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22. Januar 2016

Oka Nikolov: Der Ami

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Ein Odenwälder in Philadelphia: Oka Nikolov in seiner neuen Heimat an der Ostküste  Foto: imago sportfotodienst

Wie Eintracht-Ikone Oka Nikolov in Philadelphia als Co-Trainer an seiner Karriere nach der aktiven Laufbahn bastelt.

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Als Eintracht Frankfurt vor zehn Tagen früh morgens vom Trainingslager aus den Vereinigten Arabischen Staaten zurückkam, war Oka Nikolov auch am Flughafen. Allerdings ein paar Stunden später, und er wollte auch nicht Hallo sagen, sondern Goodbye. Der langjährige Torwart der Hessen checkte da selbst ein, Ziel: Philadelphia, Pennsylvania, USA. Dort wird Oka Nikolov für die nächsten zwei Jahre arbeiten, als einer von drei Co-Trainern im Stab von Union-Chef-Trainer Jim Curtin. „Ich bin froh darüber“, sagt Nikolov bei der Abreise.

Es ist für den mittlerweile 41-Jährigen ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Schon 2013 weilte er eine Zeit lang in Philadelphia, damals aber noch als Aktiver. Es war ja sein großer Lebenstraum, einmal auch in den Staaten Fußball zu spielen, und diese Chance packte der Ballfänger nach 22 Jahren und 379 Spielen für Eintracht Frankfurt seinerzeit mit beiden Händen. Er löste seinen Lizenzspielervertrag auf und flog über den großen Teich. Er stand zwar nur in einem Freundschaftsspiel wirklich zwischen den Pfosten, ansonsten saß er auf der Ersatzbank, aber der Abstecher in die Neue Welt hatte sich für ihn allemal gelohnt: Es seien wertvolle Erfahrungen gewesen, die er da, fern der Odenwälder Heimat, gesammelt hatte, sagte er später. Und Nikolov hatte drüben viele Kontakte geknüpft. Und sie auch gepflegt.

Und diese Kontakte an die Ostküste der Vereinigten Staaten sind nie abgerissen. „Es stand immer im Raum, dass ich möglicherweise wieder kommen, wenn meine Erfahrung gefragt ist“, erzählt Nikolov. Im Herbst des vergangenen Jahres waren dann Verantwortliche von Union auf ihn zugekommen und hatten gefragt, ob er sich vorstellen könne, im Stab von Cheftrainer Curtin mitzuarbeiten. Nikolov konnte sich das sehr wohl vorstellen. „Jim Curtin war Co-Trainer, als ich das erste Mal da war“, sagte die Eintracht-Legende jetzt im Gespräch mit der FR.

Tipp Eintracht - Wolfsburg

Oka Nikolov, 41, gehört natürlich auch zu den zwölf Säulenheiligen der Eintracht. In der U-Bahn-Station Willy-Brand-Platz ist an zwölf Säulen eine „Legenden-Elf“ verewigt plus Trainer Jörg Berger. Neben Oka Nikolov sind Bilder von Uwe Bindewald, Bruno Pezzey, Karl-Heinz Körbel, Jürgen Grabowski, Uwe Bein, Jay-Jay Okocha, Alexander Schur, Bernd Hölzenbein, Bum-Kun Cha und Anthony Yeboah zu sehen.

Sein Tipp: 1:0

Seit Oktober sei klar gewesen, dass er als Coach in die Staaten gehe. Für zwei Jahre hat Nikolov unterschrieben, er soll als Assistent arbeiten und ein besonderes Auge auf die Torhüter haben. „Wir sind sicher, dass er unsere junge Gruppe mit seinen Fähigkeiten bestens führen kann“, lobte Philadelphias Sportdirektor Earnie Stewart zum Einstand auf der Union-Homepage.

„Der Trainerjob“, sagt Oka Nikolov, „ist die Schiene, die ich fahren will.“ Er hat in den letzten Jahren einiges ausprobiert, er hat geguckt, was ihm am ehesten zusagt: Er war Trainer in der Eintracht-Fußballschule bei Karl-Heinz Körbel, er war Torwarttrainer der U19 des DFB auf Honorarbasis, er war Jugendtrainer und Co-Trainer der mazedonischen A-Nationalelf bei der EM-Qualifikation. Und er sollte bei Eintracht Frankfurt internationale Projekte, etwa in die USA, anschieben. Am meisten habe ihm aber der Job des Trainers zugesagt, Nikolov besitzt bereits den A-Schein und er will seinen Fußball-Lehrer machen. Und die Chance, gleich als Coach zu arbeiten, habe ihm eben die Major League Soccer geboten, „in Deutschland hat mir keinen so einen Job angeboten. Und das mit Union ist ein guter Einstieg in den Beruf.“

In Philadelphia, wo es derzeit genauso kalt ist wie in Frankfurt, beginnt die Vorbereitung auf die Anfang März beginnende Saison mit dem Spiel gegen FC Dallas nach dem Draft am morgigen Sonntag. Weil Union Philadelphia, erst vor knapp acht Jahren gegründet, über keine Rasenheizung verfügt, findet Fußball made in USA zunächst in der Halle statt. Ab Februar aber wird Nikolov mit dem Team, im dem übrigens auch der ehemalige Schalker und Frankfurter Profi Tranquillo Barnetta spielt, zur Vorbereitung zweimal ein Trainingslager in Florida beziehen, eines in Clearwater und eines in Jacksonville. Florida kennt Nikolov auch ganz gut, auch dort, bei den Fort Lauderdale Strikers, hat er ein paar Monate im Tor gestanden, es war sein zweites US-Engagement als Aktiver. Union Philadelphia sei ein aufstrebender Klub, sagt Nikolov. Aber noch lange nicht dort, wo ihn die Verantwortlichen haben wolle. Die Play-offs (nach der normalen Runde) wurden zuletzt verpasst, man habe ein sehr junges Team. Auch sein Chef, Coach Curtin, einst MLS-Profi bei Chicago Fire, ist erst 36 Jahre alt. „Das Gute ist doch: Ich weiß genau, auf was ich mich einlasse.“

Nikolov findet Hradecky gut

Im Moment lebt Oka Nikolov noch im Hotel, in den nächsten Tagen wird sein Apartment in Old City bezugsfertig sein. Seine Familie bleibt vorerst in Erbach, Tochter Elena soll zunächst noch die siebte Klasse abschließen. Im Sommer werde man überlegen, ob die Familie dann ebenfalls nach Übersee nachkommt. Bis dahin wird Oka Nikolov auf sich gestellt sein. Aber das kennt er ja schon von seinem ersten Abstecher.


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Und natürlich wird er seine Eintracht nicht aus dem Blick verlieren. Und der „ewige Oka“ ist auch zuversichtlich, dass sein alter Klub die Klasse hält. Die Vorbereitung sei, alles was man so höre, gut gewesen, zudem habe sich kein Spieler verletzt, so dass keiner der Leistungsträger ausfalle. „Das ist enorm wichtig“, sagt Nikolov. Szablocs Huszti hält er für einen „geilen Kicker“, gegen den Ungarn hat er noch gespielt, „ein ganz feiner Fußballer“. Die beiden anderen Neuverpflichtungen, Marco Fabian und Kaan Ayhan, kann der frühere Torwart noch nicht richtig einschätzen, dazu kennt er sie zu wenig. Aber seinen Nach-Nachfolger im Kasten, Lukas Hradecky, den findet der 41 Jahre alte „Ami“ klasse. „Lukas macht einen richtigen guten Job.“ Und wer 22 Jahre im Tor stand, weiß, wovon er spricht.

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