Herr Petkovic, Sie sind ja am Wochenende in die Heimat nach Belgrad geflogen, um Ihre Habseligkeiten zu holen. Mit wie vielen Koffern kamen Sie nach Frankfurt zurück?
Mit vier Koffern, davon war in einem nur Fußballausrüstung, Schuhe und so.
Nikola Petkovic (22) kommt zum ersten Interview in Frankfurt mit den Fußballschuhen in der Hand. Der serbische U-21-Nationalspieler erweist sich als aufgeschlossener, freundlicher Zeitgenosse. An geschichtsträchtigem Ort, im Eintracht-Museum, steht er der FR Rede und Antwort.
Der Linksverteidiger, der bisher für FK Vojvodina, Genclerbirligi, Hacettepespor und Roter Stern Belgrad spielte, will sich möglichst schnell integrieren, seine in der Grundschule erlernten Sprachkenntnisse frischt er schon jetzt in Deutschkursen auf. Er fühlt sich gut aufgehoben, in der Mannschaft ist vor allem der serbokroatisch sprechende Kreso Ljubicic sein Ansprechpartner, auch der Mazedonier Aleksandar Vasoski hilft ihm, wo er kann.
Ob der bis 2012 gebundene Spieler schon am Samstag in Berlin auflaufen wird, ließ Trainer Friedhelm Funkel noch offen: "Mal sehen, wie er das Training und den ganzen Stress wegsteckt. Ich entscheide das aus dem Bauch heraus."
Und wann holen Sie den Rest?
Was für einen Rest? Ich habe alles mitgenommen, was ich habe.
In drei Koffern?
Ja klar.
Na so was. Wie ist Ihr erster Eindruck von Frankfurt?
Sehr gut. Ich wohne im Main Plaza, im Hotel direkt am Main. Von dort sieht Frankfurt toll aus, der Fluss, die Brücken, die Skyline. Gerade abends ist der Blick überwältigend. Das sieht klasse aus mit den ganzen Lichtern. Das begeistert mich wirklich.
War es für Sie überraschend, dass Sie in Frankfurt bleiben durften nach dem dreitägigen Probetraining?
Ich war überhaupt überrascht, dass ich eingeladen wurde. Ich spiele zwar für die U21, aber ich weiß, dass die Eintracht ein riesengroßer und bekannter Klub ist mit einem großen Namen. Es ist eine große Ehre für mich, für die Eintracht zu spielen. Aber ich habe fest daran geglaubt, dass es klappt. Und ich habe den Schritt gemacht, weil ich mir sicher bin, dass ich es packe.
Ist die Bundesliga für Sie eine große Herausforderung?
Ja, die Bundesliga ist ein Traum, sie ist für mich die stärkste Liga Europas. Und wenn ich an die Stadien denke, das ist schon eine ganz andere Nummer. Hier ist jedes Spiel wie ein Derby, die Stadien sind immer voll. Das ist in Serbien anders. Da kommen weniger Zuschauer, die Stimmung ist nicht so wie hier. Und Roter Stern Belgrad dominiert halt die Liga, das ist so ähnlich wie Bayern München in Deutschland. Die gewinnen halt meistens. Fußball spielt in Deutschland eine andere Rolle, das ist ein ganz anderes Niveau.
Haben Sie im Training einen Unterschied gemerkt zu der Arbeit in Serbien?
Nein. Da gibt es keinen. Den größten Unterschied sehe ich in dem Stellenwert, den Fußball hier hat.
Sie haben auch in der Türkei gespielt, sind dort aber nicht glücklich geworden. Weshalb?
Die Menschen dort waren schwierig, sie nehmen die Ausländer nicht so an. Da hatte ich so meine Probleme. Ich bin nie akzeptiert worden. Man kann bessere Leistungen bringen, wenn man sich wohlfühlt und akzeptiert wird. Das geht doch jedem Menschen so. Ich wollte da nur noch weg, und ich durfte dann zu Roter Stern Belgrad. Da ist für mich auch ein Traum in Erfüllung gegangen.
Wieso das?
Roter Stern ist mein Lieblingsverein, ich bin der größte Fan - seit ich ein Kind war. Ich bin zehn Minuten vom Stadion entfernt aufgewachsen, ich habe mir immer vorgestellt, wie es ist, da aufzulaufen. Es war immer ein Kindheitstraum, für Roter Stern zu spielen.
Und jetzt haben Sie dem Klub trotzdem den Rücken gekehrt. Schweren Herzens?
Ja. Es ist mir unheimlich schwergefallen, Belgrad zu verlassen. Aber ich musste diese Chance, in die Bundesliga zu wechseln, beim Schopfe packen. Ich hoffe allerdings, bei Roter Stern meine Karriere beenden zu können. Irgendwann mal.
War für Sie immer klar, Fußballprofi zu werden?
Ja, ich habe schon mit drei Jahren auf der Straße vor dem Haus gekickt, mit sechs war ich im Verein. Für mich gab es schon immer nur Fußball. Mein ganzes Leben hat sich nur um Fußball gedreht. Ich habe dann auch später ein Sportgymnasium besucht. Und wenn ich mal nicht in den Unterricht konnte, dann hat das der Verein entschuldigt.
Was wissen Sie über die Bundesliga, über Eintracht Frankfurt?
Mein Vater hat mir viel erzählt, auch welchen Stellenwert die Bundesliga schon vor 20 Jahren hatte. Er hat mir erzählt über Bayern München, den Hamburger SV - und Eintracht Frankfurt. Große Vereine mit großer Tradition. Und jetzt bin ein Teil des Ganzen. Das ist wunderschön.
Haben Sie aktuelle Eintracht-Spieler gekannt?
Amanatidis, Liberopoulos, Vasoski, Mahdavikia. Die kennt man.
Wie würden Sie Ihr Spiel beschreiben als linker Verteidiger?
Ich spiele sehr physisch, gehe voll rein in die Zweikämpfe - und immer nach vorne.
Immer nach vorne?
Ja, das ist mein Spiel. Aber ich will hier auch nicht so dick auftragen und erzählen, was ich für ein toller Spieler bin. Die Leute sollen sich einfach selbst ein Bild machen.
Und am Samstag in Berlin folgt die Feuertaufe. Sind Sie nervös?
Nein, aber ich würde mich freuen, zu spielen. Das ist ja klar. Aber ich will mich nicht damit belasten, ob es klappt oder nicht. Ich bin bereit. Das kann ich sagen.
Interview: Ingo Durstewitz
Übersetzung: Mirela Talic
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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