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Eintracht Frankfurt
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18. März 2016

Sebastian Jung: Flitzer auf Eis

Sebastian Jung: Das Trikot ist immer noch gewöhnungsbedürftig.  Foto: imago/Revierfoto

Sebastian Jung muss nach seinem Kreuzbandriss einen neuen Anlauf nehmen – seiner alten Liebe Eintracht Frankfurt drückt er die Daumen.

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Sebastian Jung hat das Geräusch noch im Ohr, als sein Kreuzband riss. Kurz vor der Halbzeitpause, im Champions League-Hinspiel mit dem VfL Wolfsburg bei KAA Gent Mitte Februar, hörte er bei einer Abwehraktion „so ein Knacken im Knie“. Er musste sofort ausgewechselt werden, er konnte auch sein Bein nicht mehr richtig belasten, „aber ich habe mir nichts weiter dabei gedacht“, sagt er dieser Tage im Gespräch mit der FR. „Wird wohl was am Innenband sein“, habe er geglaubt, auch weil die Schmerzen nicht besonders groß waren. Zudem war Jung bis dato in seiner Karriere nie ernsthaft verletzt, mal was muskuläres, mehr nicht. Anderntags dann, wieder zurück in Wolfsburg und nach einer MRT-Untersuchung, der Schock. „Das war eine ganz bittere Diagnose“, sagt Jung: Riss des vorderen Kreuzbandes im Knie, Operation bei Dr. Ulrich Boenisch in der Hessingpark-Clinik in Augsburg, mindestens sechs Monate Pause. Bis Mitte, Ende August dieses Jahren will der Sebi wieder auf den Rasen zurück. Wenn alles gut geht.

Die schwere Knieverletzung trifft den 25-Jährigen, der vor eineinhalb Jahren zum VfL Wolfsburg gewechselt war, nachdem er zuvor sein ganzes Leben bei Eintracht Frankfurt hinten rechts verteidigt hat, zur Unzeit. Natürlich: Kreuzbandrisse kommen immer zur falschen Zeit, aber gerade jetzt war Jung drauf und dran, sich einen Stammplatz beim Champions-League-Teilnehmer zu ergattern. Zuletzt hatte der gebürtige Königsteiner auch gespielt, in der Rückrunde hatte er regelmäßig seine Einsätze. Sogar in Frankfurt durfte er spielen, er kam Mitte der zweiten Halbzeit für die Wölfe ins Spiel, wurde von den Fans erwartungsgemäß ausgepfiffen und bereitete das zwischenzeitliche 2:2 durch André Schürrle vor. Dass die Eintracht dank Alex Meier noch 3:2 gewonnen hatte, kann Jung – wie praktisch alle, die diese Partie gesehen haben – bis heute nicht verstehen. Jung: „Wir hätten klar führen müssen.“ Es sollte bis zum heutigen Tag der einzige Frankfurter Erfolg im Kalenderjahr 2016 bleiben.

Nein, es ging gerade schön aufwärts bei Sebastian Jung, den die Eintracht ja nur zu gerne zurückgeholt hätte. Seit seinem Weggang im Sommer 2014 krankt das Frankfurter Spiel auch daran, dass über rechts kaum noch Impulse nach vorne gesetzt werden. Doch alle Abwerbungsgespräche stießen ins Leere. „Im ersten Jahr wollte ich nicht, ich wollte mich durchsetzen beim VfL, auch wenn ich nicht so oft gespielt habe“, erzählt Jung. Und zuletzt, kurz vor Weihnachten, habe er ein sehr gutes Sechs-Augen-Gespräch gehabt mit Trainer Dieter Hecking und Manager Klaus Allofs, die klar gesagt hatten, auf ihn zu bauen, seine Chance werde noch kommen. „Und sie kam ja auch“, sagt Jung. Und dann kam der Kreuzbandriss.

Promitipp Sebastian Jung

Sebastian Jung, 25, muss lange überlegen. Aber nicht, weil er der Eintracht keinen Sieg zutraut, sondern er denkt darüber nach, ob Hannover 96 auch ein Tor gelingt. Dann traut er dem Tabellenletzten einen Treffer zu. Ändert aber auch nix daran, dass seine Eintracht dieses Spiel gewinnen wird - „nach zwei Meier-Toren“, sagt Sebi Jung. Das wird, leider, leider, nicht passieren, Meier wird nicht spielen. Am Sieg ändert das aber nichts.

Sein Tipp: 2:1

Die Bilanz von Sebastian Jung beim VfL Wolfsburg ist durchwachsen. Im ersten Jahr, als er für 2,5 Millionen Euro Ablöse seinem Heimatklub den Rücken kehrte, spielte er in der Liga 22 Mal und sechs Partien in der Europa League, in der zweiten Saison kam er nur auf elf Einsätze in der Bundesliga, aber auch auf vier Champions-League-Spiele, unter anderem gegen Manchester United. Aber Sebi Jung, der mit Freundin und Hund in Wolfsburg eine Wohnung bezogen hat und sich wohl fühlt, hat sich nie richtig durchsetzen können. Er pendelte ständig zwischen Startelf, Ersatzbank und Tribüne, Vieirinha und Christian Träsch sind harte Konkurrenz für den gelernten Bäcker. Beim DFB-Pokalsieg im vergangenen Mai gegen Borussia Dortmund (3:1) drückte er (gemeinsam mit Patrick Ochs) in Zivil auf der Tribüne Daumen, mithelfen, den Pott in die Autostadt zu holen, konnte er nicht.

Derzeit bleibt Jung nichts anderes übrig, als so schnell wie möglich wieder fit zu werden. Die Reha absolviert er bei Sporeg in Frankfurt in vertrauter Atmosphäre, er wohnt wieder bei seinen Eltern in Königstein, „in meinem Kinderzimmer“. Weil das auch vorübergehend keine Lösung ist, sucht er mit seiner Freundin in Frankfurt eine kleine möblierte Wohnung. Auch deshalb stattet er dem Riederwald, seiner alten Heimat, immer mal wieder einen Besuch ab. Die Kontakte zur Eintracht sind natürlich nie abgebrochen.

Und natürlich bereitet ihm die momentane Lage bei der Eintracht Sorge, „auch wenn ich nicht mehr so nah dabei bin“. Sebastian Jung immerhin gehörte zu jenen Spielern, die eine ähnliche Situation wie jetzt schon mal erlebt haben, 2011, als die Hessen nach „der Rückrunde der Schande“ völlig überraschend abstiegen. Und Jung war es auch, der seinerzeit im Spiel gegen den FC Bayern München den perfekten Pass auf den damaligen Torjäger Theofanis Gekas spielte, der aber aus drei, vier Metern am leeren Tor vorbeigeschossen hatte. Fast alle sind sich sicher: Wäre dieser Ball – zum 2:0 – drin gewesen, die Hessen wären erstklassig geblieben.

„Es war damals eine andere Situation“, sagt Jung heute. „Wir hatten eine super Hinrunde gespielt. Keiner rechnete mit einem solchen Einbruch.“ 26 Punkte standen da zur Halbzeit auf dem Konto, heute hat die Eintracht gerade mal 24 Zähler und es steht schon der 27. Spieltag vor der Tür. Aber dann setzte die berühmte Spirale des Misserfolges ein, „auf einmal gelangen die einfachsten Dinge nicht mehr. Wir verloren unser Selbstvertrauen. Und es ging peu à peu nach unten. Wir haben das nicht mehr aufgefangen bekommen“, erinnert er sich mit Grausen an diese Zeit. Sebastian Jung, damals gerade 20 Jahre alt, stieg mit ab, blieb der Eintracht auch in der zweiten Liga treu.

Lang ist es her. Heute hat Sebastian Jung andere Probleme, aber der aktuelle Niedergang seiner alten Liebe tut ihm weh.

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