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Interview mit Peter Fischer: "Einen Gomez machen"

Präsident Peter Fischer über die Möglichkeiten der Eintracht.

Präsident Peter Fischer denkt über die Möglichkeiten der Eintracht nach
Präsident Peter Fischer denkt über die Möglichkeiten der Eintracht nach
Foto: getty

Herr Fischer, am Freitag soll es während der Aufsichtsratssitzung hoch hergegangen sein, angeblich haben bei der ersten Abstimmung zwei Räte gegen Trainer Friedhelm Funkel gestimmt. Was war da los?

Das ist doch Unfug. Das stimmt nicht. Das war doch keine Katastrophen-Sitzung oder so. Wir haben stundenlang diskutiert, aber nicht über den Trainer. Das ging sehr unaufgeregt zu.

Zur Person

Peter Fischer, Vereinspräsident und auch im Aufsichtsrat, macht sich Gedanken über die Ausrichtung von Eintracht Frankfurt. Er weiß, dass die Erwartungen wachsen. Und die Macher überlegen, wie sie den Klub nach oben hieven können. "Einfach wird das nicht", sagt Fischer.

Aber es ist doch bekannt, dass es Kritiker gibt.

Ja, vielleicht waren zwei, drei wankelmütig. Aber über den Trainer ist am Freitag nicht mehr großartig diskutiert worden, das haben wir vorher schon alles in vielen Telefonaten auf den Weg gebracht.

Heißt das, in der Aufsichtsratssitzung ging es in erster Linie um die strategische Ausrichtung?

Ja. Es ging auch um die Frage: Wie kommen wir nach vorne.

Weil in Frankfurt die Ansprüche wachsen?

Das bekommt ja jeder zu spüren. Das ist hier halt nicht wie in Cottbus oder Bochum. Die können ihren Fans jedes Jahr verkaufen, dass der Klassenerhalt ein Riesenerfolg ist. Und da springen die Fans auf und schreien: ,Ja, geil, erste Liga.' Aber das geht hier nicht. Das merken auch Friedhelm Funkel und Heribert Bruchhagen.

Wie will die Eintracht also den nächsten Schritt machen?

Na ja, das ist nicht so einfach. Denn der nächste Schritt ist der schwerste, der nächste Schritt kostet eine Menge Geld, um mal eine Hausnummer zu nennen, sage ich: 200 Millionen.

Wie bitte?

Ja, was denken Sie denn? Sehen Sie sich die Personalkosten der Großen an: Die Bayern hatten letzte Saison 151 Millionen - ohne Klinsmann und die Neuen. Oder Wolfsburg. Die hatten in der vergangenen Runde 73 Millionen. Und in dieser Spielzeit wird es auch mehr sein. Wir haben 26 Millionen. Und in der nächsten Saison eine Million weniger. Wie also sollen wir da hinkommen?

Was gibt es für Möglichkeiten?

Wir haben über alles diskutiert, wir sind offen für alle Wege. Wir werden jetzt auch mal Marketing-Gurus einladen, die uns erzählen: Was sind die Potenziale? Und wie kriegen wir ein Stück vom Kuchen? Aber für uns ist es nicht leicht: Der Vermarkter bekommt einen hohen Prozentteil unserer Einnahmen, wir müssen bis 2012 noch an die ISPR jährlich zwischen zwei und drei Millionen zahlen, wir zahlen an den Stadionbetreiber und fürs Stadion Miete, acht, neun Millionen pro Jahr. Das ist alles Geld, das weg ist. Was also tun? Anteile verkaufen? Was würden wir kriegen? Vier Millionen, acht Millionen? Da sage ich: ,Oh, ich brauche aber 80 Millionen.' Oder sollen wir die Eintrittspreise erhöhen? Tolle Idee. Oder soll ich den Sponsoren jetzt im Zuge der Wirtschaftskrise sagen: ,Schön, dass ihr uns erhalten bleibt, aber wir brauchen jetzt 30 Prozent mehr.' Das geht doch alles nicht.

Was geht dann?

Das will ich konkret nicht sagen, aber eines kann ich sagen: Wir kapitulieren nicht.

Ist es nicht die Chance, gute Spieler aus der eigenen Jugend zu rekrutieren?

Ja. Wer keinen Gomez kaufen kann, muss einen Gomez machen.

Interview: Ingo Durstewitz

Datum:  9 | 2 | 2009
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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