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Peter Fischer: Am Blonden scheiden sich die Geister

Eintracht-Präsident Peter Fischer ist ein Mann, der polarisiert - mit einem Gardemaß von 2,01 Meter und lila Anzug fällt der glänzende Rhetoriker auf. Jetzt sollen "Feinde auf der anderen Seite" einen despektierlichen Artikel über ihn lanciert haben. Von Thomas Kilchenstein


Foto: Getty

Peter Fischer ist ein Mann, der polarisiert. Nicht nur als Präsident von Eintracht Frankfurt. Er ist eine schillernde Figur, er liebt es, im Rampenlicht zu stehen. Er ist ein glänzender Rhetoriker, er feiert gern und oft, und es wird sich gewiss niemand finden lassen, der ihm mangelndes Selbstbewusstsein unterstellen würde. Der Mann, keine Frage, fällt auf, nicht nur wegen seines Gardemaßes von 2,01 Metern.

Er klettert schon mal im sündhaft teuren lilafarbenen Anzug wegen eines Sponsorentermins auf die Alte Oper. Er ist Teilhaber eines Beachklubs auf Ibiza, lässt sich mit Bikini-Mädchen fotografieren, engagiert sich aber auch mit viel Herzblut (und Geld) für Opfer des Tsunami 2004 in Thailand. So leicht zu fassen ist der 53-Jährige nicht. Jetzt ist der Geschäftsmann unter Druck geraten, soll nach Angaben des Nachrichtenmagazins Spiegel Anleger hinters Licht geführt haben. Zudem wartet Eintracht Frankfurt noch auf Sponsorengelder in Höhe von 270.000 Euro. Den Deal soll Fischer eingefädelt haben.

Vier Spiele Sperre

Patrick Ochs von Eintracht Frankfurt ist vom DFB-Sportgericht am Montag im schriftlichen Verfahren für vier Bundesligaspiele wegen rohen Spiels gesperrt worden. Der rechte Verteidiger war am Samstag beim Spiel gegen den 1. FC Köln in der 54. Minute nach einem rüden Foul an Fabrice Ehret des Feldes verwiesen worden.

Der Frankfurter Defensivspieler gilt als Wiederholungstäter, weil er zuletzt im Mai beim 0:5 gegen Werder Bremen vom Platz geflogen war. Erschwerend kam hinzu, dass Ehret wegen einer beim Foul erlittenen Verletzung ausgewechselt werden musste. Eintracht-Trainer Michael Skibbe will Patrick Ochs zudem mit einer internen Geldstrafe belegen.

Fischer bestreitet die Vorwürfe vehement und mit der Macht der so überreich aus ihm heraussprudelnden Worte. Er ist sauer, spricht von einem "gekauften Artikel" und streut ganz ungeniert, die Informationen an das Hamburger Magazin sei womöglich lanciert worden - "von Feinden der anderen Seite". Gemeint sind wohl seine Rivalen im Aufsichtsrat der Eintracht AG, denen der Lebemann mit Hang zur Selbstinszenierung zuweilen wider den Strich geht. Fischer, ganz klar, hat auch Feinde. Sein gerne zur Schau getragenes Platzhirschgehabe kommt nicht überall gut an. Und vielleicht gibt es hinter den Kulissen noch ein paar unbeglichene Rechnungen.

Es knackt und knirscht oft genug in der Zusammenarbeit zwischen Verein und AG

Auch wenn der Spiegel nach FR-Informationen aus anderen Quellen fischte, so zeigt die Reaktion Fischers doch, dass er den handelnden Personen in der AG manches zutraut. Wie es umgekehrt Leute gibt im Klub, die nicht nur klammheimlich feixen über das juristische Ungemach, das über den lauten Präsidenten hereinzubrechen droht, sondern ihm auch ein windiges Geschäft zutrauen.

Hinzu kommt: Manche im Eintracht-Machtgefüge sähen es ganz gern, wenn Fischer vor Gericht abgewascht würde. So wäre er als Bewerber für den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden beschädigt, den er, wie viele glauben, anstrebt. Amtsinhaber Herbert Becker, 72, ist bis Juni kommenden Jahres gewählt.

Die unappetitliche Angelegenheit wirft ein Schlaglicht auf das Verhältnis zwischen dem eingetragenen Verein Eintracht Frankfurt, in dem 16 Abteilungen ein Zuhause haben, und der AG, in die 2000 der Profifußball ausgegliedert wurde. der Umgang miteinander ist - nach wie vor und immer mal wieder - nicht frei von Spannungen.

Das liegt auch an den Besitzverhältnissen: Der Verein hält 72 Prozent an der AG, über 28 Prozent verfügen die verschwiegenen und öffentlichkeitsscheuen "Freunde der Eintracht". Fischer weist bei jeder Gelegenheit darauf hin, dass der Verein die Mutter der ausgegliederten AG sei. Bei der letzten Präsidentenwahl erhielt der Familienvater fast 100 Prozent der Stimmen. Die AG unterstützt den Verein in diesem Jahr mit vier Millionen Euro, so viel wie noch nie.

Der jüngste öffentliche Streit zwischen e.V. und AG entbrannte wegen des lieben Geldes. Der Aufsichtsrat wollte eine Dividende von etwa 400000 ausschütten, der Verein als Mehrheitsgesellschafter forderte rund 800000 Euro mehr. Die AG, die das Geld für Verstärkungen des Lizenzspielerkaders gut gebraucht hätte, zürnte. Der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen sprach süffisant von "überraschenden Geldabflüssen" und ballte die Faust in der Tasche. Fischer räumte später Fehler in der Kommunikation ein.

Auch zuvor schon knirschte und knackte es in der Zusammenarbeit. Man hat - trotz schöner Schaufensterreden - nicht oft den Eindruck, dass gemeinsam an einem Strang gezogen wird. Denn weiterhin sind AG und Verein praktisch zwei getrennte Gebilde, die obendrein auch räumlich weit auseinanderliegen: Die Profiabteilung draußen im Stadion, der Verein, inklusive der U23-Mannschaft und Jugendabteilung, am östlichen Ende der Stadt im Riederwald, wo jetzt ein neues Leistungszentrum errichtet wird.

Diese räumliche Trennung ist vielen eine Dorn im Auge. Auch der neue Cheftrainer Michael Skibbe plädiert vehement dafür, U23 und A-Jugend näher an die Lizenzspielerabteilung zu ziehen und enger mit ihr zu verzahnen. Damit würde der Einfluss des Vereins schwinden. Es bleiben spannende Tage bei der Eintracht.

Autor:  Thomas Kilchenstein
Datum:  25 | 8 | 2009
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Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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