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Mythos der Unbesiegbarkeit: Festspiele im Stadtwald

Die Eintracht war für die Bayern lange Zeit ein rotes Tuch. "Die Bayern haben hier in Frankfurt nicht nur verloren, sie sind auseinander genommen worden. Das waren richtige Klatschen", erinnert sich Karl-Heinz Körbel.

Ein Tor für die Ewigkeit: Christoph Preuߒ Fallrückzieher.
Ein Tor für die Ewigkeit: Christoph Preuߒ Fallrückzieher.
Foto: ddp

Wenn Karl-Heinz Körbel, der Rekordbundesligaspieler, zurückdenkt an die vielen, vielen Duellen gegen die Bayern, dann lacht er lauthals. Da könnte er stundenlang erzählen, und er sieht dann immer so aus, als würde er sich vor diebischer Freude gleich mal krachend auf die Schenkel hauen. Man muss das verstehen: Charly Körbel hat eine ganz besondere Beziehung zum Rekordmeister von der Isar, das allererste seiner unfassbaren 602 Bundesligaspiele machte er gegen die Bayern und Gerd Müller, die Eintracht gewann, natürlich.

Körbel hat ohnehin eine halbe Ewigkeit kein Heimspiel gegen die Bayern verloren. 18 lange Jahre lang. "Erst Klaus Augenthaler hat diese Serie mit seinem Tor von der Mittellinie gegen Uli Stein durchbrochen." Das war am 20. August 1989. Und vorher? Körbel lacht erneut: "Die hatten schon die Hosen voll, wenn sie wussten, sie müssen nach Frankfurt. Hier gab es für die nix zu holen." So ähnlich sah das auch Franz Beckenbauer, seine Hoheit, er grantelte damals: "Die Fahrt hoch nach Frankfurt können wir uns eigentlich schenken."

Die Partien gegen die Großkopferten waren, wie Körbel sagt, immer "Festspiele", weil die großen und divenhaften Frankfurter Spieler dann immer beweisen wollten, dass sie es genauso gut können wie die aus München. Da fühlten sie sich angestachelt, an ihrer Ehre gepackt, die Eintrachtler, Bernd Hölzenbein, Jürgen Grabowski oder Bernd Nickel, weil es gegen die Besten der Besten ging. "Was waren das für Duelle: Grabi gegen Breitner. Holz gegen Schwarzenbeck und Beckenbauer. Körbel gegen Gerd Müller", sagt Körbel. Und er weiß, dass auch diese Spiele die Eintracht bundesweit und jahrzehntelang zur launischen Diva machten. Denn es war ja so: Gegen die Bayern gewonnen und dann beim Letzten kläglich verloren. So fing schon Körbels Karriere an: "Sieg gegen die Bayern, dann eine Niederlage in Oberhausen." Aber eines war immer klar: "Die Bayern haben hier in Frankfurt nicht nur verloren, sie sind auseinander genommen worden. Das waren richtige Klatschen", tönt Körbel.

Und diese Ansammlung an herausragenden Fußballern fabrizierte glorreiche Spiele, solche für die Ewigkeit. Da sei erinnert an das 6:0 in der Bundesliga, als Bernd Nickel Sepp Maier noch einen Eckstoß direkt ins Tor drehte. Oder das 5:1 im Uefa-Cup. Später dann, als die spielerische Klasse nur noch ab und an aufblitzte, reichte es noch zu einem furiosen 4:1-Sieg - mit folgendem Abstieg.

Später wurde es dann kurios: Da wechselte Giovanni Trapattoni einmal einen vierten Amateur ein und musste einen 5:2-Sieg auf dem grünen Rasen in eine 0:2-Niederlage am grünen Tisch quittieren. Und dann musste auch mal Feldspieler Michael Tarnat für die verletzten Torleute Oliver Kahn und Bernd Dreher in den Kasten - und hielt ihn sauber. Es waren immer herausragende, denkwürdige Fußballereignisse.

Das liegt lange zurück, in den vergangenen Jahren waren die Partien gegen die Bayern zumeist normale Bundesligaspiele, das heißt: zumeist behielten die Münchner die Oberhand. Ein letztes Mal freilich flackerte der alte Mythos auf, als Christoph Preuß den womöglich größten Moment seiner Karriere erlebte. Es war am 17. März 2007. Patrick Ochs hatte den Ball in die Mitte geflankt, und auf einmal lag der zurzeit so schwer am Knie verletzte Blondschopf quer in der Luft und hämmerte den Ball per Fallrückzieher am verdutzten Oliver Kahn in die Maschen. 1:0. Es war das Endergebnis und für die Eintracht ein Meilenstein in Richtung Klassenerhalt. Es war ein sagenhafter Treffer, natürlich das Tor des Monats und beinahe das Tor des Jahres, nur der Fernschuss aus der eigenen Hälfte des Bremers Diego gegen Aachen erhielt mehr Stimmen. Selbst Ottmar Hitzfeld, der damalige Bayern-Trainer, jubelte seinerzeit über die akrobatische Preuß-Nummer: "Ein fantastisches Tor." Christoph Preuß, der derzeit um die Fortsetzung seiner Laufbahn kämpft, wird "diesen Samstag niemals in seinem Leben vergessen".

Körbel übrigens glaubt noch heute an den Mythos der Unbesiegbarkeit gegen die Bayern: "Der Kalle Rummenigge kommt auch heute noch und sagt: ,Ach, diese ekligen Frankfurter, da haben wir immer eine auf den Deckel bekommen.' Die Bayern haben Respekt vor der Eintracht - das hat sich bis heute nicht geändert."

Autor:  INGO DURSTEWITZ
Datum:  28 | 10 | 2008
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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