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Eintracht Frankfurt
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24. November 2012

Schalke 04 gegen Eintracht Frankfurt: Reifeprüfung bestanden

 Von Thomas Kilchenstein und Ingo Durstewitz
Klaas-Jan Huntelaar und Bamba Anderson kämpfen um den Ball.  Foto: dapd

Eintracht Frankfurt ist auf Schalke gegen den punktgleichen Verfolger zu einem 1:1-Unentschieden gekommen. Der FC Schalke hat für den Kraftakt in der Champions League zahlen müssen - die Eintracht kann sich in der Spitzengruppe halten.

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Am Ende war es mal wieder Kevin Trapp, der phänomenale Torhüter der Eintracht, der seinen Farben den Punkt rettete. Es lief schon die zweite Minute der Nachspielzeit, die Eintracht verteidigte das 1:1 (1:1) mit Mann und Maus in Unterzahl – Karim Matmour war gerade unberechtigterweise des Feldes verwiesen wurde - , als der Schalker Einwechselstürmer Teemu Pukki abzog. Der Schuss aus 16 Metern war sogar noch leicht abgefälscht, er wäre im unteren Eck gelandet, wenn sich nicht Kevin Trapp ganz lang gemacht hätte und die Kugel neben den Pfosten lenkte.

Ein paar Augenblicke später war die Partie beendet, die Eintracht hatte auf Schalke ein Unentschieden mit etwas Fortune über die Zeit gebracht. „Wenn ich da hinten drin stehe, kann ich schon mal einen halten“, sagte er hinterher bescheiden. Es war, auch das muss man sagen, seine einzige außergewöhnliche Tat – mehr musste er in den 90 Minuten nicht tun.

Es war wieder eine sehr anspruchsvolle Vorstellung der Eintracht, vor allem in der ersten Halbzeit dominierten die Frankfurter. Es war zeitweise eine wahre Augenweide, wie die Hessen spielten, mutig, offensiv, immer nach vorne, ganz erstaunlich. Kapitän Pirmin Schwegler sprach gar davon, „fantastisch gespielt“ zu haben. „Wenn man gegen eine Champions League-Mannschaft so spielt, kann man nur zufrieden ein“, sagte auch Torhüter Trapp. Auch Klubchef Heribert Bruchhagen, zuvor ausgesprochen entspannt, fand lobende Worte, „überragend gespielt“, sagte er, „sehr eindrucksvoll“.

Eintracht die spielerisch reifere Mannschaft

In der Tat war es sehr schön anzusehen, wie die Hessen auftraten. Sie drängten die Schalker tief in die eigene Hälfte, sie hatten eine Idee vom Spiel, sie agierten frech und forsch, so wie immer eigentlich in dieser Saison. „Dass wir nach 13 Spieltagen so weit oben stehen, ist kein Zufall“, sagte Trainer Armin Veh. „Wir haben unsere Leistung über einen langen Zeitraum bestätigt.“ Ein bisschen durften sich die Frankfurter auf Augenhöhe mit dem FC Schalke 04 fühlen. Blöderweise lagen die Frankfurter nach elf Minuten allerdings schon zurück. Dieses Tor ging ganz allein auf die Kappe von Stefan Aigner, der den Ball in der Vorwärtsbewegung leichtfertig verlor, Lewis Holtby schnappte sich die Kugel, bediente Jan-Klaas Huntelaar, der mit links die Führung der Hausherren erzielte.

Es war bereits der dritte kapitale Bock des rechten Mittelfeldspielers in dieser Runde, gegen Leverkusen und Augsburg führten Aigners Ballverluste ebenfalls direkt zu Gegentoren. Doch die Eintracht schockte das nicht. „Bei uns gingen die Köpfe nicht unter. Wir haben einfach weitergemacht. Das ist eine Qualität“, sagte Veh. Und wie sie weitergemacht haben. Bastian Oczipka, der sich rassige und packende Duelle mit Jefferson Farfan lieferte, hatte mal wieder perfekt geflankt und nur 75 Sekunden später war der Ausgleich gefallen – durch Stefan Aigner. Es war seine erste Ballberührung nach dem Fauxpas und bereits sein fünfter Treffer.

Danach spielte nur die Eintracht, sie war die spielerisch reifere, bessere Mannschaft. Doch Aigner schaffte es, nach einem genialen Pass von Takashi Inui die Kugel aus vielleicht fünf, sechs Metern weit neben das Tor zu schießen. Auch Karim Matmour, der insgesamt eher unglücklich agierte, hatte eine sehr gute Möglichkeit auf dem Fuß, die er vertändelte. Eine Führung zu Pause wäre hoch verdient gewesen.

Teuer bezahlter Punkt

Im zweiten Abschnitt änderte sich das Bild komplett. Da waren plötzlich die Schalker, die in ersten Halbzeit vornehmlich auf Konter setzten und auf Fehler der Eintracht im Aufbauspiel warteten, obenauf. Ihr Umschaltspiel war anfangs beeindruckend schnell, nach der Pause entwickelten sie zudem einen enormen Druck, ohne freilich das Frankfurter Tor – bis aufs Ende – ernsthaft in Gefahr zu bringen. Trotzdem: „In manchen Szenen hatten wir schon ein Quäntchen Glück“, resümierte Veh nach den „zwei verschiedenen Halbzeiten.

„In der zweiten Halbzeit haben wir dagegen halten müssen“, sagte Alexander Meier, wieder überall zu finden auf dem Platz. Von daher sei das Ergebnis „total gerecht“. Dass man abgebaut habe, „lag halt auch am Gegner, der stark gespielt hat“ (Veh). Und Schwegler meinte: „Man kann nicht ernsthaft davon ausgegangen, dass wir einen Champions League-Teilnehmer über 90 Minuten dominieren können.“ Es reichte nur zu 45 Minuten.

Und doch hat die Eintracht diesen Punkt teuer bezahlt. Matmour wird wegen der Gelb-Roten Karte am Dientag gegen den FSV Mainz 05 definitiv fehlen. Wer für ihn in die Sturmmitte gehen wird, ist völlig offen. Olivier Occean reihte eine weitere indiskutable Leistung an seine vielen schlechten. Erwin Hoffer war am Samstag auf Schalke wegen einer Sprunggelenksblessur nicht im Kader, und wie weit Dorge Kouemaha ist, weiß niemand. Zudem musste Innenverteidiger Bamba Anderson angeschlagen vorzeitig vom Platz.

„Das sieht nach einer schweren Verletzung aus“, sagte Bruchhagen in einer ersten Diagnose. Der Brasilianer zog sich vermutlich eine Bauchmuskelblessur zu. Sein Einsatz am Dienstag scheint ausgeschlossen. Auf Schalke hatte Sebastian Jung aushilfsweise diese Position übernommen. Auch gegen Mainz? Vadim Demidov, der verteidigen könnte, war verletzungshalber gar nicht im Kader. „Jetzt wird es eng“, sagte Heibert Bruchhagen, „aber dafür haben wir einen Trainer, der sich etwas einfallen lassen muss.“

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