Herr Amanatidis, was war das für ein Gefühl, als Sie in der vergangenen Woche erstmals wieder mit den Kollegen Fußball spielten?
Ein sehr gutes. Ich habe alles mitgemacht, sicherlich vieles mit Auge und nicht mit letztem Einsatz. Es war erfreulich, dass alles geklappt hat und dass es so gut lief fürs erste Mal. Auch danach hatte ich keine Probleme mit dem Knie.
Ioannis Amanatidis will nach seinem Meniskus- und Knorpelschaden wieder auf die Beine kommen. In der vergangenen Woche trainierte der Anführer der Frankfurter Eintracht das erste Mal mit dem Team.
Ob der 27-Jährige je wieder an die alte Form anknüpfen kann, ist fraglich: Ein Knorpelschaden gilt als schwerste aller möglichen Verletzungen für einen Fußballer.
Zlatan Bajramovic. So stellt man sich ein Comeback nach 14 Monaten Zwangspause vor: eingewechselt werden, Tor schießen. So ist es dem Bosnier in der WM-Qualifikation ergangen. Er kam in der 70. Minute ins Spiel, in der 80. lupfte er die Kugel ins Tor. Bosnien schlug Belgien 4:2, auch dank Bajramovic. Ein Mann für die großen Momente. Seine nächsten Aufgaben: Wieder gegen Belgien am Mittwoch, am Samstag gegen Cottbus.
Mehdi Mahdavika. 90 Minuten gegen Saudi Arabien (1:2)
Martin Fenin. Eingewechselt in der 90. (für Milan Baros) gegen Slowenien.
Und Sie hatten keine Schmerzen mehr, keine Stiche?
Nein. Logisch, das rechte Knie ist noch nicht so kräftig wie das linke. Aber das ist ganz klar, ich habe es ja auch fünf Monate lang nicht belastet. Es fehlt die Kraft. Ich schone das Knie noch in einigen Bewegungen. Aber mit den Trainingseinheiten auf dem Platz kommt die Kraft und die Sicherheit zurück. Ich werde mein Pensum jetzt von Tag zu Tag steigern.
Wie sahen denn Ihre Tage in den letzten Monaten aus?
Tagsüber war ich bei der Reha, eineinhalb, zwei Stunden, dann Mittagspause, und danach wieder Reha, wieder eineinhalb, zwei Stunden. Ich machte das ganz sachte, und habe die Belastung nur peu á peu gesteigert. Und nach der letzten Untersuchung hieß es, ich könne jetzt alles machen, so lange es das Knie zulässt. Da s mache ich jetzt. Bis jetzt ist alles absolut in Ordnung, mein Knie zeigte nie eine Reaktion. Alles läuft reibungslos.
Wissen Sie denn inzwischen, wie die Verletzung genau passiert ist. War es ein Foul oder eine Zusammenprall?
Das kann ich nicht sagen.
Oder hatte es was mit dem Training zu tun? Die Verletzungsanfälligkeit bei der Eintracht ist ja offensichtlich.
Das weiß ich nicht. Bis zu meiner Verletzung hatte ich nie Probleme mit dem Knie. Dann kam es erst mit dem Meniskus und dann mit dem Knorpel, sozusagen von Null auf hundert.
Es ist aber nicht so, dass sich Ihre Blessur durch das Spiel gegen den Karlsruher SC, in das Sie schon am Knie verletzt gegangen, verschlimmert hat?
Nein, ich hatte zuvor schon Probleme. Das Knie war dick geworden. Deswegen hatte ich vor dem Spiel auch dem Trainer gesagt, die vollen 90 Minuten nicht spielen zu können.
Wie lange glauben Sie, brauchen Sie noch, um wieder Bundesliga zu spielen?
Das kann man nicht sagen. Man muss schauen, wie das Knie die Belastungen des Trainings verkraftet. Ich haben auch keinen genauen Zeitplan, denn dazu setzt man sich nur unnötig unter Druck. Ich denke schon, dass ich in dieser Saison noch einmal spielen werde, ja das sagt mir mein Gefühl.
Befürchten Sie, dass die Mannschaft ohne Sie noch einmal in arge Abstiegsnot gerät?
Das glaube ich nicht. Die Mannschaft ist stabil genug, das hat sie in den letzten zwei Wochen, auch auswärts, bewiesen. Wir werden mit dem Abstieg nichts zu tun haben.
Was macht Sie da so sicher?
Das nächste Spiel gegen Cottbus wird vorentscheidend sein. Da können wir uns gegenüber Cottbus auf neuen Punkte absetzen. Wenn wir freilich verlieren, dann könnte es bis zum Schluss noch einmal richtig eng werden.
Gehen Sie als Kapitän vor den Spielen in die Kabine und schwören Ihre Kollegen ein?
Viel sagen muss ich nicht, dafür ist ja der Trainer da. Aber vor den Spielen bin ich da, um den Leuten ein bisschen unter die Arme zu greifen. Aber ich muss nicht vor der Mannschaft antanzen und irgend etwas sagen. Bei den letzten beiden Auswärtsspielen, gegen Bielefeld und Leverkusen, war ich dabei, aber irgendwann will ich auch wieder selbst mitspielen.
Haben Sie irgendwann mal daran gedacht, dass diese Verletzung das Ende der Karriere sein könnte?
Nein. Daran habe ich nie gedacht.
Warum nicht? Schließlich ist ein Knorpelschaden die schwerste Verletzung, die ein Fußballer haben kann.
Weil die Ärzte gesagt haben, es wird wieder, wenn ich mir nur Zeit lasse. Und diese Zeit nehme ich mir auch.
Aber alle Verantwortlichen, etwa Trainer Funkel oder Klubchef Bruchhagen reagieren sehr zurückhaltend auf Ihr mögliches Comeback.
Wenn ich zu schnell anfangen würde, könnte mir das passieren, was Christoph Preuß passiert ist. Und bei ihm dauert es richtig lang.
Aber kribbelt es nicht in Ihren Beinen, endlich wieder Fußball spielen zu können?
Schon, aber ich bin da zu vernünftig. Ich mache alles peu à peu. Ich überstürze nichts und nehme mir alle Zeit. Alles andere bringt ja nix.
Interview: Thomas Kilchenstein
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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