Heribert Bruchhagen wirkte dann doch leicht genervt von der Frage nach Albert Streit. Er habe partout keine Lust mehr, immer wieder irgendwelche Namen von potenziellen Neuzugängen zu dementieren, sagte der Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Eintracht. "Erst Fahrenhorst, jetzt Streit und morgen dann wieder ein anderer."
In Zukunft, kündigte der angesäuerte Klubchef noch an, werde er zu keinen Kandidaten mehr Stellung beziehen. Bei Streit indes machte er noch mal eine Ausnahme: "Albert Streit wird nicht zurückkehren", sagte Bruchhagen. "Es gibt keine Anfrage unsererseits, es gibt kein Interesse, bei uns ist seine Position besetzt."
Überdies spiele der zurzeit von Schalke an Hamburg ausgeliehene Mittelfeldmann in einer anderen Gehaltsklasse. "Er ist in einem Gefüge zu Hause, über das wir uns gar keine Gedanken machen." Bruchhagen nennt die Grundgehälter zur Verdeutlichung: "Bei uns hat er 60.000 Euro im Monat verdient, auf Schalke 175.000. Das spricht doch für sich."
Die Hamburger Morgenpost hatte berichtet, Streit kehre zu seinem Ex-Klub Frankfurt zurück. Das schien auch schon deshalb wenig wenig wahrscheinlich, weil Streit nach seinem Abschied aus Frankfurt an Bruchhagen kein gutes Haar ließ und dem Eintracht-Boss schlechten Stil attestierte. "Er hat mich, auf gut deutsch gesagt, verarscht", sagte Streit bei Dienstbeginn auf Schalke. Ob immer nur die anderen schuld sind?
Bisher ist Streit nirgendwo in Frieden geschieden, es gab immer Ärger mit dem streitbaren und unbequemen Spieler. In Hamburg ist er auch schon wieder in Ungnade gefallen. Streit, das Enfant terrible der Bundesliga, hat an der Elbe nun wahrlich nicht lange gebraucht, um auf dem Abstellgleis zu landen.
Der unbequeme Fußballprofi schaffte das Kunststück, in nur zehn Wochen auch in Hamburg im Abseits zu landen. Und es kommt noch dicker: Am Saisonende droht dem 29-jährigen Mittelfeldspieler die Rückkehr zu seinem von ihm ungeliebten Arbeitgeber Schalke 04. Die Kaufoption des derzeitigen Leihgeschäfts wird der HSV jedenfalls nicht ziehen.
Dass der frühere Eintracht-Profi in den verbleibenden Bundesligaspielen noch einmal für die Norddeutschen auflaufen wird, ist eher unwahrscheinlich. Zu phlegmatisch wirkte Streit bei seinen wenigen Kurzeinsätzen in den vergangenen Wochen, die ihm durchweg schlechte Noten einbrachten. Der negative Höhepunkt ereignete sich neulich im Bundesligaspiel des HSV beim VfB Stuttgart (0:1), wo Streit nach seiner späten Einwechslung die bittere Niederlage seiner Mannschaft maßgeblich mitverschuldete.
Denn statt den Aktionsradius seines Gegenspielers Jan Simak zu stören, ließ er diesen in aller Seelenruhe den Siegtreffer der Schwaben in der Nachspielzeit vorbereiten. Bei seinem unrühmlichen Zehn-Minuten-Einsatz hatte er es nur auf einen einzigen Ballkontakt gebracht.
Selbst der sonst so zurückhaltende HSV-Trainer Martin Jol konnte anschließend seinen Frust nicht verbergen und ließ seinen Ärger über Streits Fauxpas deutlich durchblicken. "Wenn Simak nicht so frei hätte handeln können, wäre das Tor nicht passiert", zürnte der Niederländer - seinen Kredit beim Coach hat Streit damit wohl schon verspielt.
Dabei sollte für den Flügelspieler bei seinem Wechsel im Februar an die Elbe alles besser werden. Er sprach von einer "Riesen-Chance", die er nutzen wolle. Und er wehrte sich gegen sein schlechtes Image. Alle bisherigen Vereine mit Ausnahme des FC Schalke 04 hätten mit ihm verlängern wollen: "So ein schlechter Kerl kann ich nicht sein", sagte er. Ihm lastet der Ruf des Abzockers und des Querulanten an.
Über gute Leistungen im Training wolle er sich beim HSV anbieten und an seinem Image arbeiten. Das ist wohl gründlich schiefgegangen. Gerade in der Zeit auf Schalke verdarb er sich seinen ohnehin schon miesen Ruf völlig. Als die Gelsenkirchener ihn aussortierten und in die zweite Mannschaft verbannten, polterte Streit im FR-Interview: "Ich habe hier noch dreieinhalb Jahre Vertrag, ich bekomme hier noch dreieinhalb Jahre sehr gutes Geld. Ich würde vielleicht leichte Abstriche machen, aber ganz sicher keine extremen."
Das Image des Abzockers hatte er danach endgültig an den Fersen haften. Er sieht die Schuld natürlich bei den anderen: "Auf Schalke ist mir der Spaß am Fußball vergangen", klagte er. "Ich bin da nur links liegengelassen worden." Komischerweise wurde es in Hamburg auch nicht besser.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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