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03. Februar 2013

Srdjan Lakic: Phönix aus der Asche

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Srdjan Lakic, ein Phönix aus der Asche in der Bundesliga.  Foto: Jan Hübner

Wie lange ist es her, dass Srdjan Lakic zuvor in einem Bundesligaspiel getroffen hat? Mehr als eineinhalb Jahren war der Kroate abgetaucht. Dem Eintracht-Stürmer ist am Samstagabend das gelungen, was man zu Recht einen Einstand nach Maß nennt.

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Wie lange ist es her, dass Srdjan Lakic zuvor in einem Bundesligaspiel getroffen hat? Mehr als eineinhalb Jahren war der Kroate abgetaucht. Dem Eintracht-Stürmer ist am Samstagabend das gelungen, was man zu Recht einen Einstand nach Maß nennt.

Es hat lange gedauert, ehe der Held des Abends dann endlich unter die Dusche treten konnte - dabei hatte er nicht mal die vollen 90 Minuten absolvieren müssen. Doch Srdjan Lakic hatte im Trainingsanzug auf der Bank in den letzten Minuten mitgefiebert, war dann zu den Fans in die Kurve gelaufen und musste dann noch ein paar Extraschichten vor den Kameras schieben.

So einfach kommt einer, der bei seinem Debüt gleich zum Matchwinner wird und zwei Tore beim ungefährdeten 2:0 (2:0)- Sieg beim Hamburger SV erzielt, nicht an den Medienschaffenden vorbei. Es bestand erhöhter Rede- und Fragebedarf. Und was das denn gewesen sei nach den beiden Toren, dieses Deuten auf den Bizeps? „Das ist meine Art des Jubels. Den kennt ihr nur nicht mehr, weil ich so lange kein Tor mehr gemacht habe“, sagte Srdjan Lakic in den Katakomben des Hamburger Stadions und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Nach 90 Minuten wieder ganz oben

Srdjan Lakic ist am Samstagabend das gelungen, was man zu Recht einen Einstand nach Maß nennt. Hätte eine Drehbuchschreiber diesen Plot erfunden, er wäre womöglich als Kitsch abgelehnt worden. Es sind diese Geschichten, die nur der Fußball schreibt, schreiben kann, wenn der scheinbar in der Versenkung Verschwundenem praktisch über Nacht zum Helden wird. Ein Phönix aus der Asche in der Bundesliga sozusagen. 90 Minuten, ach was 45 Minuten reichten ihm locker aus, um zurück zu sein im Fokus, wieder im Licht zu stehen, wieder ganz oben zu sein.

„Im Fußball“, sagt Lakic mit der Erfahrung des Abgeschobenen in der Stunde des Triumphs, „geht alles sehr schnell.“ Wie lange ist es her, dass der 29-Jährige zuvor in einem Bundesligaspiel getroffen hat? Mehr als eineinhalb Jahren war der Kroate abgetaucht, 21 lange, bleierne Monate lagen hinter ihm, seine letzte Duftmarke hat er im Mai 2011 gesetzt, im letzten Spiel der Saison, da traf er noch im Trikot des 1. FC Kaiserslautern. Danach herrschte Sendepause.

Er spielte einige wenige Male für den VfL Wolfsburg, ein paar Mal in Hoffenheim, kaum 25 Einsätze schaffte er allenfalls, er zerrte sich das Kreuzband, geriet in zwei nicht funktionierenden Mannschaften zwischen die Mühlsteine und war plötzlich nicht gebraucht. Ein Stürmer taumelte ins Abseits. Selbst in Frankfurt, wo eine notorische Sturmflaute herrscht, gab es durchaus Vorbehalte gegen die Verpflichtung.

Kopfballaufsetzer zum 2:0

Srdjan Lakic weiß das alles. Er habe zwar nie an sich gezweifelt, aber „so selbstbewusst war ich zuletzt nicht“. Man solle keine „Wunderdinge“ von ihm erwarten, sagte er in bei seiner Vorstellung am Dienstag. Da sagte er auch, er finde es „klasse, dass die Leute an mich glauben, obwohl ich so viele Probleme hatte.“ Jetzt in Hamburg widmete er seine beiden Treffern all jenen, die ihm diese Chance zum Neuanfang gegeben haben.


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Und dann dieser märchenhafte Einstand: Nach neun Minuten nur und Lakic hätte schon erstmals treffen können. Eine Flanke von Sebastian Jung köpfte er im Flug um Zentimeter neben den Pfosten. Aber dann: Eine zu kurz von Rene Adler abgewehrte Schussflanke von Stefan Aigner drückte er im Stile eines Torjägers mit dem linken Fuß über die Linie (22.). Das war nicht schwer. Aber er stand einfach da, wo ein Knipser stehen muss. Schließlich veredelte der Kroate eine wunderschöne Kombination der wieder sehr spielfreudigen Eintracht per Kopfballaufsetzer zum 2:0 (36.). Was will man mehr von einem Stürmer verlangen?

Dazu fremdelte der Mann keinesfalls mit seiner neuen Mannschaft, und das, obwohl er erst viermal mit den neuen Kollegen trainiert hat. Er lief 9,7 Kilometer, hatte 32 Ballkontakte, schoss viermal aufs Tor, legte 17 Sprints hin. 80 Prozent seiner Pässe kamen beim eigenen Mann an. Das alles sind erstaunliche Daten für einen Neuling. „Er kennt ja unserer Laufwege noch gar nicht, das ist ja alles automatisiert bei uns“, wunderte sich hinterher auch Trainer Veh über den grandiosen Auftritt seines Angreifers.

Lakic lobt die Mannschaft

Er habe ja nicht nur die beiden Tore gemacht, „sondern auch Bälle gehalten, und ein richtig gutes Spiel gemacht. Das war nicht zu erwarten gewesen.“ „Ich freue mich, ein Teil dieser Mannschaft zu sein. Das ist ein fantastisches Gefühl. Aber die Mannschaft hat es mir auch leicht gemacht“, sagte Lakic nach dem „Traumstart“. Er verspricht noch so einiges: „Aber das ist noch nicht das Ende des Wegs.“

Mehr dazu

Für Lakic macht das alles Sinn: „Ich habe in meinem Leben gelernt, wenn es nicht sein soll, kannst du machen, was du willst. Und wenn der Moment kommen soll, wird er kommen.“ Srdjan Lakic hat in den ersten 83 Minuten für Eintracht Frankfurt schon mehr Spuren hinterlassen als sein zutiefst glückloser Vorgänger auf dieser Position, Olivier Occean, in der kompletten Hinrunde. Der Kanadier, der so oft an der falschen Stelle steht, hat es bislang auf ein einziges Törchen gebracht – kurioserweise im Hinspiel gegen den HSV.

Vieles spricht auch dafür, dass Trainer Armin Veh mit der Geduld mit Occean am Ende ist und er ihm bei einem etwaigen Wechsel nach Asien (wo das Transferfenster noch bis Anfang März geöffnet ist) keine Steine in den Weg legen wird. Alle bislang eingesetzten Frankfurter Stürmer (Occean, Karim Matmour, Erwin Hoffer) haben gemeinsam ein Tor mehr erzielt als Srdjan Lakic in einem einzigen Spiel.

Der letzte Frankfurter Spieler, der einen solch phänomenalen Einstand feierte, war Martin Fenin. Er traf in seinem allerersten Spiel für die Eintracht gar dreimal. An diesem Spiel wurde er gemessen, an diese Leistung konnte er nie mehr anknöpfen. Heute spielt Martin Fenin in seiner tschechischen Heimat bei Slavia Prag.

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