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Stürmer Amanatidis: Keine Lust mehr aufs Nationalteam

Eintracht-Stürmer Ioannis Amanatidis zieht sich verärgert aus der griechischen Auswahl zurück und übt Kritik an Spielern und Trainer Rehagel.

Der Frankfurter Stürmer Ioannis Amanatidis wird nicht mehr für Griechenland kicken.
Der Frankfurter Stürmer Ioannis Amanatidis wird nicht mehr für Griechenland kicken.

Wer sich mit Ioannis Amanatidis unterhält, muss Zeit mitbringen. Der Stürmer der Frankfurter Eintracht ist kommunikativ, er erzählt gerne und ausschweifend und verschanzt sich nicht hinter den üblichen Floskeln der Berufsfußballer. Amanatidis, 28, weiß das selbst. „Wenn ich alles ausplaudern würde, was ich weiß, würde eine Bombe hochgehen“, sagt er und streut feixend den Nachsatz ein: „Wie immer, wenn ich etwas sage.“

In diesem Fall ging es um seine sportliche Zukunft. Die liegt, natürlich, beim hessischen Bundesligisten, aber nicht mehr in der griechischen Nationalmannschaft. Aus der Länderauswahl wird er zurücktreten. Nicht ohne Vorwürfe gegen die Verbandsspitze, den früheren Nationaltrainer Otto Rehhagel und Mitspieler. „Ich dachte, der griechische Fußball hätte die Kurve zum Besseren bekommen. Aber das hat er nicht“, sagt Amanatidis.

Den Spielern sei es nicht um das Land gegangen oder um den Stolz, für Hellas aufzulaufen, nein, „sie haben nicht das Land repräsentiert, sondern sich selbst. Sie haben das Team benutzt, um sich zu präsentieren, weil die meisten in ihren Vereinen gar nicht mehr gespielt haben. So ein Verhalten gehört sich nicht. Und das hat mir immer gestunken, wenn ich da war.“

Amanatidis stellt das Leistungsprinzip infrage, „das ging nicht mit rechten Dingen zu“, klagt er. Einige verdiente Nationalspieler seien ausgebootet oder degradiert, andere hingegen immer wieder aufgestellt worden. „Das ist korrupt“, wettert Amanatidis. Die Machenschaften in und um das Nationalteam herum seien „ein Unding, und da habe ich keine Lust mehr drauf“. Basta.

"Für die Eintracht gebe ich alles"

Sehr viel mehr Lust hat der Stürmer wieder, im Mannschaftsrat der Eintracht seine Erfahrung weiterzugeben. Vor einem Jahr war er ausgetreten, weil ihm Trainer Michael Skibbe die Kapitänsbinde weggenommen hatte. Nun sei Gras über die Sache gewachsen. „Es gab ja auch keine Reibereien oder Streitigkeiten“, sagt Amanatidis, er sei damals nur enttäuscht gewesen. Allerdings habe er sich nie hängen lassen. „Ich spiele nicht für meine Interessen, sondern für den Verein. Und für die Eintracht gebe ich alles.“

Amanatidis hat sich nach einem Gespräch mit Skibbe einige Tage Bedenkzeit erbeten, um dann für den Mannschaftsrat zuzusagen: „Es war der Wunsch des Trainers, und ich will den Spielern etwas helfen, die auf dem Segment noch nicht so viel Erfahrung haben. Ich will ihnen unter die Arme greifen.“ Amanatidis ist hoffnungsfroh, wieder ein fester Bestandteil des Teams zu werden und an seine Topform anknüpfen zu können. Das zweimal am Knorpel operierte Knie hält, „es ist wunderbar“, sagt der Angreifer. Er selbst sei „ein bisschen erstaunt“, dass er so gut durch die Vorbereitung gekommen sei. „Das hätte ich gegen Ende der vergangenen Saison nicht für möglich gehalten.“

Solche Bedenken hat er nicht, wenn es um die Besetzung des Angriffs geht. „Wenn ich mein Leistungsvermögen abrufe, stehe ich auf dem Platz“, sagt er, fügt aber an: „Wenn nicht, kriege ich eine Pause.“ Die Konkurrenzsituation sieht er locker. „Jeder hat seine Qualitäten. Aber Gekas hat ja zum Beispiel außer in Bochum nicht so viel gespielt.“ Dafür hat sich Amanatidis schon mal klar auf das von Skibbe wohl bevorzugte Spielsystem 4-4-2 festgelegt: „Das wäre das beste für uns.“ Schließlich habe man, bis auf Ümit Korkmaz, nicht viele reine Flügelspieler. „Und wir Stürmer sind eben Stürmer.“ Dass er sich für den besten erhält, erwähnt er nicht.

Autor:  Ingo Durstewitz
Datum:  9 | 8 | 2010
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2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
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