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Eintracht Frankfurt
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12. März 2016

Mönchengladbach vs. Eintracht: Desolat am Niederrhein

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Konnte im Sturm keine Akzente setzten: SGE-Stürmer Haris Seferovic.  Foto: dpa

Der Effekt des Trainerwechsels hat bei Eintracht Frankfurt nicht gegriffen: Sang- und klanglos verliert eine desolate Frankfurter Mannschaft bei Borussia Mönchengladbach 0:3. Die Eintracht spielte wie ein Absteiger.

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77 Minuten waren gerade gespielt, als Eintracht Frankfurt tatsächlich das erste Mal auf das Mönchengladbacher Tor schoss. Es war Haris Seferovic mit seiner einzigen gelungen Aktion, dem sich diese Möglichkeit bot, Torwart Yann Sommer lenkte den Schuss erst an den Pfosten, von dort trudelt er ins Aus – zur ersten und einzigen Ecke der Frankfurter. Das war es dann auch schon mit den offensiven Bemühungen der Hessen. Zu diesem Zeitpunkt war die einseitige Partie schon längst entschieden, Borussia Mönchengladbach, das in allen Belangen haushoch überlegen und besser war, lag da bereits mit 2:0 in Front. Es hatte sich schon ein Klassenunterschied aufgetan. Am Ende waren die Gäste mit dem 0:3 noch gut bedient.

Diese Partei war ernüchternd. Eintracht Frankfurt präsentierte sich völlig desolat, spielte wie ein Absteiger, enttäuschte auf ganzer Linie. In dieser Verfassung werden die Frankfurter ihr Klassenziel nicht erreichen, so werden sie den Gang in die zweite Liga antreten müssen. Auch vom Effekt des Trainerwechsels  war nichts zu spüren. Sicher: Es mag nicht am Engagement gemangelt haben, die Frankfurter standen in den ersten 25 Minuten auch einigermaßen geordnet, aber im Spiel nach vorne waren sie an Harmlosigkeit und Einfallslosigkeit nicht zu überbieten.

Im Grunde spielte Eintracht Frankfurt sogar noch ein bisschen schlechter als zuletzt unter ihrem am Sonntag entlassenen Trainer Armin Veh. Von Aufbruchstimmung nach dem Trainerwechsel, die in dieser Woche zart aufgekommen war, war nichts zu sehen. „Wir müssen uns auf die machbaren Gegner konzentrieren“, sagte Klubchef Heribert Bruchhagen frustriert. Gladbach war ein paar Nummern zu groß für diese schwache Eintracht. Die Eintracht hatte lediglich 39 Prozent Ballbesitz, verlor 58 Prozent der Zweikämpfe.

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Der neue Trainer Niko Kovac resümierte: „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Das Engagement war da, die spielerischen Elemente haben aber gefehlt.“ Der 44-Jährige war sichtlich bemüht, die bedenklich schwache Leistung seiner Spieler nicht zu sehr in den Fokus zu rücken. Ohnehin hatten sich die Verantwortlichen nicht viel ausgerechnet in Gladbach. Kovac: „Hier hängen die Trauben hoch.“ Deshalb ging er auch sehr milde mit der teilweise unterirdischen  Vorstellung seiner Profis um, Constant Djakpa oder Stefan Reinartz bescheinigte er sogar eine „sehr gute Leistung“. Diese Einschätzung freilich hatte er exklusiv und war ganz klar taktischen Überlegungen geschuldet. Das Selbstvertrauen der Spieler ist eh nicht besonders ausgeprägt, da bringt es wenig, hinterher auch noch verbal draufzuhauen.       

Niko Kovac hatte sein Team auf vier Positionen verändert. Um die Defensive zu stärken, hatte er gleich drei Sechser nominiert, Slobodan Medojevic, Makoto Hasebe und Stefan Reinartz, der erstmals seit seiner Leisten-Operation und nur einer Woche Training spielte. Reinartz freilich wirkte komplett überfordert, er konnte das Tempo nicht gehen und leistete sich überdies einen von vielen kapitalen Fehlpässen, der dann zum 0:3 durch Mahmoud Dahoud (79.) führte. Doch bei ihm stand klar im Vordergrund, Spielpraxis zu sammeln. Auf ihn glaubt Niko Kovac in den nächsten entscheidenden Spielen nicht verzichten zu können. „Im Abstiegskampf brauchen wir die besten Spieler - und er gehört dazu.“ Kovac geht davon aus, im nächsten Spiel gegen Hannover 96 wieder auf Carlos Zambrano und Alex Meier, vielleicht auch auf Marc Stendera, zurückgreifen zu können. Diese Spieler wird die Eintracht brauchen, wenn sie eine Chance auf den Klassenverbleib haben will.  

„Wir wollten solange wie möglich die Null halten“, sagte Kovac. Dieses Konzept ging genau so lange auf, bis Hasebe, der seinen vielen schlechten Spielen ein weiteres folgen ließ, im Mittelfeld einen Ball vertändelte und dann zu einem Foulspiel greifen musste. Den Freistoß boxte Torwart Lukas Hradecky, der von Haris Seferovic dabei behindert wurde, direkt vor die Füße von Lars Stindl, dessen Schuss abgefälscht in den Winkel flog (36.). Es war der Anfang vom Ende, denn nach vorne  bekamen die Frankfurter überhaupt keinen Stich. Und es war ausgerechnet Hradecky, der einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Sah er schon bei diesem Tor nicht besonders gut aus, so legte er das 2:0 durch Raffael (54.) direkt vor.

Lars Stindl leitet den Sieg der Borussia ein.  Foto: dpa

Bei einem Abwehrversuch außerhalb des Strafraums traf er den Ball nicht richtig, Raffael hatte dann keine Mühe, den Ball aus gut 35 Metern ins leere Tor zu heben. „Ich hoffe, dass ich alle meine Fehler in diesem Spiel gemacht habe. Das war ein Scheißtag heute“, sagte er später. Dass er in dieser Woche wegen eines Hexenschusses so gut wie nicht trainieren konnte, wollte er nicht als Entschuldigung gelten lassen. „Ich war 100-prozentig fit.“ Aber auch mit einem Hradecky in Topform wäre die Eintracht als Verlierer vom Platz gegangen, sie hatte nicht den Hauch einer Chance, etwas Zählbares mitzunehmen.  „Trotz der individuellen Fehler fehlt mir die Fantasie zu glauben, dass wir hier was hätten holen können“, fasste auch Bruchhagen die niederschmetternden 90 Minuten zusammen. Dazu waren viel zu viele Eintracht-Profis weit unter Normalform geblieben – außer vielleicht Marco Russ und David Abraham.

Ein echtes Ärgernis war indes der Auftritt von Stürmer Haris Seferovic. Der Schweizer konnte nie seinen lustlosen, pomadigen  Eindruck verwischen, er arbeitete nicht für die Mannschaft, verlor nahezu jeden Ball. Eigentlich hätte er spätestens zur Halbzeit ausgewechselt gehört, doch erstaunlicherweise spielte er durch.


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Nun spitzt sich alles auf das vorentscheidende Spiel am kommenden Samstag gegen Hannover 96 mit Trainer Thomas Schaaf zu. Die Frankfurter sind zum Siegen verdammt, wollen sie überhaupt noch mal einen Silberstreif am Horizont sehen. „Das ist eines der wichtigsten Spiele der Saison“, sagte Hradecky. Und er versprach: „Da wird man eine andere Eintracht sehen und einen anderen Lukas.“ Sicher ist aber nur eines: Da treffen am Samstagabend die beiden derzeit schlechtesten Teams der Bundesliga aufeinander.


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