Markus Pröll nestelte am Handy, das Haupt hielt er sehr angestrengt gesenkt, und er blickte nicht mal auf, als er angesprochen wurde. Der Torhüter der Frankfurter Eintracht schüttelte tief unten im Bauch der Arena nur mit dem Kopf. Kein Laut, kein Wort, nur Schweigen. Dann war er verschwunden.
Der 29-Jährige hat sich selbst einen Maulkorb verpasst, bis Sommer will er sich nicht mehr öffentlich äußern. Pröll, der Ehrgeizling, ist zutiefst frustriert und extrem angefressen. Die Verbannung ins zweite Glied macht ihm zu schaffen. Und eigentlich hatten viele damit gerechnet, dass er das Eintracht-Trikot niemals mehr tragen wird. Aber weil der Fußball eben seine eigenen Geschichten schreibt, durfte (oder musste) Pröll nach 42 Minuten unverhofft wieder ins Frankfurter Gestänge. Oka Nikolov hatte sich einen Muskelfaserriss in der Leiste zugezogen und fügte dem Kapitel "verletzte Eintracht-Torhüter" ein weiteres an. Keine andere Bundesligamannschaft hat so oft den Torhüter getauscht.
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Nun, da sich Trainer Friedhelm Funkel gerade entschieden hatte, mit Nikolov als Stammtorwart die Saison zu beenden, muss er wieder umdenken, denn der 34-Jährige wird beim Auswärtsspiel in Düsseldorf gegen Leverkusen fehlen. Es entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie, dass ausgerechnet der demontierte Pröll für die Eintracht jetzt die Kastanien aus dem Feuer holen soll. Es gilt als offenes Geheimnis, dass der Rheinländer, vor noch nicht allzu langer Zeit im Kicker mal als bester Torhüter geadelt, die Eintracht trotz eines gut dotierten Vertrages bis 2010 verlassen soll. Die Eintracht will den aus Schalke kommenden Ralf Fährmann zur neuen Nummer eins machen. Pröll fühlt sich als Bauernopfer. Er beklagt fehlende Rückendeckung. Die hat er tatsächlich nicht mehr.
Seit er sich am Anfang der Saison zunächst gegen eine Operation am lädierten Knöchel entschieden hatte und dann doch unters Messer musste, hat er den Kredit bei Funkel verspielt. Zumal Pröll später, als er fit auf der Bank saß, um seine Freigabe gebeten hatte.
Funkel hat den Keeper indirekt schon mehrfach angezählt, ihm zu verstehen gegeben, dass seine Zeit in Frankfurt heruntertickt. Im Trainingslager in Portugal im Januar etwa putzte der Coach den Torsteher einmal gar vor den Journalisten runter, und manche Äußerungen schwächten auch eher die Position Prölls. Der freilich hat wenig Argumente: Seine Verletzungsanfälligkeit ist nicht zu leugnen und seine Leistungen zuletzt waren eher dürftig.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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