gespielt haben. Funkel ist auch ein sehr guter Trainer, aber Skibbe geht die Sache einfach offensiver an. Sein Credo lautet: Wer Angst hat, verliert auch meistens. Wir sollen nicht abwarten, sondern selbst versuchen, Akzente zu setzen, und den Zuschauern Spaß bereiten. Natürlich sind die Bayern vier Klassen besser als wir, aber nur, wenn Robben und Ribéry spielen. So aber sind sie an einem guten Tag verwundbar.

Sie kennen ja noch ein paar Spieler aus Ihrer Bayern-Zeit bei den Amateuren. Mit Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Andreas Ottl oder Michael Rensing haben Sie zusammengespielt. War zu erwarten, dass es jene Spieler in den Profikader schaffen?

Auf jeden Fall. Philipp Lahm etwa, da hat man schon damals gesehen: Das wird was. Diese Ruhe am Ball, diese Übersicht, das Strategische. Einfach klasse. Schweinsteiger war, als ich kam, nicht so überragend, damals sollte er nach Rostock abgegeben werden. Aber er wollte sich durchbeißen. Das ist ihm ja eindrucksvoll gelungen, bei ihm gab es plötzlich eine Leistungsexplosion. Das war alles in allem ein toller Jahrgang, Zvjezdan Misimovic und Paolo Guerrero waren ja auch noch da. Wir haben fast jedes Spiel klar dominiert und sind 2004 unangefochten Regionalliga-Meister geworden.

Sind die Bayern als Verein das Nonplusultra?

Damals, als ich vom Riederwald nach München kam, klar, da war das eine andere Welt. Auch als ich 2004 nach Frankfurt zurückkam, lag hier noch einiges im Argen, da haben wir uns in der Wintersporthalle umgezogen - und an den Wänden klebte der Schimmel. Aber mittlerweile hat sich vieles verändert, wir haben ein tolles Stadion, der Riederwald wird neu gebaut und die U23 ist jetzt zum Training ans Stadion gezogen. Das zeigt, dass die Eintracht die Jugend stärker fördern will. Das ist der richtige Weg. Warum teure Spieler kaufen, wenn sie in der eigenen Jugend heranwachsen?

Herr Ochs, sagen Sie uns doch abschließend einmal: Ist Hermann Gerland wirklich so ein harter Hund oder ist es ein Klischee?

Nee, kein Klischee. Er quält dich, er ist eisenhart. Die Bayern-Amateure können froh sein, dass da jetzt der Mehmet Scholl Trainer ist. Aber im Ernst: Wenn man alles gibt, wenn er merkt, dass man Fähigkeiten hat, dann fördert er einen ungemein. Misimovic war damals ja etwas kräftiger um den Po herum. Und wenn wir unser Aufwärmspielchen gemacht haben, hat Gerland zu Misimovic gesagt: "Junge, du gehst erst mal laufen - fünf Runden um das ganze Gelände." Geschadet hat es ihm nicht.

Interview: Ingo Durstewitz

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