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Reservist Bellaid kritisiert Eintracht-Boss: "Wie ein Messer im Rücken"

In Habib Bellaid brodelt es ob seiner Reservistenrolle bei der Eintracht. Vor allem ärgere ihn, dass Heribert Bruchhagen ihm nicht früh genug gesagt habe, dass man ihn loswerden wolle.

Habib Bellaid im Spiel der Eintracht gegen Werder Bremen im Mai 2009.
Habib Bellaid im Spiel der Eintracht gegen Werder Bremen im Mai 2009.
Foto: Getty

Je länger Habib Bellaid nach dem 13:1-Tespielsieg der Frankfurter Eintracht am Dienstagabend gegen eine Gießener Bezirksauswahl in fast akzentfreiem Englisch über seine Reservistenrolle redete, desto mehr war dem Franzosen anzumerken, wie sehr es in ihm brodelte. "Am zweiten Tag der Vorbereitung hat mich Heribert Bruchhagen in sein Büro bestellt. Ich habe mich gefragt, was er von mit will. Als er mir dann gesagt hat, dass ich meinen Manager anrufen und der mir einen neuen Verein suchen soll, weil die Eintracht Geld braucht, war das, als hätte mir jemand ein Messer in den Rücken gestoßen", berichtete der 23-Jährige über seine Unterredung mit dem Eintracht-Boss.

"Wenn man mir direkt nach der Saison gesagt hätte, dass man mich nicht mehr will, wäre es okay gewesen und ich hätte genug Zeit gehabt, mir einen neuen Verein zu suchen. So war es aber zu spät, weil der Spielermarkt voll ist", sagte der Franzose, der 2008 für 2,5 Millionen Euro von Racing Straßburg nach Frankfurt gewechselt war. Dort konnte der U-21-Nationalspieler aber den zu AEK Athen abgewanderten Sotirios Kyrgiakos nie ersetzen und kam nach oft schwachen Leistungen nur durch die Verletzungen von Aleksandar Vasoski und Chris zu 22 Einsätzen. Hinter den beiden sowie Marco Russ und Neuzugang Maik Franz ist der technisch beschlagene, aber oft leichtsinnig agierende Bellaid derzeit nur Innenverteidiger Nummer fünf.

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Am Mittwoch hat der Sohn einer algerischen Mutter und eines tunesischen Vaters noch vor dem Training Trainer Michael Skibbe angesprochen und ihm berichtet, dass er seinen Frust am Vorabend vor der Presse losgeworden ist. Skibbe äußerte Verständnis, machte ihm aber auch klar, dass "das nichts an seiner Situation ändert". Die habe er Bellaid vor der Saison bereits beschrieben, ihn gleichzeitig aber auch ermuntert, sich reinzuhängen. Alsbald war der Chefcoach dann zu der Erkenntnis gekommen, "dass Habib manchmal in seinem Spiel einen Bock drin hat, den man nicht haben darf". Gleichwohl werde man den Franzosen, dessen Vertrag bis 2012 läuft, "nicht wegjagen". Lieber wäre es Skibbe allerdings, er hätte einen unzufriedenen Spieler weniger im ohnehin aufgeblähten Kader.

Auch Jung hat schweren Stand

"Ich bin mit 23 in einem Alter, indem ich spielen muss", sagt Bellaid, der nicht davon ausgeht, bis zum Transferschluss am nächsten Montag noch einen neuen Klub zu finden. "Ich habe sechs Monate gebraucht, um mich in Frankfurt einzuleben. Danach ist es sportlich immer besser für mich gelaufen", findet Bellaid. Zu dem Vorwurf, dem Spieler dessen mangelnde Perspektiven nicht frühzeitig klargemacht zu haben, "will ich mich nicht äußern" sagte Klubchef Bruchhagen der FR. Skibbe ergänzte, Bellaid sei seines Wissen nach über dessen Berater (Jürgen Milewski, die Red.) bereits Ende vergangener Saison ein Abgang nahegelegt worden.

Im Abseits steht bisher auch Rechtsverteidiger Sebastian Jung. "Ich dachte eigentlich, dass ich bei meinen sechs Spielen in der Rückrunde bewiesen habe, dass ich mithalten kann, aber der neue Trainer hat mir gesagt, dass ich nicht so weit bin", sagte der Rechtsverteidiger, der unter Skibbe noch nie im 18er-Kader stand. Obwohl Patrick Ochs wegen einer Rotsperre am Samstag gegen Dortmund fehlt, dürfte Franz den Vorzug vor dem 19-Jährigen erhalten. Da auch der genesene Pirmin Schwegler rechts verteidigen kann, könnte Jung erneut nicht zum Aufgebot gehören, "was besonders enttäuschend für mich wäre". Skibbe beschied immerhin, "Sebi" habe beim Test in Gießen gezeigt, "dass er es gut kann".

Bellaid hat unterdessen inzwischen ein Rezept gefunden, mit seinem Frust umzugehen: "Wenn ich nach Hause komme und meinen kleinen Sohn sehe, ist wieder alles okay."

Autor:  Jürgen Heide und Jan Christian Müller
Datum:  26 | 8 | 2009
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2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
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