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Pechvogel Preuß: Ein gutes Gefühl

Der Eintracht-Profi Christoph Preuß kämpft um sein Comeback: "Die Zuversicht wächst täglich". Von Ingo Durstewitz

Da war nur die nase gebrochen. Eine Kleinigkeit für Christoph Preuß.
Da war nur die nase gebrochen. Eine Kleinigkeit für Christoph Preuß.
Foto: rtr

Wer dieser Tage Christoph Preuß an die Strippe bekommt, kann den Eintracht-Profi schon mal leicht schnaufend am anderen Ende der Leitung auf dem Ergometer erwischen. Die Zuversicht in der Stimme ist trotz der Strapazen sehr leicht zu vernehmen. Preuß, zweimal am knorpelgeschädigten Knie operiert, sprüht vor Optimismus, das Trübsal ist verblasen, die tristen Tagen gehören der Vergangenheit an. Die nervenden Gedanken ans Karriereende sind zwar nicht gänzlich verbannt, aber doch in den Hinterkopf gerückt. "Mit jedem Tag wächst meine Zuversicht", sagt er.

Preuß als Pechvogel zu bezeichnen, ist fast schon eine Untertreibung, es gibt kaum eine Verletzung, die er nicht hatte. Am schlimmsten hat es ihn zweifelsfrei vor gut anderthalb Jahren erwischt, als die niederschmetternde Diagnose Knorpelschaden lautete. Es folgten zwei Operationen, eine führte die Kapazität schlechthin durch, Richard Steadman in Vail, Colorado. Er operiert seine Patienten mit der von ihm selbst erfundenen Microfracture-Methode. Demnach wird der Knochen ein wenig angebohrt, in der Hoffnung, dass sich neuer Knorpel bildet.

Preuß' Knorpelschaden ist ein schwerwiegender, komplizierter als die von Christoph Spycher oder Ioannis Amanatidis. Der Blondschopf aus Großen-Linden bei Gießen musste gerade in den ersten Wochen nach der Operation bei jeder Bewegung aufpassen. Jeder falsche Schritt hätte das endgültige Aus für die Laufbahn bedeuten können. Seine Karriere hing am seidenen Faden, mittlerweile sieht es zwar besser aus, doch Entwarnung kann man noch nicht geben. "Ich habe die Gedanken, dass es vorbei sein könnte, nicht völlig weggeschoben. Aber ich weiß damit zu leben."

Anfang dieser Woche kam der nächste Trainingsplan aus den Vereinigten Staaten in das Reha-Zentrum nach Neu-Isenburg geflattert. Die Belastungen sollen gesteigert werden. Anfangs, berichtet der 27-Jährige, habe er Kniebeugen ohne Gewicht gemacht, dann mit leichten Hanteln, nun soll er schon eine Stange mit schweren Gewichten auf die Schulter legen und in die Hocke gehen. "Das ist der nächste Schritt."

Der Spieler hat lernen müssen, seine Ungeduld zu bändigen. Die Fortschritte sind klein, aber doch sichtbar. Im Mai soll er mit Jogging beginnen. "Das ist für mich der bisher größte Schritt", sagt Preuß. Das Knie, und das ist die wichtigste Botschaft für den Musterprofi, reagiert nicht, er ist sein Monaten beschwerdefrei, er hat wieder Zutrauen in das sensible Gelenk gefunden. "Es ist nix zu sehen, es ist nix zu spüren", befindet er. Er hat auch darauf verzichtet, weitere Kernspinbilder anzufertigen. "Es kommt auf das Gefühl an." Und das ist gut.

Natürlich schließt sich da die Frage an, wann er denn nun tatsächlich auf den Fußballplatz zurückkehren wird. Preuß will sich nicht festlegen. "Ich habe kein Datum im Kopf", sagt er. Er will sich nicht selbst unnötig unter Druck setzen. Das habe er auch in einem Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen so vereinbart. "Er sagte mir, ich solle mir Zeit lassen und in aller Ruhe genesen", berichtet der Familienvater. Und wenn es doch nichts werden sollte mit einem Comeback? Es gibt Signale, dass ihn die Eintracht in irgendeiner Form einbinden wird, doch spruchreif ist nichts. "Ich will ja wieder spielen. Alles andere werden wir sehen."

Autor:  INGO DURSTEWITZ
Datum:  17 | 4 | 2009
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1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
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