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Leserbriefe II: "Grenzgänger" und Business-Seats

Zur Berichterstattung um die Eintracht, "Funkel raus"-Rufe und die Logen erreichten die Frankfurter Rundschau weitere Leserbriefe.

Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen unterstützt Trainer Friedhelm Funkel - gegen Teile des Eintracht-Aufsichtstrates, gegen Teile der Fans.
Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen unterstützt Trainer Friedhelm Funkel - gegen Teile des Eintracht-Aufsichtstrates, gegen Teile der Fans.
Foto: S. Krieger

Das 15 Prozent weniger Logen und Business Seats verkauft wurden, liegt sicherlich nicht nur an der Finanzkrise. Es wird kein erfolgreicher Fussball gespielt, und dass hängt nicht immer von viel Geld ab. Die Leute im Stadion wollen etwas geboten bekommen, was aber nicht geboten wird. Auch mit einem schmalen "Geldbeutel" kann man sich gute Spieler angeln, wies es andere, "kleinere" Bundesliga-Klubs der Eintracht bewiesen haben. Es liegt am Scouting und an der mangelhaften Transferpolitik der Herren Bruchhagen, Hölzenbein und Funkel.

Mit gehobenen Mittelmaß muss ich mich als Fan von Eintracht Frankfurt wohl die nächsten Jahre begnügen, aber selbst das wird nicht erreicht. Ok, diese Saison ist von der Wertung ausgeschlossen, wegen der vielen verletzten Spieler.

Herr Bruchhagen und Herr Funkel sollten so Ehrlich zu sich selbst sein und sich Hinterfragen, weshalb zum Beispiel letzte Sasion ein möglicher Internationaler Platz leichtfertig verspielt wurde, und es keine Konsequenzen gab?

Beide Seitem (Fans) wie das Eintracht Management sollten es sich bei der aktuellen Situation nicht zu leicht machen und nicht in Polemik verfallen. Weshalb kann die Eintracht nicht noch mehr von der Wertschaftskraft im Rhein-Main-Gebiet profitieren... Fazit, die Fans kommen noch in Scharen, und erwarten sicherlich nicht zu viel vom Team, wie immer behauptet wird.

Waldemar Kwasniok, Kronberg

Auch die Eintracht hat in den lezten Jahren Geld in die Hand genommen. Leider sind aber wohl die meisten der geholten Spieler keine Verstärkungen oder nicht einmal bundesligatauglich. Da trifft einen Klub mit begrenzten Mitteln besonders hart. Hier sind die Verantwortlichen gefordert. Hier muss deutlich besser gearbeitet werden,zumal der Trainer nicht gerade dafür steht, junge Talente erfolgreich einbauen zu können.

Leider.

Ralph Schmidt, Remseck

Als Dauerkartenbesitzer durfte ich die Entwicklung der Eintracht seit Jahren mitverfolgen und es ist unbestritten, dass die Mannschaft, Herr Funkel und Herr Bruchhagen viel erreicht haben. Trotzdem hat sich in den vergangen Monaten zwischen den Fans und insbesondere dem Trainer eine Atmosphäre entwickelt, die man als vergiftet bezeichnen kann. Dafür verantwortlich sind m.E. mehrere Gründe:

1. Trainer Funkel verordnet der Eintracht seit Jahren eine sehr defensive Spielweise.

2. Trainer Funkel vergab völlig ohne Not die Chance in der Saison 2007/2008 Richtung Uefa Plätze zu arbeiten, indem er die Mannschaft (wie auch sonst bei jeder Gelegenheit) "schlecht" redet und die Gegner stark. Dabei weiß jeder, dass die Motivation und der Glaube an sein Können beim Fußballspielen und auch jeder anderen Tätigkeit bis 30 Prozent oder mehr des Leistungsvermögens ausmachen.

3. Letztlich bleibt noch der Spieler Caio, ob zu Recht oder zu Unrecht, das Synonym für "offensiven Fußball und Spielkultur", auf die alle Fans hoffen. Diesem Spieler gab Trainer Funkel nie eine Chance! Selbst in der letzten Saison, als alles zum Positiven für die Eintracht stand und es ein leichtes für Trainer Funkel gewesen wäre, ihn fünf Spiele durchspielen zu lassen. Danach hätten wir gesehen, was dieser Spieler bringt.

4. Beispiele für mangelnden Respekt des Trainers gegenüber dem Spieler Caio gäbe es genügend. Alle Auswechselspieler beim Freundschaftsspiel gegen Real Madrid einzusetzen, bis auf Caio, war vielleicht das Augenscheinlichste vor 51.500 Zuschauern.

5. Trainer Funkel schadet mit seinem Verhalten gegenüber Caio auch dem Verein unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten, er verbrennt den Spieler Caio und damit Millionen von investierten Euro.

Dies sind in Kürze die entscheidenden Punkte, warum in vielen Fandiskussionen während des Spiels die Stimmung so "vergiftet" ist.

Uve Lüders, Kelkheim

Vielen Dank, Herr Sogl, für Ihren Kommentar zur Fankritik am KSC-Trainer Becker. Bitte leiten Sie doch insbesondere die Ausführungen in Ihrem letzten Absatz an Ihre Kollegen in der Sportredaktion weiter, vornehmlich an die Herren Kilchenstein und Durstewitz, die sich in der gleichen Ausgabe über eine vergiftete Atmosphäre zwischen der Eintracht-Anhängerschaft und Trainer Funkel beschweren, aber seit Monaten keine Gelegenheit auslassen, das Wirken des Gespanns Bruchhagen/Funkel und natürlich in erster Linie die Arbeit des Trainers in teilweise schon beschämender Art und Weise in Frage zu stellen.

Egal, ob es um Aufstellungen, Einwechslungen, Neuverpflichtungen u.ä. geht, alle Maßnahmen der Verantwortlichen werden von einer derart negativen Berichterstattung und Kommentierung begleitet, dass auch Sie, und darüber sollten Sie sich allemal bewusst sein, ein gehörig Maß Mitschuld an dieser vergifteten Atmosphäre haben.

Mit nachdenklichen und besorgten Grüßen Ein langjähriger FR-Leser und Eintracht-Fan

Rainer Trus, Giessen

Wenn man das Interview mit Herrn Bruchhagen liest, so wird einem klar, dass er und sein Trainer in einem gewissen Zeitraum gute Sanierungsarbeit geleistet haben, aber nun kein Konzept haben und überfordert sind.

Herr Bruchhagen sollte mit seiner Erfahrung wissen, dass er ein Unternehmen leitet, das sowohl von der Wirtschaftlichkeit aber auch von Show und Emotionen lebt. Auch muß er wissen, dass ein Aufsichtsrat, ein ihm vorgesetztes Gremium ist, dem er nicht öffentlich sagen soll, dass er sich über deren Meinung hinwegsetzen werde. Dies grenzt an Selbstherrlichkeit.

Zurück zu den Emtionen und der Wirtschaftlichkeit.

Wenn ich es versäume, in einer Hochphase mit vollen Rängen und vollen VIP-Lounges mir gute Sponsoren zu suchen, werde ich diese noch weniger finden, wenn diese Voraussetzungen nicht mehr da sind. Das ist das Einmaleins eines jeden Unternehmens, in der Hochphase was zu bewegen und nicht wenn es schlecht geht.

Lapidar festzustellen, dass VIP-Lounges weniger verkauft werden und damit weniger Geld da ist für die nächste Saison und ein Platz über 10 in der Tabelle illusorisch ist, ist mir zu platt. Auch und gerade in der Rezession haben Unternehmen nur eine Chance zu überleben, wenn sie im Marketing-Bereich was machen.

Also es einfach in die Rezessionsecke zu schieben sollte er lassen. Die Fans und VIP´s sind Jahre der Sanierung mitgegangen, haben aber keine Lust mehr, in einen perspektivlosen Verein Geld und Emotinen zu investieren. Das ist die Wahrheit.

Der Fachmann erkennt weder eine Entwicklung in der Spielkultur, noch in der Einkaufspolitik noch in der Gewinnung von potenten Sponsoren.

Wenn der Aufsichtsrat zu der Überheblichkeit des Herrn Bruchhagen schweigt und sich nichts ändert, werden mit einem biederen Vorstand und einem mittelmäßigen Trainer noch weniger Lounges verkauft, noch mehr Fans weg bleiben, noch schlechtere Tabellenplätze prognostiziert und der Verein fällt in die Bedeutungslosigkeit. Bei diesem Gedanken blutet mein Eintracht-Herz.

Michael Romeiser, Wilsdruff

Vielen Dank, Frankfurter Rundschau! Endlich wurde diesen Pseudo-Fans, die ihre Unzufriedenheit mit sich und der Eintracht in Hass auf Friedhelm Funkel und einige Spieler ummünzen, die Maske vom Gesicht gerissen. Diese Leute schreien schon vor dem Spiel "Funkel raus" und bezeichnen Alex Meier bei der Mannschaftsaufstellung als A********.

Einem Caio, der bis jetzt nichts nennenswertes für Eintracht Frankfurt geleistet hat, wird hingegen gehuldigt als sei er der Messias. Undank ist der Welten Lohn. Wo wäre Eintracht Frankfurt ohne Friedhelm Funkel, der sie aus der zweiten Liga vor vier Jahren in die Bundesliga führte, der sie in den Uefa-Cup führte, der wenn es darauf ankam, das richtige Mittel fand, um einen Abstieg zu verhindern?

Wo wäre sie ohne Spieler wie Alex Meier, der mit vielen wichtigen Toren zur rechten Zeit vieles für die Eintracht geleistet hat und noch leistet? Der Umgang mit dem Trainer und einigen Spielern ist eine Frechheit und bewegt sich auf dem untersten Niveau. Diese Leute sind keine konstruktiven Kritiker, sondern einfach nur Krakeeler und Selbstdarsteller, die sich als Bühne das Waldstadion ausgesucht haben. Diese Leute schaden Eintracht Frankfurt und sind keine wahren Fans!

Helga Carpani, Frankfurt

Übernimmt die Sportredaktion der FR jetzt schon die Eintracht-Presseabteilung? Der hohe Sieg verklärt den Blick. Ohne Prölls Rettungstaten hätte es schnell ganz düster aussehen können. Die von Funkel für verletzte Spieler realisierte Spielpraxis hat Caio nie bekommen, trotz 7-8 verletzter Stammspieler.

Vier Millioneno Euro Ablöse werden also einfach geparkt statt einen Verkauf anzustreben - wenn wir doch so wenig Geld haben und Caio so schlecht ist. Warum schlagen wir nicht mal einen der vor uns stehenden Vereine? Warum ist in jedem Interview Funkels jeder Gegner so unheimlich stark und wir so schlecht?

Vor der Saison hieß es, wir werden auf Jahre nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. Nun klingt das aus den Mündern der Verantwortlichen ganz anders. Wo werden den Fans denn noch Perspektiven aufgezeigt?

15 Prozent weniger Kartenverkauf einfach nur auf die Finanzkrise zu schieben, ist doch nur eine Schutzbehauptung. Viele Fans haben genug. Was machen Vereine wie Hertha, BVB oder Köln anders? Ist in Frankfurt wirklich alles ausgereizt?

Unser Scouting schafft Kweuke, Petrovic, Krük, Caio, Mahdavikia und andere heran. Sind das wirklich die einzigen Kracher, die wir uns leisten können oder die unser Scouting findet? Dafür lassen wir Marin ziehen. In all den Jahren zahlen wir bei Transfers drauf, weil keiner unsere abgehenden Spieler mehr will (Ausnahme Jones, Streit).

Wo sind unsere jungen Kräfte aus der Jugend? Hätte ein 18jähriger Körbel unter Funkel gegen Müller gespielt? Was wollen wir mit Petrovic oder Köhler hinten links? Warum nicht ein Junger dorthin? So hat Lahm in Stuttgart auch angefangen in dem Alter. Ich glaube einfach nicht, daß wir Spieler wie Petrovic, Kweuke und Krük holen müssen, weil wir unten nichts besseres haben. Das ist doch Oberliganiveau.

Auch nächste Saison werden wir wieder verletzte Stammspieler haben. Wer weiß denn, ob ein Amanatidis, Vasoski oder Bajramovic je wieder kicken werden. Die Führungskräfte des Vereins sind aufgerufen, auch einmal positiv zu wirken, anstatt den Anhängern Woche für Woche den Grauschleier zu verpassen.

Dieter Hack, Hofheim

Sehr geehrter Herr Kilchenstein,

vielen Dank für den vollständig zutreffenden Kommentar "Grenzgänger". Als langjähriger Eintracht-Fan, der ebensolange im Exil lebt, kann ich Ihnen nur vollkommen zustimmen. Die Einschätzung über das Leistungsvermögen von Mannschaft und Verein bei Teilen der Fans entspricht nicht mehr der Realität.

Außerhalb von Frankfurt verkommt das Umfeld der Eintracht zur Lachnummer. Dass mit dieser Mannschaft und unseren finanziellen Möglichkeiten nicht mehr drin ist, erkennt eigentlich jeder außerhalb von Frankfurt. Was Herr Bruchhagen und Herr Funkel in den letzten Jahren geleistet haben wird von vielen anerkannt und hoch eingeschätzt.

Mit der Zahl der Verletzten wurden wir von vielen als Abstiegskandidat gehandelt. Dass Trainer und Mannschaft so sicher die Saison beenden, ist daher ein Erfolg. Aber das reicht nicht für das verwöhnte Publikum.

Allerdings fragt man sich woher der hohe Anspruch eigentlich kommt. Dauerhaft in der Spitzengruppe waren wir in den letzten 20 Jahren nur kurzzeitig und das jetzt fehlende Geld wurde in der Hochphase verbrannt.

Jetzt Spieler und Trainer auszupfeifen, die (nach meiner Meinung) alles geben, ist eine Frechheit. Ich kann mir auch nicht mehr vorstellen, dass es diesen Leuten noch um die Eintracht geht. Hier wurde mit Herrn Funkel ein Hassobjekt gefunden, das einfach nur noch abgesägt werden soll. Wie Teile der Fans jemanden, der 30 Jahre in der Bundesliga tätig ist, jeglichen Sachverstand absprechen, ist mir ein Rätsel.

Herr Funkel macht mit Sicherheit nicht alles richtig. Ich bin mir aber sicher, dass er bisher mehr richtig als falsch gemacht hat. Die Kritik an "Trainerlieblingen", die mit uns aus der zweiten Liga bis ins Pokalfinale und in den Uefa-Cup gegangen sind, muss für die Mannschaft ein Schlag ins Gesicht sein.

Das Umfeld der Eintracht ist gerade dabei alles, was in den letzten Jahren aufgebaut wurde, wieder einzureißen. Mir gefällt die jetzige Eintracht im Mittelfeld, ohne Skandale, Blender und mit einer kämpfenden Mannschaft jedenfalls gut. Schade das es sie bald wohl nicht mehr geben wird.

Axel Beyer, Dortmund

Datum:  21 | 4 | 2009
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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