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Eintracht Frankfurt
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30. August 2014

VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt: Eintracht erzwingt das Glück

 Von 
Zwei Kleine ganz groß: Constant Djakpa (li.) feiert mit Takashi Inui den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich.  Foto: AFP

Weil Junior Malanda in letzter Sekunde mal wieder die Nerven versagen, holt die Eintracht ein verdientes 2:2 in Wolfsburg. Die Frankfurter bezahlen den Punkt aber teuer: Nelson Valdez muss mit einem Kreuzbandriss raus – kommt für ihn noch ein Ersatzmann?

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Wolfsburg –  

Und dann, die Bundesligapartie in der Autostadt am Mittellandkanal war schon fast beendet, kam der Ball von Linksaußen doch noch einmal in den Frankfurter Strafraum geflogen. Lange war nicht mehr zu spielen, 60 Sekunden vielleicht noch, ein Abstoß und ein langer Ball tief in des Gegners Hälfte – und das wäre es gewesen. Doch dann war der Wolfsburger Außenverteidiger Ricardo Rodriguez ein letztes Mal durchgestartet und brachte den Ball flach und scharf nach innen.

Die Kugel flitzte durch den Eintracht-Strafraum, vorbei an Freund und Feind, Torwart Kevin Trapp musste sie verdutzt passieren lassen und am langen Pfosten stand Junior Malanda. Das, das glaubten alle im mit 27.528 Besuchern besetzten Wolfsburger Stadion, wäre der späte Knockout für die wackeren Hessen, das Schicksal schien seinen Lauf zu nehmen, das wäre der späte Siegtreffer für die Niedersachsen, so wie schon vor ein paar Monaten an selber Stätte, als Naldo die Frankfurter kurz vor Schluss erlegte.

Kompakt und diszipliniert

Doch dieses Mal war alles anders, dieses Mal stand Junior Malanda am langen Pfosten, ausgerechnet der junge Belgier, dem doch erst vor acht Tagen beim Auftaktspiel in München vor dem leeren Tor die Nerven versagten.  Der Blitz, sagt man, schlage nicht zweimal in dieselbe Stelle – vielleicht stimmt das ja doch nicht. Junior Malanda jedenfalls schaffte es auch an diesem Samstag wieder, das Unmögliche möglich zu machen. Er bugsierte den Ball nicht etwa ins leere Frankfurter Tor, sondern schoss sich aus vier Metern Entfernung mit rechts an das linke Standbein, von wo der Ball zum Frankfurter Keeper Kevin Trapp sprang.

Die Riesenchance war vertan, der Sieg verschenkt, nicht 3:2 für Wolfsburg, sondern 2:2 hieß das Endergebnis. Malanda war natürlich untröstlich, die Frankfurter konnten ihr Glück kaum fassen. „Ich dachte, das ist ein sicheres Tor“, sagte Torwart Trapp später. „Aber auf einmal habe ich den Ball im Bauch gehabt.“

Eintracht-Stürmer Haris Seferovic kommentierte den bitteren Fehlschuss des VfL-Mittelfeldspielers mit etwas mehr Häme. „Wenn er schlecht vor dem Tor ist, ist es gut für uns. Von mir aus kann er ruhig so weitermachen.“ Das 2:2 (1:1) hatten sich die Hessen redlich verdient, „es wäre äußerst bitter gewesen, wenn wir hier wieder mal kurz vor Schluss verloren hatten“, sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen an der Stelle, an der er erst im Frühjahr noch Schiedsrichter Peter Gagelmann wegen kolossaler Fehlentscheidungen lautstark zusammengefaltet hatte. Dieses Mal war Bruchhagen deutlich entspannter.

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Die Eintracht hatte sich im Vergleich zur Vorwoche gegen Freiburg deutlich besser, griffiger, geordneter präsentiert, sie spielte sehr kompakt und diszipliniert, gerade in der ersten Hälfte hatte sie das Spiel im Griff. Nach der unrunden Anfangsphase hatte sie das Kommando übernommen. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 1:1. Die Wolfsburger waren durch einen Freistoß von Naldo in Führung gegangen (15.), einen Freistoß, den Eintracht-Torwart Kevin Trapp an einem anderen Tag locker gehalten hätte. „Das geht auf meine Kappe“, sagte der Schlussmann selbstkritisch. „Wenn ich Ansprüche habe, muss ich so einen Ball halten. Da bin ich langsamer gefallen als eine Bahnschranke.“

Jung hilft der Eintracht

Doch die Eintracht ließ sich nicht beirren, es dauerte nicht lange, ehe sie zum Ausgleich kam. Takashi Inui zirkelte einen Freistoß von außen nach innen, und Sebastian Jung, ausgerechnet der Ex-Frankfurter Jung, fälschte den Ball mit dem Rücken ins eigene Tor ab (23.).  Es war die mit Abstand auffälligste Szene des 24-Jährigen, der seltsam verhalten spielte und ins Wolfsburger Spiel gar nicht richtig eingebunden war.

Naldo hatte Wolfsburg in Führung gebracht.  Foto: dpa

Die Gäste hätten noch vor der Pause in Führung gehen müssen, doch nach einem kapitalen Fehler von VfL-Torsteher Max Grün, der den Ball im eigenen Strafraum in die Füße von Lucas Piazon passte, verpasste es der Brasilianer, die Hessen in Führung zu bringen. Er umspielte zwar noch den Keeper, doch seinen viel zu schwachen Schuss kratzte Robin Knoche von der Linie – auch der Nachschuss von Nelson Valdez fand einen Wolfsburger Abnehmer auf der Torlinie: der schwache Luiz Gustavo rettete in letzter Sekunde (40.).

Valdez hätte den Ball besser noch mal quergelegt oder durchgelassen zu Seferovic, der deutlich besser stand. „Dann hätte ich ihn reingeschoben“, bekundete der Mittelstürmer. Der emsige Valdez avancierte später noch zur tragischen Figur, aber anders als Junior Malanda. Denn nach 55 Minuten verletzte sich der Paraguayer schwer:  Nach einem Zweikampf mit Rodriguez verdrehte sich der 31-Jährige das rechte Knie und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden liegen.

Valdez krümmte sich vor Schmerz, schlug immer wieder die Hände vors Gesicht. Es war für jedermann ersichtlich, dass da etwas kaputtgegangen war im Gelenk. Für den Offensivspieler ging es natürlich nicht weiter, er wurde mit Verdacht auf Kreuzbandriss ausgewechselt. Am Abend bestätigte sich der Verdacht: Bei Valdez wurde ein Riss des vorderen Kreuzbandes diagnostiziert. Er wird der Eintracht mindestens ein halbes Jahr fehlen. „Sein Ausfall wird uns richtig wehtun, das ist sehr ärgerlich“, sagte Trainer Thomas Schaaf noch vor der endgültigen Diagnose.

Kadlec belohnt die Eintracht

Für Nelson Valdez kam Timothy Chandler ins Spiel, es war das Profidebüt im Eintracht-Trikot in der Bundesliga. Für Chandler rückte Aleksandar Ignjovski eine Position nach vorne. Es war eine Entscheidung, die sich auszahlen sollte. Denn als die Partie eigentlich schon verloren war, weil Lucas Piazon und Constant Djakpa den eingewechselten Daniel Caligiuri einfach laufen ließen und der Ball dann auf die andere Seite zu Maxi Arnold kam, der ihn mit Power ins lange Eck drosch (79.), kamen die Frankfurter noch einmal zurück.

Marco Russ war plötzlich auf Rechtsaußen aufgetaucht, spielte einen klugen Ball zu Ignjovski und der Serbe bog den Ball gekonnt in die Mitte. Dort hatte sich der gerade erst eingewechselte Vaclav Kadlec freigestohlen und köpfte den Ball mit seinem ersten Ballkontakt zum Ausgleich ins Netz (85.).  „Das wird ihm Selbstvertrauen geben“, sagte Trainer Schaaf, der sehr zufrieden war mit dem Auftreten seines Teams. „Was Ordnung und Disziplin angeht, war das vorbildlich“, betonte er. Es war in der Tat eine sehr couragierte, abgebrühte Leistung, die für die Zukunft hoffen lässt. „Wir haben vier Punkte, Wolfsburg einen“, sagte Haris Seferovic mit Genugtuung.

Harter Einsatz: Der Wolfsburger Maximilian Arnold im Zweikampf mit Frankfurts Piazon.  Foto: AFP

Er und seine Kollegen werden Zuwachs bekommen. Denn am Rande des Spiels bestätigte die Eintracht, dass Slobodan Medojevic von Wolfsburg an den Main wechseln wird – vorbehaltlich einer erfolgreichen medizinischen Untersuchung am Sonntag. Der Serbe wird einen Dreijahresvertrag unterschreiben. „Er ist ein guter Junge, der uns weiterhelfen wird“, sagte Marco Russ über den Neuen. Beide haben in Wolfsburg zusammen gespielt.

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Auch Sportdirektor Bruno Hübner lobte den defensiven Mittelfeldspieler. „Er hat die Qualität, die wir auf dieser Position erwarten. Er ist ein Top-Profi.“ Abgeben wird die Eintracht keinen Spieler mehr, auch nicht Jan Rosenthal. „Wir haben ja nicht so viele Leute im Kader“, sagte Hübner. „Es bleiben alle an Bord.“

Ob es vielleicht noch Zuwachs gibt? Eigentlich müssten die Frankfurter auf den langfristigen Ausfall von Valdez reagieren. Bruno Hübner hat seine Angel schon ausgeworfen. Vielleicht hängt ja bis Montag noch ein Rechtsaußen am Haken.

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