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Verletztenmisere: Den Notstand verwalten

Mal wieder stehen Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel zehn Spieler nicht zur Verfügung. Die Verletztenmisere ist bei der Eintracht fast schon Alltag. Von Thomas Kilchenstein

Immerhin: Das neue Heimtrikot konnte Ioannis Amanatidis schon vorstellen.
Immerhin: Das neue Heimtrikot konnte Ioannis Amanatidis schon vorstellen.
Foto: Rhode

"Zu meiner Zeit", sagt Friedhelm Funkel, und lächelt ein wenig in seinen wieder leicht sprießenden Dreitagebart, "zu meiner Zeit durften eh nur 16 Mann auf die Bank." Warum also soll sich der Trainer der Frankfurter Eintracht grämen? Immerhin kann er heute im Heimspiel gegen Borussia Dortmund sogar 17 Mann auf die Ersatzbank setzen. Das ist doch was.

Am Mittwoch hat Funkel noch gebarmt: "15 Mann kriege ich wohl zusammen." Nun sind es zwei mehr geworden: Faton Toski, der wegen seiner Leistenblessur zuletzt wochenlang fehlte, steht wieder zur Verfügung, zudem ist Alexander Krük, der bislang eine einzige Minute in der Bundesliga gespielt hat (beim 4:0-Sieg gegen den VfL Bochum) dabei.

So war es beim letzten Mal

An das Hinspiel hat die Eintracht keine guten Erinnerungen. Im November ging die Eintracht in Dortmund mit 0:4 unter - nach 26 Minuten stand es bereits 0:3.

Die Hessen boten eine desaströse Leistung. Aber rehabilitierten sich schnell: Eine Woche später gab es ein 4:0 gegen Hannover.

Auch an diesem Samstag muss Funkel wieder den Notstand verwalten. Dieses Mal fehlt ihm eine komplette Mannschaft, in alphabetischer Reihenfolge: Amanatidis (Trainingsrückstand), Caio (Abszess), Fink (Gelbsperre), Inamoto (Muskelfaserriss), Köhler (Innenbanddehnung), Kweuke (Zerrung), Ljubicic (Nebenhöhlenentzündung), Ochs (Gelbsperre), Preuß (Reha), Tsoumou (Knie-OP), Vasoski (Reha).

Die Verletztenmisere "ist bei uns fast schon Alltag", sagt Funkel lapidar und sagt, er werde trotz der schwierigen personellen Situation eine schlagkräftige Truppe auf die Beine stellen. Und die soll die letzten drei noch fehlenden Punkte zum ganz sicheren Klassenerhalt möglichst schon heute Nachmittag gegen Dortmund einfahren.

In diesen Tagen gibt sich der Fußball-Lehrer durchaus mutig. Er spricht davon, die Serie der Dortmunder - fünf Siege hintereinander - knacken zu wollen, wohl wissend, dass die eigene Gesetzmäßigkeit das Gegenteil verheißt: Noch immer hat die Eintracht gegen einen vor ihr in der Tabelle platzierten Klub nicht gewonnen, warum soll das ausgerechnet gegen die Dortmunder klappen, die sich im Aufwind befinden?

Immerhin haben die Westfalen von 29 Spielen nur vier verloren - "überragend", nennt das Trainer Funkel. Aber "wenn wir unsere kämpferische Komponente dagegenstellen und uns das Publikum unterstützt", sollte ein Erfolg möglich sein. Womöglich verkneift sich ein Teil der Fans vor dem Spiel sogar die "Funkel-raus"-Rufe.

Im letzten Heimspiel, am 23. Mai, gegen den HSV wird die Eintracht im übrigen erstmals im neuen Heimtrikot auftreten. Gestern trug Kapitän Ioannis Amanatidis das Shirt schon mal zur Probe, das wegen seines Brustrings ein wenig an das Leibchen des VfB Stuttgart erinnert. Die Mannschaft hatte bei der Auswahl des Designs kein Mitspracherecht. Klubchef Heribert Bruchhagen fand Gefallen an dem neuen Hemd: "Mir als traditionellem Fußballliebhaber gefällt es. Aber wie immer sind bei solchen Entscheidungen die Menschen gespalten."

Autor:  THOMAS KILCHENSTEIN
Datum:  1 | 5 | 2009
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2. Bundesliga
Mannschaft Tore Punkte
1 Greuther Fürth 73:27 70
2 Eintracht Frankfurt 76:33 68
3 Fortuna Düsseldorf 64:35 62
4 FC St. Pauli 59:34 62
5 SC Paderborn 51:42 61
6 1860 München 62:46 57
7 Union Berlin 55:58 48
8 Braunschweig 37:35 45
9 Dynamo Dresden 50:52 45
10 MSV Duisburg 42:47 39
11 VfL Bochum 41:55 37
12 FC Ingolstadt 43:58 37
13 FSV Frankfurt 43:59 35
14 Energie Cottbus 30:49 35
15 Erzgebirge Aue 31:55 35
16 Karlsruher SC 34:60 33
17 Alemannia Aachen 30:47 31
18 Hansa Rostock 34:63 27
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