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Problematische Offensive: Vorn drückt der Schuh

Von Prunkstück keine Spur: Die Eintracht-Offensive lahmt. Der so lange verletzte Ioannis Amanatidis vermochte gegen den HSV kaum einen Ball zu halten.

Sonny Kittel sollte die Kastanien aus dem Feuer holen.
Sonny Kittel sollte die Kastanien aus dem Feuer holen.
Foto: dpa

Sonny Kittel, das Juwel, erzielte am Sonntag einen blitzsauberen Treffer, von halbrechts mit einem satten Flachschuss. Das hat er gut gemacht. Zu einem Punkt reichte es jedoch nicht, am Ende musste sich die Eintracht mit 1:2 geschlagen geben. Dem 1. FC Kaiserslautern.

In der A-Jugend-Bundesliga. Tags zuvor hatte der begabte Kreativspieler ebenfalls auf dem Feld gestanden. Auch da hatte es eine Niederlage gesetzt − bei den Profis, mit 1:3 gegen den Hamburger SV. Kittel wurde nach 84 Minuten gemeinsam mit Theofanis Gekas eingewechselt. Das Spiel konnte er nicht mehr herumreißen. Aber über ein paar warme Worte von Cheftrainer Michael Skibbe durfte sich der 17-Jährige dennoch freuen: „Er ist ein sehr interessanter Spieler, der rasend schnell lernt, deshalb habe ich ihn auch gebracht.“

Eintracht auf reisen

Das Training der Frankfurter Eintracht wird in diesen Tagen mal wieder in überschaubarer Kaderstärke abgehalten. Gleich sieben Spieler befinden sich nämlich auf Länderspielreise: Halil Altintop wurde für die beiden Qualifikationsspiele der Türkei in Kasachstan und gegen Belgien berufen. Ümit Korkmaz tritt mit Österreich gegen Kasachstan an. Die Griechen Theofanis Gekas und Georgios Tzavellas stehen im Aufgebot für die Spiele gegen Georgien und in Kroatien. Pirmin Schwegler spielt mit der Schweiz gegen Australien und in der EM-Qualifikation gegen England. Habib Bellaid muss mit Algerien in der Qualifikation zum Afrika-Cup gegen Tansania ran.

Sebastian Jung steht im Kader der U21, die in der EM-Qualifikation am 3. September in Tschechien und am 7. September in Ingolstadt gegen Nordirland antritt. dur

Sonny Kittel, der Junge, sollte die Kastanien aus dem Feuer holen. Das war so nicht zu erwarten.

Es ist nicht lange her, da war von der neuen Offensive der Eintracht die Rede, von hartem Konkurrenzkampf und harten Entscheidungen, von Rotation, um unberechenbar zu sein und die Spieler bei Laune zu halten. Zwei Liga-Spieltage und einen Fehlstart später klingen die Ankündigungen hohl. Der so lange verletzte Ioannis Amanatidis vermochte gegen den HSV kaum einen Ball zu halten. Seinen Aktionen fehlte die Dynamik.

„Die Spritzigkeit fehlt noch“, weiß der Angreifer, der „mit der läuferischen Leistung nach zehn Monaten Pause sehr zufrieden“ war. Amanatidis betont, er sei wie schon in Hannover auch gegen Hamburg „an den unmittelbar gefährlichen Situationen beteiligt“ gewesen. „Die Tore werden früher oder später kommen.“ Er braucht Spiele, Spiele, Spiele. Ob er die Zeit bekommt?

Schlimmer sieht es bei Gekas aus, der gegen Hannover ein Totalausfall war und gegen den HSV nach seiner Einwechslung nur zweimal auffiel, als er jeweils amateurhaft ins Abseits lief. Gekas ist bislang eine einzige Enttäuschung, ein Fremdkörper.

Da Martin Fenin noch angeschlagen ist, bleiben als Offensivkräfte Caio, Marcel Heller und Ümit Korkmaz. Caio konnte gegen den HSV seine Chance nicht nutzen, die anderen beiden sind außer Form. Heller schaffte es gegen Hannover, Korkmaz gegen Hamburg nicht in den Kader. Dabei zeichnet beide aus, was derzeit nur Patrick Ochs ins Offensivspiel einbringt: Schnelligkeit und Dynamik.

Bleibt eigentlich nur Halil Altintop, der einzige Stürmer, der derzeit Normalform erreicht. Der Deutsch-Türke ist wohl erst mal gesetzt. Vielleicht schon in Gladbach nicht mehr auf dem linken Flügel, sondern in der Sturmspitze. Neben oder für Amanatidis.

Autor:  Ingo Durstewitz
Datum:  30 | 8 | 2010
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