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Eintracht Frankfurt
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10. Februar 2016

Probleme im Hintergrund: In rauer See

 Von 
Am Rande der Verzweiflung: Eintracht-Profi Bastian Oczipka als Symbolfigur nach der Niederlage gegen den VfB Stuttgart.  Foto: dpa

Die sportlich prekäre Situation der Frankfurter Eintracht hat Auswirkungen auf die Gesamtsituation des Unternehmens. Die schlechten Leistungen könnte die Wahl des neuen Sportvorstands und des kommenden Hauptsponsors beeinflussen.

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Im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart hatte Eintracht-Trainer Armin Veh alles aufgeboten, was noch nicht so lange mit dem Adler auf der Brust unterwegs ist. Als da wären: Szabolcs Huszti (45 Minuten vorne links, 45 Minuten zentral), Marco Fabian (90 Minuten zentral offensiv), Yanni Regäsel (73 Minuten hinten rechts), Kaan Ayhan (45 Minuten zentral defensiv) und Änis Ben Hatira (45 Minuten vorne links). Alle fünf Neuen waren lange im Einsatz, vier standen in der Anfangsformation. Das ist bemerkenswert.

Man kann, wenn man möchte, daraus folgern, dass in der Transferpolitik im Sommer etwas schiefgelaufen sein muss, wenn man im Winter derart korrigierend eingreift und fast alle Zugänge gleich eine tragende Rolle einnehmen. Man kann aber genauso gut konstatieren, dass die Neuen eine gewisse Qualität mitbringen und sich schnell eingelebt haben. In jedem Fall ist der Konkurrenzkampf neu entfacht worden. Das war das Ziel, und das muss nicht schlecht sein.

Und doch wirft es kein gutes Bild auf die Mannschaft, die in der Vorrunde auf dem Platz stand. Das wäre, andererseits, aber auch verwunderlich, denn wer von Europa geträumt hat und sich dann mit 17 Punkten in die Winterpause rettet, der kann nicht besonders überzeugend aufgetreten sein.

Die Eintracht ist ordentlich aus der Winterpause gekommen, vier Punkte gegen Wolfsburg, in Augsburg und gegen Stuttgart sind okay. Doch der große Befreiungsschlag, die Hoffnung auf eine richtige und keine kleine Serie hat sich nicht erfüllt. Wahrscheinlich war der VfB am Samstag dazu einfach zu stark. Das muss man auch mal anerkennen. Positive Ansätze sind aber vorhanden.

Und dass die Frankfurter schnell unten rausmarschieren, das haben sich die Verantwortlichen natürlich gewünscht, aber fest damit gerechnet haben sie nicht. Zurzeit scheint es eher so, als blieben die Hessen noch lange im Abstiegskampf verhaftet. Das ist kein Grund zur Panik, in den bevorstehenden Spielen können sie verlorenes Terrain zurückerobern. Der Druck ist trotzdem da.

Und die Zuschauer sind aufgrund der verkorksten Hinrunde offenkundig nicht besonders nachsichtig: Gegen Wolfsburg verloren sich gerade einmal 35 000 Besuchers in der Arena. Das kann man sicher mit der geringen Attraktivität des Gegners aus Niedersachsen und dem geringen Fanaufkommen des VfL erklären, aber auch gegen den VfB Stuttgart kamen nur 42 000 Zuschauer – obwohl der Gästeblock prall gefüllt war. Da gab es schon mal andere Zeiten im Stadtwald.

Die Aussicht auf ein langes Ringen um die Zugehörigkeit zur Premiumklasse fesselt den ganzen Verein aber in gewisser Hinsicht. Ein Abstieg, der fünfte, wäre ein Gau. Auch deshalb hat sich die Sportliche Leitung in Absprache mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat dazu entschieden, im Winter das Team zu frisieren. Und keine Kosten gescheut. Das ist nur allzu logisch, weil ein Abstieg das ganze Gebilde wieder ins Wackeln bringen würde. „Nichts ist teurer als ein Abstieg“, sagt Vorstand Axel Hellmann gerne. Den letzten Sturz ins Untergeschoss des deutschen Fußballs im Jahre 2011 bezifferte er als einen 50 Millionen Euro kostspieligen Betriebsunfall.

Auf der Suche nach dem Königsweg: Eintracht-Präsident und Aufsichtsratsmitglied Peter Fischer.  Foto: dpa

Ein ähnliches Horrorszenario will der Klub nicht mehr erleben. Ein erneuter Abstieg würde den stolzen Traditionsverein weit zurückwerfen, auch im Hinblick auf die aufstrebende Konkurrenz wie die potenten Bullen aus Leipzig. Ein erneuter Fall soll, natürlich, mit allen Mitteln vermieden werden. Da ist Trainer Armin Veh und die Mannschaft gefordert.


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Doch die triste sportliche Situation wirkt sich auf das Unternehmen aus. Das lange ausgeheckte Genussscheinmodell, das dem Klub zehn Millionen Euro bringen und nicht nur in das spielende Personal, sondern auch in die Aufstockung des Eigenkapitals verwendet werden sollte, ist zunächst einmal auf Eis gelegt. Dazu sind die Zeiten zu rau und unfreundlich. Das bestätigte Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing im HR-Fernsehen. „Wir haben die Pläne erst mal ad acta gelegt“, sagte er. „Das Produkt hängt momentan ein bisschen“, führte der Börsenmakler im Hinblick auf die prekäre sportliche Situation aus und ergänzte: „Und die Börsensituation ist auch eher auf Crashniveau.“ Davon ist der Klub noch ein gutes Stück weit entfernt.

Doch die Lage ist ernst, und das könnte durchaus Auswirkungen auf die Suche nach einem neu zu installierenden Sportvorstand haben, der dann sein Amt antreten soll, wenn Heribert Bruchhagen im Sommer nach fast 13 Jahren abdanken wird. Peter Fischer, Vereinspräsident und Mitglied des dreiköpfigen Hauptausschusses (dem noch Steubing und Philip Holzer angehören), sagte zwar noch vor wenigen Wochen: „Wenn einer abwarten will, ob wir Siebter oder 17. werden, ist das ein K.o.-Kriterium.“

Doch es wäre naiv zu glauben, dass die Gespräche mit den Kandidaten ungeachtet der sportlichen Situation geführt werden können. Geplant ist, den neuen Mann im April präsentieren zu können. Das kann klappen, muss aber nicht. Hängt von der aktuellen Lage und auch den Vorstellungen der Aspiranten ab. Keine Rolle spielen Horst Heldt (Schalke 04), Fredi Bobic (Ex-VfB Stuttgart) oder auch der vom Boulevard ins Spiel gebrachte Jochen Schneider (ebenfalls früher in Stuttgart). Und auch Coach Armin Veh, obzwar weiterhin immer mal genannt, wird nicht vom Trainingsplatz auf den Bürosessel wechseln. Bruno Hübner wird als Sportdirektor ein wichtiger Bestandteil bleiben.

Auch auf die Suche eines neuen Hauptsponsors wirkt sich der Tabellenplatz aus. Trikotpartner Alfa Romeo (mit der Mutter Fiat) wird im Sommer von der Brust gehen. Die Italiener haben die Eintracht jährlich mit sechs Millionen Euro unterstützt. Der Verein hofft nach wie vor, einen adäquaten Nachfolger präsentieren zu können. Doch auch hier ist langer Atem gefragt und die Hoffnung auf eine schnelle Konsolidierung auf dem tabellarischen Sektor gewünscht. Das würde vieles vereinfachen. Vielversprechende Gespräche sind bereits geführt, doch ein Abschluss noch nicht getätigt.

Die Führungsspitze muss den Spagat schaffen, die generelle Ausrichtung des Klubs, die sehr wohl international ausgelegt ist (auch was die Partnerschaften angeht), voranzutreiben – ohne sich zu sehr vom Tagesgeschäft abhängig zu machen. Das ist die Quadratur des Kreis. Denn ein ganzer Verein hängt quasi am Tropf der Fußballmannschaft und von dem, was am Wochenende auf dem Platz passiert.

Da haben die Profis am Samstag die nächste Gelegenheit, für ein bisschen mehr Gelassenheit und Entspannung auf allen Ebenen zu sorgen – Köln, Müngersdorf, ab 18.30 Uhr.

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