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Jürgen Klinsmann: "Das wird ein Kampfspiel"

Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann spricht im FR-Interview über die Eintracht und warum Hoffenheim bald in einem europäischen Wettbewerb spielt.

Jürgen Klinsmann: Beim FC Bayern ist es normal, dass nach zwei Niederlagen alles auseinandergenommen wird.
Jürgen Klinsmann: "Beim FC Bayern ist es normal, dass nach zwei Niederlagen alles auseinandergenommen wird."
Foto: dpa

Herr Klinsmann, zu Saisonbeginn ernteten Sie in einer Phase des Misserfolgs viel Hohn und Spott. Seit dem Sieg gegen Wolfsburg am vergangenen Samstag werden Sie als Taktikfuchs gehandelt. Wo liegt die Wahrheit?

Ich stehe hier in der Verantwortung, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Ich denke, diese Dinge richtig einordnen zu können. Sowohl in der Zeit, als es schlechter lief, als auch jetzt, wo es gut läuft für uns. Unsere Arbeit hat doch gerade erst begonnen. Es wird sich über die Saison hinweg noch sehr viel tun. Die Mannschaft hat gemerkt, worauf wir hinarbeiten, welchen Fußball wir spielen wollen. Beim FC Bayern ist es normal, dass nach zwei Niederlagen alles auseinandergenommen wird. Viele Leute melden sich dann zu Wort. Damit muss ich leben. Wenn es schlecht läuft, muss ich den Kopf dafür hinhalten, wenn es mal gut läuft, freue ich mich, dass ein Moment mehr Ruhe da ist.

Es könnte noch ruhiger für Sie werden. Einen Sieg in Frankfurt vorausgesetzt. Die Eintracht plagen arge Verletzungssorgen, neun Spieler fehlen. Es scheint, als könnte der FC Bayern locker drei Punkte einfahren.

Wir stellen uns auf ein sehr, sehr schweres Spiel ein. Die letzten beiden Siege haben der Eintracht Auftrieb und Selbstvertrauen gegeben. Das wird ein Kampfspiel, das man mit allem notwendigen Ernst und mit der richtigen Einstellung angehen muss. Wir werden gezwungen sein, alles abzurufen. Hoffentlich auf die Art und Weise wie in der zweiten Halbzeit am vergangenen Samstag.

Rückblick - Energie Cottbus vs Eintracht Frankfurt 2:3 (2008)

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Werden Sie rotieren, oder mit der Mannschaft auflaufen, mit der Sie gegen Wolfsburg aufgehört haben?

Die Aufstellung gebe ich Ihnen jetzt bestimmt nicht bekannt ...

... bleibt doch unter uns...

... ja, natürlich. Unser Ziel ist es, da weiterzumachen, wo wir gegen Wolfsburg aufgehört haben. Und dann hoffen wir, dass wir uns weiter Richtung Platz eins orientieren dürfen.

Dort steht zurzeit die TSG 1899 Hoffenheim. Im Moment schwärmt fast ganz Fußball-Deutschland von dieser Mannschaft. Wie bewerten Sie den Aufstieg des Aufsteigers an die Tabellenspitze der Bundesliga?

Das überrascht mich nicht. Dass die Hoffenheimer mit großem Potential in die Meisterschaft gegangen sind, habe ich schon zu Saisonbeginn gesagt. Das ist eine Mannschaft, die die Bundesliga im nächsten Jahr mit Sicherheit in einem europäischen Wettbewerb vertreten wird. Davon bin ich absolut überzeugt. Sie wird auch ein Wörtchen mitreden, wenn es um die Vergabe der deutschen Meisterschaft geht. Das alles spricht für die kontinuierliche und konzeptionelle Arbeit der Hoffenheimer in den vergangenen Jahren. Dort wurden Strukturen gelegt, die ich mit Bewunderung beobachten durfte, da ich ein freundschaftliches Verhältnis pflege zu Dietmar Hopp und natürlich auch zu Bernhard Peters. Von außen gesehen habe ich die Arbeit von Ralf Rangnick immer sehr hoch eingeschätzt. Nun kommt alles zusammen. Die Hoffenheimer sind eine Bereicherung für die Bundesliga.

Der FC Bayern ist Ihre erste Trainerstation in einem Verein. Ihr Frankfurter Kollege Friedhelm Funkel hingegen ist dienstältester Bundesliga-Trainer. Kennen Sie sich? Was halten Sie von Funkel?

Wir haben uns schon ein paar Mal getroffen, als ich noch Bundestrainer war. Ich habe eine sehr hohe Meinung über ihn. Er hat viele, viele Jahre sehr beständig und sehr erfolgreich gearbeitet. Ich freue mich für ihn, dass nach den letzten beiden Siegen wieder etwas Ruhe eingekehrt ist bei der Frankfurter Eintracht. Ich habe große Hochachtung und Respekt vor ihm. Dennoch hoffe ich natürlich, dass wir am Mittwoch die Nase vorne haben werden.

Das klingst sehr positiv. Dabei galt der strukturkonservative Trainer Funkel während Ihrer Zeit als Bundestrainer als einer Ihrer größten Kritiker. Haben Sie das damals nicht mitbekommen?

Ob ich das mitbekommen habe oder nicht, spielt keine Rolle. Ich respektiere jede Meinung, auch wenn sie nicht die meine ist. Das ist ja das schöne am Fußball, dass jeder Fan, jeder Journalist, jeder Spieler oder jeder Trainer seine eigene Meinung hat. Was damals als Kritik kam, habe ich als andere Meinung schlichtweg akzeptiert und respektiert. Es gibt eben viele Wege, die zum Erfolg führen.

(Interview: Jörg Hanau)

Datum:  28 | 10 | 2008
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2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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