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Interview mit Ümit Korkmaz: "Ich hatte nie Selbstzweifel"

Eintracht-Flügelspieler Ümit Korkmaz im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau über seine lange Zeit auf der Bank und das Gefühl, wieder durchzustarten.

Volle Pulle voraus. Ümit Korkmaz.
Volle Pulle voraus. Ümit Korkmaz.
Foto: Roskaritz

Herr Korkmaz, von der Ersatzbank direkt auf die Überholspur. So schnell kann es gehen.

Das kann man so sagen. Jetzt geht es bergauf. Ich wusste, dass es schnell gehen kann. Ich wusste auch, dass meine Chance kommt - und dann musste ich bereit sein. Ich denke, ich habe das in mich gesetzte Vertrauen bestätigen können.

Wie geht man mit so einer Situation um, wenn man überhaupt keine Rolle spielt? Wie groß ist da der Frust?

Man ist schon frustriert, klar. Aber man darf sich niemals hängen lassen. Man darf nie aufgeben, sonst hat man keine Chance. Wenn man den Kopf hängen lässt, macht man ja alles noch schlimmer. Denn wenn der Trainer einen dann aufstellt und man nicht seine Leistung bringt, ist man ganz schnell weg vom Fenster. Natürlich ist so eine Zeit hart und nicht schön, aber man muss positiv bleiben und in jedem Training alles geben. Das habe ich gemacht.

Hat der Trainer in der Phase, als Sie außen vor waren, mit Ihnen gesprochen, hat er begründet, weshalb Sie keine Rolle spielen?

Ja, es war die Systemfrage, er sagte, ich sei eher ein sehr offensiver Mittelfeldspieler, also ein verkappter Linksaußen. Im linken Mittelfeld sah er mich nicht so.

Haben Sie ernsthaft mal daran gedacht, den Verein zu verlassen?

Natürlich macht man sich Gedanken, ich bin jetzt 24 Jahre alt. Da ist es für mich klar, dass ich spielen muss. Auf der Bank werde ich bestimmt nicht besser. Und wenn der Trainer der Meinung gewesen wäre, dass ich gar nicht in sein System passe, hätte ich vielleicht gucken müssen, ob es woanders besser klappt. Man kann ja nichts erzwingen. Aber das hat sich jetzt erledigt. Gott sei Dank. Und ich möchte betonen, dass es zwischen mir und dem Trainer nie Probleme gab. Er hat mir das erklärt, und das war in Ordnung.

Hatten Sie in dieser Zeit Selbstzweifel oder waren Sie immer von Ihren Fähigkeiten überzeugt?

Selbstzweifel? Nein, nie. Ich wusste immer, was ich kann. Und ich wusste, dass ich es auch irgendwann zeigen darf. Ich kann es noch besser, und ich kann auch noch viel lernen.

Vor dem Spiel gegen Gladbach deutete sich an, dass Sie ins Team kommen würden. Was hat Trainer Michael Skibbe Ihnen mit auf den Weg gegeben?

Er hat gesagt, ich soll Gas geben. Das habe ich gemacht.

Haben Sie Druck verspürt?

Nein, keinen Druck, aber ich wusste ja, dass das jetzt meine Chance ist. Deshalb war ich schon ein bisschen nervös.

In Berlin lief es für Sie dann noch besser.

Das stimmt, ich denke, ich konnte dem Team helfen. Aber die Mannschaft hat mir auch sehr geholfen, es war einfach klasse, es hat riesigen Spaß gemacht. Und ich hoffe, den Trainer überzeugt zu haben.

Sie sagten, Sie können es noch besser. Was fehlt noch?

Mir fehlte die Power, das wird jetzt auch immer besser. Aber wenn man lange Zeit nicht spielt, dann hat man nicht so eine hohe Belastung. Die Spiele sind die Hauptbelastung, das merkt man erst dann, wenn man länger nicht gespielt hat. Deshalb war ich auch in Berlin irgendwann platt.

Hoffen Sie wieder auf eine Einladung für die österreichische Nationalmannschaft?

Wenn ich so weiterspiele, dann schon. Na klar. Aber momentan ist das erstmal kein Thema, es stehen ja gar keine Länderspiele an.

Am Samstag geht es gegen Mainz - und auch gegen Andreas Ivanschitz, einen alten Spezi von Ihnen.

Ja, ich kenne ihn aus der Nationalelf und auch noch von Rapid Wien. Er ist ein toller Fußballer mit einem super Charakter. Wir stehen in Kontakt, telefonieren oder schreiben SMS. Wir freuen uns auf das Spiel. Unheimlich. Die drei Punkten, die sollen aber in Frankfurt bleiben. Er sieht das vermutlich anders.

Interview: Ingo Durstewitz

Datum:  4 | 12 | 2009
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
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