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Mahdavikias Rücktritt: Im Namen Allahs

Nachdem Mehdi Mahdavikia im Länderspiel aus Solidarität mit iranischen Demonstranten mit grünem Armband aufgelaufen war, war er geächtet worden. Jetzt zieht er die Konsequenz. Von Thomas Kilchenstein und Salome Roessler

Aus der Nationalmannschaft Irans zurückgetreten: Mehdi Mahdavikia.
Aus der Nationalmannschaft Irans zurückgetreten: Mehdi Mahdavikia.
Foto: dpa

Am vergangenen Sonntag hat sich Mehdi Mahdavika im Mannschaftshotel von Eintracht Frankfurt zwischen zwei Trainingseinheiten hingesetzt und "im Namen Allahs" einen Offenen Brief an "die iranische Bevölkerung im Iran und in der ganzen Welt" geschrieben. Auf drei Seiten Karopapier begründete der bald 32-Jährige Mittelfeldspieler in säuberlicher Handschrift und mit blumigen, teils bewegenden Worten in der Landessprache Farsi, warum er sich als Kapitän entschloss, aus der iranischen Nationalmannschaft zurückzutreten.

Mahdavikia, der 105 Mal "die Ehre hatte", für sein Land zu spielen, nutzte aber auch die Gelegenheit, dem Regime von Mahmud Ahmadinedschad ein paar Worte ins Stammbuch zu schreiben.

"Ich bin überzeugt, dass das iranische Volk am besten zwischen uns Landesverrätern und Euch, die ihr die Heimat liebt, unterscheiden kann." Die die Heimat lieben ist auf Farsi eine gebräuchliche Umschreibung für Nationalisten. Er schrieb weiter: "Diejenigen, die die iranischen Nationalspieler als Verräter beschimpfen, solle ihre Gründe darlegen. Die iranischen Nationalspieler haben stets ohne jegliche finanzielle Forderungen alles für ihr Land gegeben, und ihr habt kein Recht, über sie zu urteilen."

Zweite Halbzeit ohne grüne Bänder

Hintergrund des Offenen Briefs, den Mahdavikia auf seine Homepage stellte und den die FR übersetzte, waren die Reaktionen der iranischen Führung nach dem WM-Qualifikationsspiel am 17. Juni in Seoul gegen Südkorea. Mahdavikia und fünf weitere Nationalspieler (Siehe Info-Kasten) waren in dem Spiel aus Solidarität mit iranischen Demonstranten mit grünen Armbändern aufgelaufen. Mahdavikia trug zudem eine grüne Kapitänsbinde.

In der Halbzeitpause soll, so berichtete der Spiegel später, ein Vertreter der iranischen Gesamt-Sportorganisation in der Kabine der Mannschaft erschienen sein und die Spieler aufgefordert haben, die Bänder abzulegen. Tatsächlich spielten sie in der zweiten Halbzeit ohne die grünen Bänder.

Nach der Partie kündigte der iranische Fußball-Präsident Sanktionen für die Spieler an, von Suspendierung war die Rede. Der Bochumer Spieler Vahid Hashemian hatte das später dementiert. Mahdavikia sagte im österreichischen Trainingslager der FR, er sei keinesfalls aus politischen Gründen zurückgetreten. "Ich habe immer gesagt: Sollten wir die WM-Qualifikation verpassen, werde ich aufhören." Mit dem 1:1 gegen Südkorea hatte der Iran alle Chancen auf eine Teilnahme bei der WM im nächsten Jahr in Südafrika verspielt. Zur politischen Lage in seinem Heimatland wollte sich der verheiratete Familienvater nicht äußern. Seine Zukunft aber sehe er in Deutschland. Bei der Eintracht besitzt er noch einen Vertrag bis 2010.

Auch in dem dreiseitigen Brief schreibt Mahdavikia in Schönschrift vornehmlich über sportliche Dinge. Er kritisiert "nach Wochen des Schweigens" das Fehlen eines langfristigen Konzepts, "stattdessen beschäftigen sie sich mit Kleinkram". Außerdem weist der ehemalige Kapitän darauf hin, dass Vergehen in internationalen Begegnungen etwa das Tragen symbolischer Zeichen nur vom Fußball-Weltverband Fifa untersucht würden "und von keiner anderen Person oder Organisation." Die Fifa hat vergangene Woche entschieden, keine Strafe gegen die sechs Spieler auszusprechen. Politische oder religiöse Äußerungen sind laut Statuten verboten.

In dem offenen Brief kündigte Mahdavikia an, sich von nun an "nie mehr über die iranische Nationalmannschaft zu äußern. Er datierte das Schreiben mit "15. des Monats Tir 1388" im iranischen Kalender ist das der 5. Juli 2009.

Autor:  Thomas Kilchenstein und Salome Roessler
Datum:  8 | 7 | 2009
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1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
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