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Trainersuche: Nächste Bahnhofskneipe

Das Versteckspiel soll nicht mehr allzu lange dauern: Bis Donnerstag will Eintracht-Boss Bruchhagen einen neuen Trainer gefunden haben. Von Thomas Kilchenstein

Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen trifft sich dieser Tage mit potentiellen Trainern.
Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen trifft sich dieser Tage mit potentiellen Trainern.
Foto: Kumpfmüller

Am Pfingstmontag hat sich Heribert Bruchhagen an der Bremer Brücke das Relegationsspiel zwischen dem VfL Osnabrück und dem SC Paderborn angesehen und dabei besonders den linken Verteidiger der Osnabrücker, Andreas Schäfer, unter die Lupe genommen.

Aktuell sei das sicher keiner für Eintracht Frankfurter, allemal aber ein Spieler mit Perspektiven. Und der Vorstandsvorsitzende war auch nicht wegen der Trainer Claus-Dieter Wollitz oder gar Andre Schubert an die Bremer Brücke geeilt. "Aber wenn im Stadion noch drei andere Trainer sitzen, dann wird gleich wieder in der Zeitung stehen, ich hätte mich mit ihnen in der Osnabrücker Bahnhofskneipe getroffen", sagte Bruchhagen.

Ganz offensichtlich ist der Klubchef der Eintracht erheitert über die jüngsten Meldungen, wonach er sich mit den Herren Christian Gross (gerade beim FC Basel entlassen) oder Pierre Littbarski (zuletzt FC Vaduz) bereits getroffen haben soll. "Herrn Gross habe ich das letzte Mal 1972 gesehen, im Spiel Gütersloh gegen Bochum." Es kann auch zehn Jahre später gewesen sein. "Wenn ich mit jemandem spreche, dann sieht mich garantiert keiner", sagte Bruchhagen.

Die Trainersuche bei Eintracht Frankfurt ist immer noch in vollem Gange. Allerdings soll das Versteckspiel nicht mehr allzu lange währen. Spätestens Ende dieser Woche will der Klub einen Nachfolger für den zurückgetretenen Friedhelm Funkel präsentieren. Vor Mittwoch werde definitiv kein neuer Trainer eingestellt, sagte Bruchhagen. "Die Gespräche, die zu führen sind, werden geführt", betonte der Eintracht-Boss, der die ganze Angelegenheit in Ruhe und Gelassenheit angeht. Vor allem führt er die Gespräche alleine, jenseits aller Öffentlichkeit. Am heutigen Vormittag wird er auf der turnusgemäßen Vorstandssitzung einen Zwischenbericht geben.

Als sicher gilt, dass der Kandidat aus den Reihen derer stammt, die in den letzten Tagen in den Medien genannt wurden, also Michael Skibbe, Mirko Slomka, Uwe Rapolder, Thomas von Heesen oder Bruno Labbadia. Eine überraschende Lösung mit einem "No-Name-Trainer" oder einem Fußball-Lehrer aus dritter oder vierter Liag wird es gewiss nicht geben. Eintracht Frankfurt will auch einen Nachfolger präsentieren, der nicht nur attraktiveren Fußball spielen lässt und die Qualität der Mannschaft insgesamt auf ein höheres Niveau zu heben in der Lage ist, sondern auch einen, der auch für eine gewisse Aufbruchstimmung sorgt.

Die Erwartungen an den Neuen sind, nicht nur im besonders anspruchsvollen Frankfurter Umfeld, enorm, weshalb etwa Vereinspräsident Peter Fischer, derzeit mit aktiver Erholung auf der Disco-Insel Ibiza beschäftigt, den künftigen Frankfurter Coach um seine Aufgabe wahrlich "nicht beneidet".

Dass derzeit gleich fünf Klubs neue Trainer suchen - neben der Eintracht noch der Hamburger SV, Borussia Mönchengladbach, der 1. FC Kaiserslautern und Energie Cottbus - erleichtert die Aufgabe nicht unbedingt. Baldmöglichst Klarheit in der Trainerfrage möchte Eintracht Frankfurt auch deswegen haben, um mögliche Transfers in die Wege zu leiten. Da hat der neue Trainer bekanntlich ein Wörtchen mitzureden.

Heute soll im übrigen, unabhängig vom noch unbekannten Trainer, der Wechsel des Karlsruher Verteidigers Maik Franz fix gemacht werden. Ein unterschriftsreifer Vertrag liege dem 27-Jährigen vor, der Transfer, so Bruchhagen, hänge nur noch an seinem Okay. Einen Imageschaden für die Eintracht befürchtet der Vorstandsvorsitzende nicht. Franz gilt auf dem Feld als Provokateur und Raubein. "Alle, die wir gefragt haben, haben sich für diesen Spieler ausgesprochen", sagte Bruchhagen. Franz könne man angesichts der drittmeisten Gegentore sicherlich gut gebrauchen.

In der Spieler-Gerüchteküche schmort noch der Name Eugen Polanski. Der hoch begabte Mittelfeldspieler vom spanischen Klub FC Getafe wird nach Deutschland zurückkommen. An ihm hat die Eintracht bereits ihr Interesse bekundet - die Verhandlungen wurden wegen der ungeklärten Trainerfrage aber vorübergehend auf Eis gelegt.

Autor:  THOMAS KILCHENSTEIN
Datum:  1 | 6 | 2009
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2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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